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GGH Manila

Was mich dazu bewegt hat, Manila auszuprobieren, ist nicht nur die Zusammensetzung aus 57 % Viskose, 33 % Baumwolle und 10 % Leinen, die recht sommerlich anmutet, sondern auch die ungewöhnliche Fadenstruktur. Sie besteht aus einer Art Luftmaschenkette aus einem festen, nähgarnartigen Leinenfaden, die von langen, kaum verzwirnten Viskose- und Baumwollfasern durchzogen ist. Einige der Fasern sind eher bauschig, so daß der Fadendurchmesser nicht ganz gleichmäßig ist und das Garn leicht geflammt wirkt. Trotz dieser eher lockeren Struktur kann das Garn mit jeder beliebigen Nadelqualität verstrickt werden, da die Luftmaschenkette die anderen Fäden sicher umschließt. Anzumerken ist, daß die Maschen extrem leicht gleiten, und Lockerstricker sollten auf Metallnadeln vielleicht sogar ganz verzichten. Das Ribbelverhalten ist überraschend gut – der Faden verliert lediglich geringfügig an Volumen, aber nicht an Qualität.
Die Banderole empfiehlt einen Nadelstärkenbereich von 4 bis 5 mm, die angesichts der Lauflänge von 100 m/50 g jedoch ein wenig hochgegriffen scheint. Die hier gezeigten Muster wurden mit NS 3,5 und 4 mm angefertigt.
Die Haptik des fertigen Gestricks ist nicht so trocken wie diejenige des Knäuels, der stumpfe Charakter verliert sich beim Stricken. Das Gestrick wirkt ein wenig schwer und deutlich glatter, als der Faden es vermuten ließe. Das Maschenbild ist natürlich und lässig. Wer eher stabile Strickergebnisse bevorzugt, wird mit Manila nicht ganz glücklich sein. Das Gestrick ist sehr verformbar und elastisch und durchaus etwas „labberig“. Durch den hohen Viskoseanteil entsteht ein leichter Glanz, der allerdings sehr diskret bleibt.
Manila harmoniert mit allen Mustern und kann auch für männliche Kleidung und Wohnaccessoires verwendet werden. Es würde sich auch besonders gut eignen, um in kleinen Mengen mit flauschigen Materialien im Mix verstrickt zu werden. Trotz der Zusammensetzung ist das Gestrick nicht wirklich kühlend und kann auch für die Zwischenjahreszeiten in Erwägung gezogen werden.
Manila ist ein Garn, das entweder begeistern oder auf große Abneigung stoßen wird: Einige Strickerinnen werden an der weichen und modernen Oberfläche Gefallen finden, während andere sich mit dem spürbaren Gewicht und der lappigen Haptik nicht anfreunden werden.
Die Farbpalette ist aktuell und klassisch, und dürfte jedem Geschmack gerecht werden.

Probe 1: Glattrechts 3,5 und 4 mm

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Probe 2: Muster L18 aus den „Alten deutschen Lochmustern“. Die Datei hierzu kann HIER heruntergeladen werden.

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Probe 3: Muster „Eglantine“ der Mlle Riego

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Probe 4: Muster 1 aus den „Alten deutschen Piqué-Mustern“. Die Datei hierzu kann HIER heruntergeladen werden.

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Probe 5: Ant Egg-Muster

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Wie immer lasse ich Euch die Proben auf Wunsch gerne zukommen. Wenn ich Eure Anschrift schon kenne, genügt ein Kommentar. Andernfalls benötige ich eine eMail mit Eurer Adresse.

Meine Meinung:

Zutaten

Heute kam das Päckchen an. Ich muß also nur noch stricken ;-)
Zutaten

Aperitif

In den letzten Tagen hat mich eine ausgesprochen großzügige Spende erreicht – danke an dieser Stelle noch einmal an die liebe Leserin –, die mir ermöglicht hat, neue Garne für Rezensionen zu bestellen. Ich werde also in nächster Zeit verschiedene Knäuel von GGH, Lana Grossa, Lang Yarns … vorstellen können.
Natürlich habe ich mir die Kritik der letzten Wochen, die in Euren Kommentaren, eMails usw. sehr deutlich zum Ausdruck kam, zu Herzen genommen. Für den Anfang habe ich diese Mal zum Beispiel keinerlei Schurwollen gekauft, sondern ausschließlich andere Materialien.

Es bleiben aber die Fragen nach der Objektivität und nach dem Sinn und Nutzen dieser Rezensionen.

Es stimmt: Ganz gleich, ob es sich um Hotels, Bücher, Weine, Fernsehgeräte, Autos oder Shampoos handelt, vollständige Objektivität gibt es nicht, denn jeder Mensch geht beim Kauf und bei der Nutzung mit ganz anderen Gesichtspunkten an die Sache heran. Wahr ist ebenfalls, daß ich über keinerlei Laborausrüstung verfüge, um Garneigenschaften mit mathematischer Genauigkeit zu messen. Was ich aber tun kann und tue, ist, meinen eigenen Geschmack außer Acht zu lassen und nach einer Reihe von konkreten Kriterien zu arbeiten. Wenn die Qualität eines Garns stimmt, wenn es angenehm zu stricken ist, wenn das Strickergebnis in Ordnung ist, habe ich keinen Grund, Negatives zu schreiben und tue es auch nicht – auch wenn ich „privat“ das Garn überhaupt nicht mag und mich persönlich frage, wer solche Scheußlichkeiten denn stricken wollen könnte.
Auch die Hersteller oder Vertriebsunternehmen wie Pascuali, Lanamania oder Trendgarne, die mir mitunter die Garne zu Verfügung stellen, können auf den Inhalt und das Ergebnis der Tests keinen Einfluß nehmen. Sie sind vorgewarnt, daß ich auch negative Aspekte ansprechen werde, wenn es welche gibt. Sollte einmal ein Garn in jeder Hinsicht „grottenschlecht“ sein, würde ich dem Unternehmen den vernichtenden Text vorab zukommen lassen, und es könnte entscheiden, ob es die Veröffentlichung ganz untersagen möchte. Texte ändern tue ich aber nie.
Ebenfalls versuche ich die Strickkenntnisse und ‑gewohnheiten einer möglichst großen Bandbreite von Strickerinnen zu berücksichtigen, mich in sie hineinzuversetzen und ggfs. einzuüben. Ich stelle mir immer die Frage, wer mit einem bestimmten Material zufrieden sein wird und wer eher unglücklich.

Und nun meine erste Frage an Euch: Wie könnte ich meine Rezensionen objektiver und für Euch nützlicher gestalten? Was würdet Ihr Euch für die Zukunft wünschen? Was mache ich vielleicht sogar ganz und gar falsch? Eure Meinung ist gefragt!

Es stellt sich aber auch die Frage, inwiefern solche Rezensionen überhaupt einen Sinn und einen Nutzen haben.

Ein sehr großer Schwachpunkt ist zweifelsohne, daß keine Langzeitauswertung möglich ist. Ich frage mich ohnehin, wie wir sie erreichen könnten: Ist ein Garn so alt, daß eine aussagekräftige Beurteilung möglich wäre, ist es meistens schon nicht mehr im Sortiment. Eine Hilfe wäre es jedoch, wenn Leserinnen mit Langzeiterfahrungen zu einem bestimmten Garn kommentieren würden. Darauf habe ich aber keinen Einfluß, ich kann es nur anregen.

Aus meiner Sicht besteht der Sinn dieser Rezensionen darin, meinen Leserinnen die Möglichkeit zu geben, sich einen ersten Eindruck eines Garns, das sie noch nicht kennen, zu verschaffen, Produkte zu entdecken, an die sie vielleicht nicht gedacht hätten, oder auch in ihren eigenen Überlegungen Unterstützung oder Bekräftigung zu finden. Sie sollen eine Entscheidungshilfe in der Frage sein, ob ein Garn für einen selbst eher geeignet scheint oder nicht. Sie sollen vor allem für die vielen von Euch, die ihre Strickmaterialien fast ausschließlich oder ausschließlich übers Internet beziehen, weil ihnen aus welchem Grund auch immer keine anderen Möglichkeiten zur Verfügung stehen, helfen, sich ein relativ konkretes Bild dessen zu machen, was sie von dem Knäuel erwarten können, und was nicht, bevor sie Geld völlig umsonst investieren. Damit Ihr Euch nicht ausschließlich auf meine Worte verlassen müßt, verschicke ich ja die Pröbchen.

Und dies führt mich zu meiner zweiten Frage an Euch: Bringen Euch diese Rezensionen überhaupt etwas, oder sind sie eher überflüssig und Zeitverschwendung? Was würdet Ihr statt dessen in diesem Blog lieber lesen?
Auf Eure Anregungen freue ich mich, und ich bin sehr gespannt.

Tweedgarne und ich

Zu Tweedgarnen habe ich ein recht zwiespältiges Verhältnis.
Lange Zeit kannte ich Tweed nur als Stoff für schwere und aus meiner Sicht zu biedere und altmodische Kleidung, die weder in der männlichen noch in der weiblichen Variante je meinem Geschmack entsprochen hätte. Erst 2011 entdeckte ich mit Debbie Bliss Luxury Tweed Aran Tweed als Strickgarn und ich war auf Anhieb begeistert. Der herbe Duft, die trockene pudrige Haptik, der eher unelastische Faden, die edle Ursprünglichkeit schienen mir so vielfältige Designmöglichkeiten und Assoziationen zu eröffnen, daß ich dieses Garn gleich für vier Pullover kaufte – zwei für meinen Mann, zwei für mich. Drei Jahre später wünschte ich, ich hätte es niemals getan.
Die erste Ernüchterung kam, als ich mit der eigentlichen Strickarbeit fertig war, allerdings machte ich den Fehler, sie nicht als solche zu interpretieren und die Schuld bei mir zu suchen: Ich brauchte ewig, bis ich die Nähte verschlossen hatte, denn der Faden riß alle 2 Zentimeter. Einen der Pullover habe ich sogar mit einem anderen Garn vernäht. Ich vermutete eine ungünstige Nähtechnik und führte das Problem zunächst auf meine nicht vorhandene Geduld zurück, bis ich bei Frau Wollball und später in anderen Blogs von ähnlichen Erlebnissen las. Dies und die Tatsache, daß Tweedjackenträger fast chronisch mit jenen typischen und nicht gerade eleganten Lederflicken an den Ärmeln herumlaufen, hätte mir eine Warnung sein müssen. Das tat es leider nicht. Mittlerweile habe ich sämtliche Knäuelreste zu diesen vier Pullovern dafür verwendet, mindestens einmal die Nähte oder andere Stellen zu reparieren. Bevor Mißverständnisse entstehen: Die Bilder, die ich unten zeige, sind nicht durch Hängenbleiben an einem scharfen Gegenstand, nicht durch zu kurz vernähte Fäden oder durch unsachgemäßes Waschen entstanden. Sie ergeben sich einfach an unterschiedlichen Stellen (Halsblende, Nähte, untere Bündchenkante …) durch den normalen Gebrauch. Insgesamt haben diese vier Pullover über 500, – € gekostet … und sind nur noch als “Zuhause-Pullis” geeignet. Dieses Geld ist unwiederbringlich weg, durchs Fenster geworfen, sein Gegenwert im Grunde nicht mehr vorhanden, und da ich schlecht neues drucken kann, kann ich auch nicht für den – eigentlich dringend – notwendigen Ersatz sorgen. Ein Reinfall auf der ganzen Linie.

Die Schlußfolgerung, die sich für mich daraus ergibt (= “Tweedgarne mögen schön sein, aber sie sind überteuerter Müll und ich kaufe nie wieder welche”), belebt eine Diskussion neu, die sowohl den Begriff von Qualität bei Strickmaterialien als auch die heutige Auffassung von Stricken hinterfragt.
Jede Strickerin definiert Qualität auf unterschiedliche Weise. Tichiro-Tina hat neulich die berechtigte Frage in den Raum geworfen, wie viele Knoten pro Knäuel als Mangel und nicht mehr akzeptabel angesehen werden, und an den Kommentaren war deutlich zu lesen, wie unterschiedlich die subjektive Wahrnehmung hier sein kann. Für mich definiert sich die Qualität eines Garns durch Maschenbild und Haltbarkeit, gepaart mit einem nach Möglichkeit hohen Naturfaseranteil. Einen Pullover, der so empfindlich ist, daß er einen ganz normalen Tag im Büro nicht übersteht, halte ich für indiskutabel.
Viele Blogs oder Forenbeiträge führen in diesem Zusammenhang das Gegenargument an, Stricken sei heute nicht mehr die Herstellung benötigter Kleidung, sondern nur noch ein Hobby, das man sich gönne.
Ganz abgesehen davon, daß ich ausschließlich deshalb Pullover stricke, weil die im Handel verfügbaren Strickstücke, die meinem Geschmack entsprechen, viel teurer als Selbstgestricktes und obendrein oft zu dünn und für mich nicht warm genug sind, halte ich diese Sichtweise für traurig. Wenn Stricken nicht beides sein kann, hat es versagt – und so wäre es auch nicht verwunderlich, wenn das zur Zeit wiedererwachte Interesse jüngerer Generationen bald wieder abebbt.
Ich bin der Meinung, daß die Qualität der Strickmaterialien über die weitere Entwicklung des Strickens deutlicher entscheiden wird, als den Herstellern offenbar bewußt ist. Wer an ersten Projekten mit preiswerten, anfängertauglichen Garnen Freude gehabt hat und sich entschließt, einen Pullover mit einem etwas “besseren”, sprich höherpreisigeren, Garn in Angriff zu nehmen, könnte die aufblühende Leidenschaft schnell wieder vergessen, wenn nach wenigen Wochen erste Schäden am mit Stolz vorgezeigten Strickstück die Mühe und Sorgfalt zunichte machen. Ebenso halte ich es nicht für vermittelbar, wenn junge Stricker das Gefühl bekommen, Stricken sei eine komplizierte Wissenschaft und erfordere zunächst eine ausführliche Materialkunde.
Es wird immer wieder gelobt, welche Vielfalt an Materialien aus aller Welt uns heute zur Verfügung stehe. Doch ohne die entsprechende Qualität wird diese Vielfalt ein Selbstzweck bleiben. Im Vergleich zu den 80er Jahren, in denen man blind ins Regal greifen konnte und das Ergebnis immer stimmte, ist dies eine fürs Stricken sehr traurige Entwicklung. Weniger wäre eben doch mehr.
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ONLine Linie 4 Starwool

Das zweite Garn, das wir dank Trendgarne – an dieser Stelle noch einmal ganz herzlichen Dank an Herrn Görge – kennenlernen dürfen, ist Starwool.
Sehr klassisch mutet das Knäuel an – und die Zusammensetzung von 100 % Schurwolle (Merino extrafein superwash) scheint dies zu bestätigen. Es gibt sich weich, anschmiegsam und vertraut.
Der Faden ist eher rund, aber auch luftig, einerseits schwerelos, andererseits handfest, was an der mittellockeren Verzwirnung liegt, die als sehr gelungen bezeichnet werden kann: Das Garn läßt sich mit jeder Nadelqualität problemlos und angenehm verarbeiten, und das Ribbelverhalten ist hervorragend.
Etwas überraschend ist angesichts der Lauflänge von 125 m/50 g und der mittleren Fadendichte die auf der Banderole verzeichnete Nadelstärkenempfehlung: 3,5 bis 4,5 mm erscheint hier reichlich großzügig. Die unten gezeigten Proben wurden mit NS 3 bis 3,5 mm gestrickt.
Das Maschenbild ist gleichmäßig und klar. Starwool erweist sich als Multitalent und kommt mit männlichen und weiblichen Modellen, mit Struktur- und Lochmustern gleichermaßen zurecht. Es ist deshalb ein interessantes Material, weil es nie zu einem Allzweckgarn verkommt: Es verleiht jedem Muster einen eigenen und starken Charakter, indem es dessen Seele herausarbeitet. Es tritt mit den jeweiligen Strukturen so intensiv in Dialog, daß es für jeden Geschmack und Kleidungsstil eingesetzt werden kann. Man könnte sagen, daß Starwool ein echtes “Stashgarn” ist, das man immer in seinem Vorrat haben kann – weil es schlicht alles kann. Hierfür sprechen auch der kleine Preis von 4,55 € und die – wie meistens bei ONLine – breite und sehr gut gewählte Farbpalette.
Das Gestrick vermittelt einen Eindruck zeitloser Qualität im perfekten Gleichgewicht zwischen angenehmer Haptik und selbstvergessener Alltagstauglichkeit.
Starwool bietet eine Art “Quadratur des Kreises”: Es ist ein industriell gefertigtes Garn – mit den entsprechenden Vorteilen, was Preisniveau und Farbauswahl betrifft –, das sich in Bezug auf Qualität und Vielseitigkeit als erstaunlich klug entwickelt zeigt.

Wie immer lasse ich Euch die Proben auf Wunsch gerne zukommen. Wenn ich Eure Anschrift schon kenne, genügt ein Kommentar. Andernfalls benötige ich eine eMail mit Eurer Adresse.

Der Faden

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Probe 1: Nadelstärke 3 und 3,5 mm

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Probe 2: Waffelmuster aus Christians Schal

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Probe 3: Muster aus Birch Trees Scarf

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Probe 4: Muster 34 aus den “Alten deutschen Piqué-Mustern”. Die Datei hierzu kann HIER heruntergeladen werden.

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Probe 5: Muster L19 aus den “Alten deutschen Lochmustern”. Die Datei hierzu kann HIER heruntergeladen werden.

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Meine Meinung:

ONline Linie 20 Cora

Zu den beiden ONline-Produkten, die mir Herr Görge von Trendgarne hat zukommen lassen, gehört Cora, ein Mischgarn aus 60 % Schurwolle (Merino superwash) und 40 % Polyacryl.
Das Knäuel ist sympathisch geformt, in der Haptik angenehm trocken, matt und weich und macht einen sehr zuverlässigen Eindruck.
Der Faden ist schön und rund, wirkt schaumig fest. Trotz der relativ geringen Lauflänge von 85 m/50 g entfaltet er erst beim Aufwickeln sein ganzes Volumen, das sich aus der lockeren Verzwirnung von 8 Hauptfäden ergibt. Überraschend ist hierbei sowohl das hervorragende Ribbelverhalten – selbst bei sehr festem Gestrick hinterlassen die Maschen kaum Spuren, und die Fadenqualität bleibt unverändert erhalten – als auch die Tatsache, daß die Arbeit auch unabhängig von der Nadelqualität problemlos und bequem bleibt. Lediglich das Einfädeln beim Vernähen der Fäden erfordert ein wenig Sorgfalt, Cora ist ansonsten auch anfängertauglich.
Die auf der Banderole empfohlene Nadelstärke von 4 bis 5 mm ist einwandfrei gewählt, wobei anzumerken ist, daß auch mit einem deutlich höheren Nadelstärkenbereich gespielt und variiert werden kann, wenn zum Beispiel eine modische Grobstrick-Optik ausdrücklich gewünscht ist. Cora ist in dieser Hinsicht besonders interessant, denn das Maschenbild läßt sich deutlich steuern: In kleineren Nadelstärken erscheint es eher perlig, in dickeren glatter und auch zeitgemäßer.
Cora ist ein sehr verwandlungsfähiges Material, und eigentlich wäre es für reine glatt rechts gestrickte Stücke fast zu schade. Es verleiht Lochmustern eine frische und unerwartete Optik und verhilft Strukturmustern zu einer breitgefächerten Ausdrucksstärke. Es ist ein sehr präsentes und modernes Garn, das Muster und Schnitte aller Art neubelebt und in eine aktuelle Strickdesignsprache überträgt.
Das Gestrick zeichnet sich durch eine unkomplizierte und wie selbstverständlich wirkende Ausgeglichenheit aus: Es ist warm, aber nicht zu warn, elastisch, aber formstabil, zeitlos, aber auch lebhaft. Cora ist ein Garn, das nie langweilig wirkt und sich daher für unterschiedlichste Projekte eignet – von der Kinderkleidung bis zum Wohnaccessoire.
Bemerkenswert ist die sehr umfangreiche und vielseitige Farbpalette, die keine Wünsche offen läßt. Ebenfalls positiv ist der kleine Preis von 3,35 €/50 g zu bewerten. Insgesamt ist Cora ein schlüssiges und konsequentes Strickmaterial, das Stricken auf sehr interessante, da zeitgemäße Weise positioniert.

Wie immer lasse ich Euch die Proben auf Wunsch gerne zukommen. Wenn ich Eure Anschrift schon kenne, genügt ein Kommentar. Andernfalls benötige ich eine eMail mit Eurer Adresse.

Der schaumig feste Faden

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Probe 1: NS 4 und 4,5 mm

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Probe 2: Muster vom Rustical Lace Scarf

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Probe 3: Mauerwerkmuster vom Loft-Loop

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Probe 4: Muster L9 aus den “Alten deutschen Lochmustern”. Die Datei hierzu kann HIER heruntergeladen werden.

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Probe 5: Diese Probe wurde mit den allerletzten Metern gestrickt und ist leider sehr klein: Kleines Waffelmuster

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Meine Meinung:

Es gibt gute Neuigkeiten diese Woche.
Zum einen lichtet sich das Arbeitspensum langsam – Pläne haben eine konkrete Form angenommen und/oder sind zumindest so weit entwickelt, daß die Grundsteine als gelegt betrachtet werden können und sich der Rest nach und nach geben wird. Es bedeutet zwar nicht, daß ich auf der Stelle wieder in dem Umfang bloggen werde, wie ich es vor der Pause getan habe, aber zumindest wird es mit dem Thema Stricken hier regelmäßig weitergehen.
Zum anderen wird Strickloft ab sofort Produkte für Trendgarne rezensieren dürfen. Der nette Herr Görge hat vor einigen Tagen ganz unerwartet mit mir Kontakt aufgenommen und mir bereits zwei Knäuel zukommen lassen, die ich Euch also bald vorstellen darf. Daß er gleichzeitig und in anderen Angelegenheiten Kunde von TextLoft wurde, ist für mich eine besonders angenehme Fügung.
Ich freue mich also, Euch jetzt schon schöne Pröbchen für die kommende Woche ankündigen zu können. Nach einer so langen Pause macht Stricken noch mehr Spaß …

In den letzten Tagen haben mich viele eMails erreicht, in denen ich um einen kleinen Zwischenstand gebeten wurde. Dem will ich gerne nachkommen.
Mittlerweise ist mein Facebook-Auftritt eingerichtet. Damit keine Mißverständnisse entstehen: Es ist kein persönliches Profil - diejenigen von Euch, die auf Textloft - das Blog mitlesen, wissen, wie ich dazu stehe -, sondern eine Fanseite, wie Ihr sie vielleicht von Euren Lieblingsmarken, -künstlern oder –sportlern kennt. Das bedeutet, daß Ihr nicht auf Facebook sein müßt, um dort mitzulesen. Wer wiederum auf Facebook ist, kann kommentieren, auf “Gefällt mir” drücken oder mich weiterempfehlen. Da aber eine Fanseite nicht dieselben Funktionalitäten hat wie ein Profil, kann ich Euch weder “liken” noch in eine Freundesliste aufnehmen.
Viele Stunden habe ich außerdem damit verbracht, über rechtliche Vorschriften zum Thema Homepages, Blogs, Twitter und Facebook zu recherchieren und meine verschiedenen Seiten rechtssicher zu machen. Diese Dinge ändern sich ständig, werden immer komplizierter und lästiger. Denjenigen von euch, die sich ebenfalls damit beschäftigen müssen, kann ich übrigens zwei sehr hilfreiche Seiten empfehlen: http://rechtsanwalt-schwenke.de/blog/ und http://allfacebook.de/
Zur Zeit arbeite ich noch am Aufbau weiterer Blogs. Etwa 60 Artikel sind schon vorbereitet, verschiedene Themes sind in der Vorauswahl und müssen noch angepaßt werden, Probleme mit ein paar technischen Aspekten wollen noch beseitigt werden.
Es gibt also noch reichlich zu tun - so, neben der “normalen Arbeit” …

Doch bevor ich mich für heute wieder verabschiede, möchte ich noch auf das Thema “Leserinnen stricken die alten Muster” zurückkommen. Frau Projektmanagerin zeigt in ihrem Blog eine sehr reizvolle und romantische Interpretation eines Musters der Mlle Riego. Unbedingt ansehen!

Auch wenn Dinge, die das Stricken nicht betreffen, in diesem Blog normalerweise nichts zu suchen haben, möchte ich heute eine Ausnahme machen und hoffe, daß Ihr es mir nachsehen werdet.

Ich bin zur Zeit beruflich mit zahlreichen unterschiedlichen Projekten beschäftigt - darunter dem Aufbau meiner Facebook-Künstlerseite, der Planung und Vorbereitung mehrerer neuer Blogs, sowie einer Reihe von Textkunstprojekten. Ich werde daher einige Wochen nicht zum Stricken und nicht zum Strickbloggen kommen, denn all diese Vorhaben erfordern meine volle Aufmerksamkeit, ein hohes Maß an Konzentration … und sehr viele Arbeitsstunden. Das Blog bleibt natürlich bestehen - und selbstverständlich verschicke ich weiterhin auch die Pröbchen, solange welche noch da sind.

Auf Twitter könnt Ihr den Fortschritt der anderen Projekte verfolgen (es ist übrigens nicht nötig, dafür bei Twitter angemeldet zu sein, man muß nur auf https://twitter.com/textloft gehen.)
Vielleicht - allerdings nur, wenn Ihr es wünscht, und ich warte diesbezüglich auf Eure Kommentare - könnte ich auch ab und zu eine kurze Statusmeldung hier im Strickloft-Blog veröffentlichen.
Den Spendenbutton habe ich vorerst herausgenommen, damit niemand, der in dieser ruhigeren Phase hier spenden möchte, sich betrogen fühlt, wenn ich einige Zeit nicht schreibe.

Bis dahin wünsche ich Euch eine gute Strickzeit und hoffe, daß Ihr mir weiterhin folgen werdet.

Regia ist eine der Marken, über die ich bisher nur theoretisch etwas wußte. In meiner Vorstellung war der Name nun einmal fest mit dem Begriff “Sockenwolle” verbunden – und da ich bekanntlich noch nie versucht habe, Socken zu stricken, war Regia nie ein Thema gewesen. Ich gebe zu, daß ich öfter mal darüber nachgedacht hatte, ich müßte mich doch irgendwann genauer damit beschäftigen. Es gab es immer anderes zu tun und so viele Materialien zu entdecken … Ich kam einfach nie dazu. In meinem Wunderpäckchen aber befand sich ein Knäuel Regia Silk in einem schönen dunklen Blauton.
Das Garn ist eine Zusammensetzung aus 55 % Merino-Wolle, 25 % Polyamid und 20 % Seide. Auf dem Papier bedeutet das eine sehr ausgewogene Verbindung von Weichheit und Komfort, Formbeständigkeit und Elastizität, und dazu hohe Wärmeeigenschaften.
Das Knäuel fühlt sich deutlich kühler an, als die Fasermischung es vermuten ließe. Die Haptik des Knäuels ist allerdings feuchter als die des einzelnen Fadens. Optisch ist die Seide gut zu sehen und verleiht dem Garn einen dezenten Schimmer.
Der empfohlene Nadelstärkenbereich von 2 bis 3 mm ist sehr klug gewählt und trägt der Faserzusammensetzung perfekt Rechnung. Das Garn ist sehr leicht zu verarbeiten, jedoch sollte ein wenig auf die Nadelqualität geachtet werden, denn der Faden kann sich spalten, wenn die Nadel nicht an der optimalen Stelle eingesetzt wird. Erst beim Stricken entwickeln sich die wärmenden Eigenschaften etwas mehr als am Knäuel, wobei sie zu einem großen Teil von der sehr erheblichen Lauflänge von 200 m/50 g wieder ausgeglichen werden. Das Maschenbild ist vorbildlich und trägt zu einem “wie maschinengestrickt”-Eindruck bei. Alle Muster kommen sehr gut heraus. Allerdings sollte hier unbedingt mit einer Maschenprobe gearbeitet werden, da die Elastizität sehr tückisch sein kann: Das Gestrick zieht sich extrem zusammen. Optisch ist der Seidenschimmer am fertigen Strickstück kaum noch merklich, verleiht der Farbe aber eine starke Leuchtkraft. Allgemein ist Regia Silk ein eher konservatives bis solides Garn, das gut mit klassischen Mustern und Modellen harmoniert. Es ist unbegrenzt alltagstauglich und angesichts des sehr geringen Verbrauchs bei einem durchschnittlichen Preis von 6,00 bis 7,00 €/50 g auch wirtschaftlich ein praktischer und vielseitiger Begleiter.
Bedauerlich ist die einseitige und sehr begrenzte Farbpalette , die für ein industriell gefertigtes Garn als erschreckend lieblos und nicht nachvollziehbar bezeichnet werden muss.

Probe 1: Glattrechts

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Probe 2: Schachbrettmuster

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Probe 3: Muster L4 aus den “Alten deutschen Lochmustern”. Die Datei hierzu kann HIER heruntergeladen werden.

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Probe 4: Christians Schals

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Probe 5: Muster L7 aus den “Alten deutschen Lochmustern”. Die Datei hierzu kann HIER heruntergeladen werden.

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Probe 6: Shetland Shawl, Cornelia Mee, S. 77 – diese Probe ist aber ein wenig kleiner.

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Wie immer lasse ich Euch die Proben auf Wunsch gerne zukommen. Wenn ich Eure Anschrift schon kenne, genügt ein Kommentar. Andernfalls benötige ich eine eMail mit Eurer Adresse.

Meine Meinung:

Lang Yarns Donegal

Tweed-Garne . ganz gleich, ob wir sie als fertige Stoffe oder Strickmaterialien erleben - sind ein typisches Stück Irland und verbinden uns mit unseren ursprünglichsten Vorstellungen dessen, was das Wesen der Grünen Insel ausmachen soll. So ist Donegal, das winzige Städtchen an der nördlichen Spitze des Landes, dessen auf irisch malerisch klingender Name „Festung der Fremden“ bedeutet, mittlerweile zum Symbol des Stoffes geworden, aus dem Strickerträume sein könnte. Mein Wunderpäckchen beschenkte mich mit einem Knäuel in einem stilechten Moosgrün (0097).
Ein wesentliches Merkmal von Tweed-Garnen ist ihre dochtgarnartige Struktur: Sie sind weich und nur bedingt ausgesponnen, was ihnen zum einen Charakter, zum anderen eine besondere Nachgiebigkeit verleiht. Im Gegenzug können sie extrem reißanfällig werden. Lang Yarns’ Donegal ist mit 190 m/50 g zudem dünner als die meisten Tweed-Garne anderer Marken, was die Reißfreudigkeit noch verstärkt. Bestimmte Methoden des Maschenanschlags sind hier ganz und gar unmöglich. Es sollte auch eingeplant werden, daß das Garn nicht zum Vernähen geeignet ist. Feststricker sollten bei Mustern, die eine erhöhte Fadenspannung mit sich bringen, auch Vorsicht walten lassen und zu einer ggfs. größeren Nadelstärke greifen.
Der Faden ist ungleichmäßig versponnen und von variablem Durchmesser, allerdings beschränkt dies in keiner Weise die Verwendung des Garns für eine sehr breite Musterauswahl. Loch- und Strukturmuster kommen genauso gut heraus wie glatte Flächen oder Flächenmix-Muster. Trotz der grundsätzlich rustikalen Ausrichtung eines Tweed-Garns schafft es Langs Donegal durchaus, sich auch elegant zu geben, wenn Farbe und Muster entsprechend abgestimmt werden, was der großen Lauflänge zu verdanken ist. Es eignet sich aber ebenso für sportliche und männliche bis volkstümliche Modelle, und ist auch eine gute Option für Accessoires, die durch etwas Eigenwilligkeit ein strenges oder unscheinbares Outfit aufwerten sollen. Strukturmuster sollten allerdings nicht zu klein sein, da sie sonst in der Mehrfarbigkeit der kleinen Tweed-Noppen verschwinden.
Die Banderole empfiehlt einen Nadelstärkenbereich von 3,5 bis 4 mm, der einerseits angesichts der Lauflänge und selbst unter Berücksichtigung der Reißwilligkeit etwas zu hochgegriffen scheint. Die hier gezeigten Pröbchen wurden mit NS 3 bis 3,5 gestrickt.
Das fertige Gestrick ist weich und bei weitem nicht so von der Schurwolle-Haptik bestimmt, wie es bei anderen vergleichbaren Produkten der Fall ist. Nach dem Waschen wird es noch gefälliger und fühlt sich angenehm wärmend und leicht an. Langs Donegal ist in erster Linie ein Garn voller Harmonie und daher ein ideales Material für richtige Wohlfühl-Pullover, die der Seele schmeicheln. Dennoch ist es formstabil und wirkt beruhigend zuverlässig und fest. Leider ermöglichen es kleine Musterpröbchen nicht, die Strapazierfähigkeit eines Materials auf lange Sicht zu testen, und so hoffe ich, daß einige Leserinnen uns vielleicht mehr darüber sagen können. Mit Tweed-Garnen anderer Marken habe ich diesbezüglich sehr schlechte Erfahrungen gemacht, kann jedoch nicht beurteilen, ob dies auch auf dieses Garn übertragbar ist. Vielleicht haben einige von Euch Kleidung aus Langs Donegal schon seit längerer Zeit in Gebrauch und könnten hier denjenigen weiterhelfen, die noch unschlüssig sind.
Sehr erfreulich ist die Farbpalette, die quantitativ und qualitativ ideal gestaltet ist - das ist bei Lang alles andere als selbstverständlich und daher besonders erwähnenswert.

Probe 1: Glattrechts

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Probe 2: Muster vom Cowl „Luge“

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Probe 3: Rippen aus Perlmuster und Glattrechts-Streifen

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Probe 4: Lochmuster aus dem Heft Filati Home Ausgabe 50, S. 76, Modell 39

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Probe 5: Muster vom Armonika Cowl

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Probe 6: Ajour-Wellenmuster

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Probe 7: Muster 9 aus den “Alten deutschen Piqué-Mustern”. Die Datei hierzu kann HIER heruntergeladen werden.

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Probe 8: Muster L43 aus den “Alten deutschen Lochmustern”. Die Datei hierzu kann HIER heruntergeladen werden.

Muster 9: Pfeilchen-Muster – allerdings ist diese Probe deutlich kleiner.

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Wie immer lasse ich Euch die Proben auf Wunsch gerne zukommen. Wenn ich Eure Anschrift schon kenne, genügt ein Kommentar. Andernfalls benötige ich eine eMail mit Eurer Adresse.

Meine Meinung:

Die Produkte der Marke fairAlpaka sind zur Zeit in aller Munde, und ich hatte mich schon lange gefragt, ob es an der ethischen Vorstellung allein läge, die mit dem wie ein Versprechen klingenden Wörtchen “fair” einhergeht, oder ob die allgemeine Begeisterung tatsächlich der Produktqualität gilt. So war ich besonders gespannt, als ich sah, daß mein “Wunderpäckchen” ein Knäuel Baby Alpaka enthielt.
Am Knäuel wirkt der Faden äußerst gleichmäßig und kompakt verzwirnt und unterscheidet sich hierin schon sehr deutlich von anderen Alpaka-Produkten, die oft eine eher verwaschene Verzwirnung aufweisen. Dieses Detail wirkt sich auch auf die Qualität aus: Der Faden ist extrem strapazierfähig und läßt sich spurenfrei aufribbeln. Das Material flust zu keinem Zeitpunkt – eine angenehme Ausnahmeerscheinung im Bereich der Alpaka-Garne.
Dementsprechend hochwertig erscheint auch das Maschenbild. Es ist gleichmäßig und weist nicht diese typische zittrige Handschrift auf, die viele an Alpaka nicht mögen.
Die Banderole empfiehlt für die Lauflänge von 100 m/50 g einen Nadelstärkenbereich von 3,5 bis 4,5 mm, über den erst gestritten werden müsste. Die hier gezeigten Pröbchen wurden mit NS 3 mm angefertigt und sind dennoch sehr elastisch und weich - dabei gehöre ich bekanntermaßen zu den Feststrickern.
Das Gestrick ist vertikal und horizontal gleichermaßen elastisch und dennoch formbeständig … und vor allem unerhört weich. Hier bekommt der Begriff “kuschelig” eine ganz neue Dimension. Zu erwähnen wäre allerdings eine kleine Knitteranfälligkeit, die vielleicht für größere Strickprojekte berücksichtigt werden sollte.
fairAlpakas Baby Alpaka ist ein gewissermaßen universelles Garn, das jedem Geschmack und Kleidungsstil, jedem Alter und jedem Muster gerecht werden kann. Im Gegensatz zu den meisten anderen Alpaka-Garnen ist es auch durchaus für Männerkleidung geeignet, denn der Flaum ist optisch nicht so überwältigend präsent, als dass das Gestrick zu weiblich wirken könnte.
Die allgemeine Begeisterung für diese Interpretation der Alpaka-Fasern ist also durchaus nachvollziehbar, und auch der kleine Preis von weniger als 3,00 €/50 g ist ein überzeugendes Argument. Die Farbpalette ist zwar etwas einseitig, allerdings von hoher Qualität. Die folgende Pröbchen wurden in der Farbe NFA29 gestrickt, einem wunderschönen, lagunenhaften Türkis-Ton.

Probe 1: Glattrechts

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Probe 2: Blätterzopf-Muster SCHON ANGEFORDERT!

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Probe 3: Muster L19 aus den “Alten deutschen Lochmustern”. Die Datei hierzu kann HIER heruntergeladen werden.

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Probe 4: Möwenzopf-Muster SCHON ANGEFORDERT!

FairAlpakaBA-04

Probe 5: Muster L21 aus den “Alten deutschen Lochmustern”. Die Datei hierzu kann HIER heruntergeladen werden - allerdings ist diese Probe deutlich kleiner.

FairAlpakaBA-05

Wie immer lasse ich Euch die Proben auf Wunsch gerne zukommen. Wenn ich Eure Anschrift schon kenne, genügt ein Kommentar. Andernfalls benötige ich eine eMail mit Eurer Adresse.

Meine Meinung:

BC Garn Semilla

Wer ein relativ aktives Blog führt, weiß, wie unterschiedlich die Resonanz auf einzelne Artikel, Entscheidungen und Projekte ausfallen kann. Während Lob und Dank meistens in Form von Kommentaren zum Ausdruck gebracht werden, werden Kritik und Vorwürfe in der Regel über eMail mitgeteilt – und dies nicht selten recht unsanft und fordernd, was mitunter zu längeren Briefwechseln führen kann. Mit der Schneckenpost wiederum, die ich ohnehin ganz besonders schätze, erreichen mich immer wieder die schönsten Überraschungen. Mal ist es eine wunderschöne Postkarte, mal ein Brief aus dem Urlaub … oder wie in diesem Fall ein ganz unerwartetes Wollpäckchen, das Material für neue Rezensionen liefern soll. Noch einmal ganz herzlichen Dank an dieser Stelle an die großzügige Leserin.

Eines der Knäuel aus dem, was ich “mein Wunderpäckchen” nennen möchte, ist Semilla von BC Garn. Dieses Garn zu testen, ist aus mehreren Gründen interessant: Zum einen habe ich bisher nur zwei Produkte dieser Marke getestet, zum anderen handelt es sich um ein Garn aus 100% organischer Wolle, das der heutigen Nachfrage nach gesunden und ökologischen Strickmaterialien entgegenkommt.
Semilla, das übrigens neben der hier vorgestellten Lauflänge von 160 m/50 g auch in den Varianten “Extrafino” und “Grosso” erhältlich ist, zeigt schon am Knäuel eine ungewöhnliche Verzwirnung, die neugierig macht. Der Faden besteht aus einer kleinen Kordel, deren Elemente sich wie Perlen bezaubernd und ordentlich aneinanderreihen. Dadurch wird das Material unvorstellbar elastisch: Der Faden läßt sich auf die anderthalbfache Länge ziehen und springt sofort in seine ursprüngliche Form zurück. Durch diese Verzwirnung schimmert das Garn außerdem perlmuttartig, was am fertigen Gestrick noch besser zu sehen ist.
Die Banderole empfiehlt eine nicht nur rechnerisch reichlich abseitige Nadelstärke von 4 bis 4,5 mm - selbst Feststricker werden mit 3,5 mm sehr gut auskommen, und Lockerstricker dürften mit 2,5 mm eher zufrieden sein.
Die kleine Kordel ist angenehm schlüssig, was schnelles und entspanntes Stricken ermöglicht. Das Maschenbild ist als Fläche gleichmäßig, als Masche jedoch granitartig feinkörnig. Das Ribbeln hinterläßt allerdings sehr deutliche Spuren, und der Faden verliert ein wenig von seinem Volumen. Er braucht relativ lange Zeit, um sich wieder zu erholen und seine ursprüngliche Beschaffenheit zurückzuerlangen.
Semilla harmoniert sowohl mit Loch-, Struktur- oder Zopfmustern als auch mit glatten Flächen, ist geschlechtsneutral und entspricht eher einem eher klassischen bis konservativen Geschmack als einem jugendlicheren Modebedürfnis. Es kann sich gediegen und neutral, verträumt und romantisch geben und wird niemals aufdringlich. Der Reiz liegt in den kleinen charmanten Details.
Die Eigenelastizität des Fadens ermöglicht es, Modelle zu strukturieren und zum Beispiel Taillierungen gezielt einzuarbeiten, indem mit Nadelstärke und Mustern variiert wird. Das Garn eignet sich also auch für diejenigen, die Bedenken haben, ihren Konstruktionstalenten zu vertrauen. In dieser Lauflänge ist Semilla ideal für die Zwischenjahreszeit, denn die Haptik ist eher temperaturausgleichend denn warm.
Die Farbpalette ist ausgeglichen und passt gut zu dem konventionellen Charakter des Gestricks. Ich bekam Semilla übrigens in einem warmen Pflaumenton (ob 109). Das Garn ist bei zahlreichen Anbietern für einen Preis zwischen 5,00 und 6,00 Euro/50 g zu kaufen, was angesichts des geringen Verbrauchs und der zuverlässigen Qualität sehr angemessen ist.

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Probe 1: Glattrechts mit 2,5 und 3 mm SCHON ANGEFORDERT!

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Probe 2: Hanois Cowl SCHON ANGEFORDERT!

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Probe 3: Reliefflechtmuster aus Janne Graf: Strickmuster, Rheinfelden: OZ-Verlag, 2003, S. 15.

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Probe 4: Ajour-Streifen aus Janne Graf: Strickmuster, Rheinfelden: OZ-Verlag, 2003, S. 65. SCHON ANGEFORDERT!

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Probe 5: Muster L5 aus den “Alten deutschen Lochmustern”. Die Datei hierzu kann HIER heruntergeladen werden.

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Probe 6: Muster L11 aus den “Alten deutschen Lochmustern”. Die Datei hierzu kann HIER heruntergeladen werden.

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Wie immer lasse ich Euch die Proben auf Wunsch gerne zukommen. Wenn ich Eure Anschrift schon kenne, genügt ein Kommentar. Andernfalls benötige ich eine eMail mit Eurer Adresse.

Meine Meinung:

Finkhof Fuchswolle dünn

Als ich vor einigen Wochen Finkhof Merino dünn vorgestellt hatte, hatte ich zugleich angekündigt, auch die sogenannte Fuchswolle in der gleichen Lauflänge für Euch zu testen. Ich wollte es zeitnah tun, aber leider hat es etwas länger gedauert, da sich einige berufliche Verpflichtungen frecherweise dazwischen geschlichen hatten. Ich bitte also alle um Entschuldigung, die auf diesen Bericht und auf die Pröbchen gewartet haben. Ich weiß, daß einige von Euch mittlerweile deshalb sehr unzufrieden sind, und es tut mir leid. Letztlich habe ich daraus etwas gelernt: Beiträge sollten erst in Aussicht gestellt werden, wenn sie so gut wie fertiggeschrieben sind und nicht schon, bevor die erste Masche angeschlagen ist - so wird niemand enttäuscht.

Am Strang unterscheidet sich die Fuchswolle sehr viel deutlicher vom Merinogarn, als ich es erwartet hätte. Nicht nur die goldene Farbe zeigt einem deutlich, was uns die industriell gefertigten Strickmaterialien manchmal vergessen lassen: Schaf ist nicht gleich Schaf. Auch die Haptik überrascht: Der Strang ist leicht strohig, sehr rustikal, und ich mußte unwillkürlich an altmodisches Paketband denken.
Dieser Eindruck bestätigt sich beim Stricken: Obwohl ich normalerweise eine sehr unempfindliche Haut habe, die mir nie etwas übelnimmt, hinterließ der Faden an meinen Händen deutliche Hautirritationen und ich mußte sogar an den Stellen, an denen der Faden am Finger reibt, zu Pflastern greifen. Ich kann nicht beurteilen, ob dies nur an meiner Stricktechnik liegt - allerdings ist mir das zuvor und danach mit keinem Garn passiert. Auch am gewaschenen fertigen Gestrick fühlen sich die Härchen drahtig an, wobei das Muster hier durchaus von Bedeutung ist: An einigen Pröbchen, bei denen das Muster die Fasern mehr bricht, wird das kratzige Gefühl gemildert; in Glattrechts ist es extrem und gibt alle Vorurteile wieder, die gemeinhin mit dem Begriff “Schurwolle” assoziiert werden.
Auch die Elastizität ist gering, was dem Maschenbild abträglich ist. Dadurch bekommt das Garn einen einseitigen Charakter und vermag es unabhängig von der Musterwahl nicht mehr, aus der definitiv und kompromißlos rustikalen Ecke zu kommen.
Sehr positiv zu bewerten ist die Qualität dieses Materials. Es scheint ganz einfach unbegrenzt strapazierfähig zu sein und läßt sich niemals anmerken, wie arg es traktiert wurde. Die wärmenden Eigenschaften sind sehr ausgeprägt, wenn auch geringfügig weniger als bei Merino dünn, die in dieser Hinsicht konkurrenzlos zu sein scheint. Ist die Fuchswolle kein Komfortgarn, so eignet es sich hervorragend für Wohnaccessoires, die ein ländliches Aussehen unterstützen und dabei besonders langlebig sein sollen.
Damit Ihr beide Produkte unmittelbar vergleichen könnt, habe ich bewußt die gleichen Muster wie im Falle der Merino dünn verwendet.

DER FARBUNTERSCHIED ZUR MERINO DÜNN WIRD NUR UNZUREICHEND WIEDERGEGEBEN: AUF DIESER SEITE IST DIE FARBE GUT ZU SEHEN

Probe 1: Glattrechts

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Probe 2: Muster 42 aus den “Alten deutschen Piqué-Mustern”. Die Datei hierzu kann HIER heruntergeladen werden.

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Probe 3: Muster 6 aus den “Alten deutschen Piqué-Mustern”. Die Datei hierzu kann HIER heruntergeladen werden.

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Probe 4: Muster L8 aus den “Alten deutschen Lochmustern”. Die Datei hierzu kann HIER heruntergeladen werden.

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Probe 5: Krausrechts

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Probe 6: Muster “Pique” der Mlle Riego

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Probe 7: Muster “Square Shawl” der Mlle Riego

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Probe 8: Muster L33 aus den “Alten deutschen Lochmustern”. Die Datei hierzu kann HIER heruntergeladen werden.

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Probe 9: Muster 33 aus den “Alten deutschen Piqué-Mustern”. Die Datei hierzu kann HIER heruntergeladen werden. SCHON ANGEFORDERT!

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Probe 10: Rippenmuster SCHON ANGEFORDERT!

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Wie immer lasse ich Euch die Proben auf Wunsch gerne zukommen. Wenn ich Eure Anschrift schon kenne, genügt ein Kommentar. Andernfalls benötige ich eine eMail mit Eurer Adresse.

Meine Meinung:

Es ist schon lustig. In der Kindheit lernt man einen Begriff, den man dann ein Leben lang benutzt. Man hinterfragt ihn nicht. Warum auch? Bis jemand plötzlich darauf aufmerksam macht, daß es diesen Begriff gar nicht gibt. Und dann?
Meine Leserin Julia fragte neulich nach dem englischen Maschenanschlag, von dem ich immer wieder sage, daß er mit einigen Garnen, vornehmlich Dochtgarnen, nicht immer kompatibel ist. Daß ich es erwähne, wenn ich eine Garnrezension schreibe, hat einen guten Grund: Wenn ich nicht gerade einen provisorischen Anschlag brauche, stricke ich seit über 40 Jahren immer mit diesem Anschlag. Er gelingt jedem, ist elastisch, ohne auszuleiern, sieht schön aus, eignet sich für alle Muster … Warum sollte ich also einen anderen verwenden? Und so bin ich auch davon ausgegangen, daß auch viele von Euch mit diesem sog. englischen Anschlag stricken, und hielt es für angebracht, auf die Garne aufmerksam zu machen, die damit nicht harmonieren.
Als ich aber für Julia nach einem passenden Video suchte, mußte ich zwei Dinge feststellen: Es gibt keinen englischen Anschlag, und der Anschlag, den ich meine, ist im ganzen Internet nicht zu finden. Auf keinem der mehreren tausend Videos auf YouTube, nicht auf Ravelry, nicht in Markentutorials … Nirgends. Er ist schlicht unbekannt. Es ist nicht der italienische, nicht der baltische, nicht der französische, nicht der German Twisted, nicht der Long Tail … Es gibt ihn einfach nicht. Und glaubt mir bitte: Ich habe mir mehrere tausend Videos in allen möglichen Ländern angesehen!
Aus lauter Verzweiflung  – und obwohl ich ein reichlich schlechtes Gewissen hatte, sie damit zu behelligen -, habe ich sogar einen Hilferuf an Tichiro-Tina gesandt. Es gab einen Austausch von Erklärungen, Skizzen und Fotos … Und auch sie hat noch nie davon gehört. Sie meinte, er wäre eine Art German Twisted, aber irgendwie rückwärts.
Nun bin ich also überfragt. Auf den Bildern hier unten zeige ich Euch als Skizze die Ausgangslage: Der Faden wird zweimal um den Daumen gewickelt, die Nadel greift senkrecht zum Körper erst unter die erste Schlaufe, dann unter die zweite, kommt rückwärts Richtung Körper, bevor die Schlaufe rechts gestrickt wird. Dann wird der lange Faden, aus dem die Maschen entstehen, so gezogen, wie die Fotos es zeigen und die Masche fest geschlossen. Nach jeder Masche wird also der lange Faden losgelassen und wieder zweimal um den Daumen gewickelt. Dadurch, daß der Faden bei jeder Masche zweimal um den Daumen gewickelt wird, löst sich die Struktur von Dochtgarnen auf.

Der Faden wird für jede Masche erneut zweimal um den Daumen gewickelt

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Phase 1a

Seltsamer Martinescher Anschlag-Phase1a

Phase 1b

Seltsamer Martinescher Anschlag-Phase1b

Phase 2

Seltsamer Martinescher Anschlag-Phase2

Phase 3

Seltsamer Martinescher Anschlag-Phase3

Fertig

Seltsamer Martinescher Anschlag-fertig

Zealana Artisan TUI

Neben Heron, das ich vor einigen Wochen vorgestellt habe, bietet die Artisan-Reihe der Marke Zealana ein weiteres Einfachgarn, TUI, das allerdings wirklich als Dochtgarn zu bezeichnen ist.
Das kuschelige Knäuel mit traditionell mittiger Banderole gibt schlüssig die Zusammensetzung wieder: Mit 70 % feiner neuseeländischer Merinowolle, 15 % Kaschmir und 15 % Fuchskusu verbinden sich die weichsten Fasern zu einem voluminösen und optisch unkomplizierten, alltagstauglichen Garn. Die Lauflänge von 111 m/100 g kündigt es unmißverständlich an: Es ist ein Garn für die kalten Tage, an denen die vertraute Umarmung des Lieblingsstücks Trost und Geborgenheit spenden soll.
Die Strukturierung extrem weicher Materialien zu einem Dochtgarn ist nicht ohne Tücken: Wie die meisten Garne dieser Art reißt TUI beim englischen Anschlag, und es sollte eine andere Anschlagart vorgezogen werden. Ob TUI sich zum Verschließen der Nähte eignet, sollte vorsorglich geprüft werden. Anzumerken ist auch, daß der Faden das Ribbeln nur bedingt verträgt: Auch wenn die Masche nicht als sichtbare Spur eingeprägt bleibt, wird die Oberfläche deutlich aufgerauht und staubt ein wenig.
Der Faden weist eine etwas ungleichmäßige Dicke und Rundung auf, was ihm einen eher rustikalen Charakter verleiht. Ob dieser auch im Gestrick durchscheinen soll oder nicht, kann der Stricker aber ganz differenziert steuern. TUI wirkt in Glattrechts oder im Rippenmuster in der Tat ursprünglich bis sportlich, kann aber durchaus für jugendliche oder elegante Strickwerke verstärkend eingesetzt werden. Das Strickergebnis ist wiederum unabhängig vom Muster immer im perfekten Gleichgewicht zwischen Weichheit und Elastizität einerseits und Formstabilität und Strukturierbarkeit andererseits.
Das Maschenbild ist unaufgeregt und gemütlich und angesichts des variablen Fadendurchmessers erstaunlich gleichmäßig. TUI gehört hier zu den seltenen Garnen, die mehr halten, als sie zu versprechen scheinen. Durch die ausgewogene Fasermischung überträgt sich dieser Eindruck auch auf das Stricken, das mühelos und belohnend wirkt. TUI ist in der Arbeit und im Ergebnis so etwas wie der “nette Kumpel” für angenehme und überraschungsfreie Abende, an denen man es sich gutgehen lassen will.
TUI ist bei verschiedenen Anbietern in einer Preisspanne zwischen 20,00 und 21,00 €/100 g zu beziehen. Die Farbpalette ist hier zu entdecken.

Der voluminöse Faden

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Probe 1: Glatt rechts SCHON ANGEFORDERT!

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Probe 2: Mauermuster 6 (noch nicht veröffentlicht) SCHON ANGEFORDERT!

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Probe 3: Muster L9 aus den “Alten deutschen Lochmustern”. Die Datei hierzu kann HIER heruntergeladen werden. SCHON ANGEFORDERT!

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Probe 4: Streifen aus 1/1-Rippen und Glattrechts SCHON ANGEFORDERT!

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Probe 5: Röschenmuster SCHON ANGEFORDERT!

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Probe 6: Diagonal Knot Stitch SCHON ANGEFORDERT!

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Probe 7: Pebble Stitch SCHON ANGEFORDERT!

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Wie immer lasse ich Euch die Proben auf Wunsch gerne zukommen. Wenn ich Eure Anschrift schon kenne, genügt ein Kommentar. Andernfalls benötige ich eine eMail mit Eurer Adresse.

Meine Meinung:

Zealana Air Chunky

Wie Air Marle auch, ist Air Chunky eine ungewöhnliche Erscheinung in der Welt der Strickgarne. Ist die Zusammensetzung beider Garne identisch, so haben sie außer dem Namen auf den ersten Blick wenig gemeinsam. Die Chunky-Variante ist übrigens mit 146 m/50 g bei weitem nicht so dick, wie die Bezeichnung es unterstellt. Zum ersten Mal bei einem Produkt der Marke Zealana ist die Nadelstärkenempfehlung nicht uneingeschränkt nachvollziehbar: Ein Bereich von 4 bis 4,5 mm sollte alle Strickgewohnheiten ausreichend abdecken.
Der Faden bildet eine zopfartige Kette, wodurch eine hohe Festigkeit, aber auch eine sehr modulierbare Elastizität gewährleistet werden, ohne daß die Fasern dicht aneinander gedrängt werden müssen. Der Faden ist so flacher und erreicht mehr Dreidimensionalität: Die Eigenbreite und Eigenhöhe des Fadens wirken wie strukturschaffende Elemente. Außerdem können die Fasern durch diese besondere Verzwirnung langgezogen und luftig bleiben, ohne daß die Fadenstabilität dadurch beeinträchtigt wird - auch der englische Anschlag ist problemlos möglich. Gleichzeitig gewinnt das Gestrick an Dicke, und ist doch federleicht.
Ebenso einzigartig wird dadurch das Maschenbild: In glatt rechts etwa scheinen die kleinen Säulen rechter Maschen regelrecht nebeneinander zu schweben. Linke Maschen wiederum bekommen eine muschelartige Struktur, die an kambodschanische Architekturdekorationen erinnert.
Air Chunky ist ideal für alle, die Lochmuster auch plastisch gestalten möchten - was nicht bedeutet, daß es sich für Strukturmuster nicht eignet. Trotz der langen Fasern ist es sehr widerstandsfähig, flust nicht - lediglich beim Ribbeln kann es ein klein wenig stauben, allerdings minimal.
Air Chunky ist ein selbstbewußtes Garn, das als erfrischend edel bezeichnet werden darf. Es muß sich nicht auffallend glamourös geben und zeigt dennoch ohne falsche Bescheidenheit Qualität auf sehr hohem Niveau. Der Preis von 38,50 €/50 g ist der konsequente Ausdruck dieser Positionierung. Air Chunky ist für Strickloft übrigens auch eines der Garne des Jahres.
Air Chunky gibt es im Shop von Lanamania zu kaufen.

Fadenstruktur

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Probe 1: Querstreifen SCHON ANGEFORDERT!

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Probe 2: Blumenkorbmuster SCHON ANGEFORDERT!

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Probe 3: Lacy Prayer Shawl
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Probe 4: Maikäfer-Muster SCHON ANGEFORDERT!

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Probe 5: Wandmuster 3 (noch nicht veröffentlicht) SCHON ANGEFORDERT!

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Probe 6: Lochzopfmuster

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Wie immer lasse ich Euch die Proben auf Wunsch gerne zukommen. Wenn ich Eure Anschrift schon kenne, genügt ein Kommentar. Andernfalls benötige ich eine eMail mit Eurer Adresse.

Meine Meinung:

Zealana Air Marle DK

Zu den vielleicht spannendsten Aspekten des Strickens gehört die Tatsache, daß uns - ganz gleich wie lange wir schon stricken - Materialien immer noch und immer wieder überraschen können und wir immer wieder Fadenstrukturen entdecken, die wir uns nie hätten vorstellen können, die uns verblüffen und faszinieren. Air Marle ist ein solches Garn. Mit einer Mischung aus 40 % Kaschmir, 40 % Fuchskusu und 20 % Maulbeerseide gehört es zur “Luxuria”-Reihe der Marke Zealana. Wie außergewöhnlich es wirklich ist, vermag allerdings kein Etikett wiederzugeben.
Das Knäuel ist optisch besonders schön, fest und vermittelt ein Gefühl weicher Perfektion und bemerkenswerter Qualität. In dem Augenblick, in dem die ersten Zentimeter ausgewickelt werden, offenbart sich aber erst die tatsächliche Einzigartigkeit dieses Garns. Die Haptik des noch ungestrickten Fadens ist mit nichts zu vergleichen: Der Flaum, der optisch wenig dominant ist, ist an der Fadenoberfläche auf sehr plastische Weise spürbar, nicht nur als weiche und leicht biegsame Schicht, wie man es üblicherweise kennt, sondern als perfekt rundes und biskuitartiges Polster, das aus Luft sozusagen eine vierte, greifbare Dimension eröffnet. Daß diese bei weitem nicht nur subjektiv und virtuell, sondern real und meßbar ist, wirkt sich beim Stricken unmittelbar aus: Die Nadeln scheinen auf diesem Luftkissen zu gleiten - die Bezeichnung “Air” erschließt sich sogleich. Dies ermöglicht nicht nur müheloses und sehr schnelles Stricken unabhängig von der Nadelqualität, dieses Gefühl perfekten und schwerelosen, fast traumartigen Gleitens macht regelrecht süchtig: Man kann einfach nicht mehr aufhören, zu stricken.
Selbst bei festem Gestrick bleibt das Luftpolster am fertigen Gestrick als biskuitartige Haptik erhalten. Wärme, Komfort und Luxus finden hier eine beispielhafte Balance.
Die Banderole empfiehlt eine Nadelstärke von 3,5 mm, was sowohl angesichts der rechnerischen Lauflänge von 116 m/50 g als auch angesichts des Fadenverhaltens idealer nicht sein könnte.
Das Maschenbild ist vorbildlich, ruhig, ohne zu konservativ zu sein, und zeigt, welche lebendige Ausgeglichenheit ein Strickmaterial erreichen kann, wenn klug und feinfühlig mit den Anteilen der verschiedenen Fasern gearbeitet wird. Air Marle spielt hier mit einer erstaunlich differenzierten Klaviatur: zwischen luxuriöser Erkennbarkeit und edler Zurückhaltung, seriöser Qualität und unbegrenzter Vielseitigkeit. Air Marle ist nicht zuletzt ein Garn, das sich selbst treu bleibt - hier wäre das perfekte Ribbelverhalten zu erwähnen - und offenbar mühelos zur eigenen Mitte findet. Das Gestrick ist fest, ohne starr zu sein; elastisch, ohne formlos zu werden. Es gelingt diesem Garn auf ganz unnachahmliche Art, Muster zu unterstützen und dabei den eigenen Charakter weder zu verleugnen, noch aufzudrängen, und so ist es ein herausragendes Beispiel dafür, was zeitgemäße Strickgarnentwicklung heute leisten kann und sollte. Allein die Farbpalette ist ein wenig zu bemängeln, da reichlich einseitig.
Der Preis von 38,50 €/50 g ist angesichts der Neu- und Einzigartigkeit des Produkts sicher nicht abwegig, wenn auch sicher nicht für alle Strickerinnen erreichbar. Auf jeden Fall kommt Zealana Air Marle DK in die Liste der Garne des Jahres.
Wie immer ganz herzlichen Dank an dieser Stelle an Lanamania und Frau Pacheco, die uns ermöglichen, unsere Reise durch die Südhalbkugel fortzusetzen.

Der wunderschöne Faden

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Probe 1: Glatt rechts in NS 3 und 3,5 mm SCHON ANGEFORDERT!

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Probe 2: Muster 11 aus den “Alten deutschen Piqué-Mustern”. Die Datei hierzu kann HIER heruntergeladen werden. SCHON ANGEFORDERT!

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Probe 3: Variante des Fir Cone Lace-Musters (mit glatt rechts-Partien statt kraus rechts) SCHON ANGEFORDERT!

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Probe 4: Karo-Muster SCHON ANGEFORDERT!

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Probe 5: Kieselsteinchenmuster (Diese Probe ist allerdings sehr klein.) SCHON ANGEFORDERT!

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Wie immer lasse ich Euch die Proben auf Wunsch gerne zukommen. Wenn ich Eure Anschrift schon kenne, genügt ein Kommentar. Andernfalls benötige ich eine eMail mit Eurer Adresse.

Meine Meinung:

Pascuali Madrid

Madrid kann zweifelsohne als ungewöhnliche Garnentwicklung bezeichnet werden, denn es widerspricht der eigenen Natur in beinahe jeder Hinsicht. Obwohl es sich um ein Einfachgarn handelt, ist es von ganz erstaunlicher Festigkeit und verträgt problemlos sowohl den englischen Anschlag als auch etliche Ribbelvorgänge. Der Faden wirkt am Strang haptisch im ersten Moment etwas rauh und filzig, als würden sich die einzelnen Fädchen ineinander verhaken und eine Art “Grip-Effekt” erzeugen. Wird er aber erst einmal gestrickt, ist das Garn plötzlich weich, beinahe seidig, und  – was für ein Dochtgarn eher ein Ausnahmefall ist  -sogar luxuriös. Das Maschenbild ist in keiner Weise rustikal, wie man es von einem solchen Material erwarten dürfte, sondern edel und elegant, dennoch plastisch, zeitgemäß und humorvoll. Wer am Gestrick ganz besonders die Form der einzelnen Maschen schätzt und als Gestaltungselement verwenden möchte, findet hier den perfekten Partner. Madrid ermöglicht ein Ergebnis “wie im Bilderbuch” und steht der Perfektion des ganz dicken Gestricks, das heutzutage im Handel Furore macht, in keiner Weise nach. Ein solches Maschenbild dient auch dazu, die eigene Liebe zum Strick auf eindrucksvolle Weise und modisch zu demonstrieren. Madrid ließe sich auch ohne weiteres für künstlerische Arbeiten verwenden, bei denen die Schönheit der Masche im Vordergrund stehen soll.
Trotz der geringen Lauflänge von 80 m/200 g sind auch Zöpfe möglich und werden nicht zu dick. Auch wenn Madrid natürlich für gemütliche Jacken und Pullover geeignet ist, wäre es vielleicht zu schade, es für allzu alltägliche Kleidung zu verwenden. Gerade die Eleganz des Maschenbilds, gepaart mit der puristischen Schlichtheit des Einfachfadens, laden dazu ein, es für besondere Stücke einzusetzen, die bewußt in den Vordergrund gestellt werden sollen. Überdimensionale Loops, aber auch elegante Kurz- und Bolerojacken sind nur einige Beispiele. Die Farbpalette aus zum Teil exklusiven Non-Colors und zum Teil klaren, auffälligen Tönen unterstreicht die Appellativ-Wirkung.
Madrid ist das garngewordene Symbol moderner Eleganz und paßt zu dem selbstbewußten Auftreten modischer Accessoires der heutigen Zeit.

Der opulente Faden gibt die Lauflänge wieder.

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Probe 1: Leider weiß ich nicht mehr, woher ich dieses Muster habe …

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Probe 2: Einfache Rippen

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Probe 3: Auch ein Zopf wird nicht zu dick.

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Probe 4: Muster 7 aus den “Alten deutschen Piquémustern”. Die Datei hierzu kann HIER heruntergeladen werden. SCHON ANGEFORDERT!

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Probe 5: Mauermuster Nr. 5 (noch unveröffentlicht)

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Probe 6: Einfache Querstreifen

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Probe 7: Schräge Rippen

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Probe 8: Mauermuster Nr. 8 (noch unveröffentlicht)

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Wie immer lasse ich Euch die Proben auf Wunsch gerne zukommen. Wenn ich Eure Anschrift schon kenne, genügt ein Kommentar. Andernfalls benötige ich eine eMail mit Eurer Adresse.

Meine Meinung:

Pascuali Grosso

Für junge Strickerinnen insbesondere erscheint Schurwolle als ein wenig erstrebenswertes Material, dem der hartnäckige Ruf anhaftet, es sei einfach “uncool”. Mit Grosso beweist die Marke Pascuali ein für allemal das Gegenteil.
Oberflächlich betrachtet besteht Grosso aus einer Kordel aus zwei Dochtgarnfäden. Diese Verzwirnung ist nicht nur optisch ansprechend, sie verleiht dem Garn auch eine sehr hohe Elastizität und zugleich eine zuverlässige Formbeständigkeit. Der Begriff “Schurwolle” ist in der Haptik relativ. Tatsächlich ist Grosso eine moderne und weiche Interpretation, was nicht zuletzt die Arbeit sehr angenehm macht. Die Fadenspannung muß kaum gesteuert werden, das Garn übernimmt sozusagen wie von selbst kleine Ausgleichsaufgaben. Das Maschenbild ist nicht anspruchsvoll, dafür aber unkompliziert und alltagstauglich. Das Gestrick kann jugendlich bis sportlich wirken  – bei Grosso ist hier die Auswahl nicht nur des Musters entscheidend, sondern auch und vor allem der Farben. Die Farbpalette birgt einige sehr interessante Töne, die deutlicher und effizienter als bei anderen Materialien den Charakter des Gestricks bestimmend unterstützen können. Ebenso kann und sollte sogar gezielt mit der Nadelstärke experimentiert werden. Die Verzwirnung ermöglicht es z. B., auch innerhalb eines Strickstücks verschiedene Nadelstärken einzusetzen, um so bewußt mit dem Material zu spielen und eigene Maschenbildsprachen zu erschaffen. Deshalb möchte ich diesmal auch keine Nadelstärkenempfehlung im eigentlichen Sinne aussprechen. Mit Grosso ist diesbezüglich so gut wie alles möglich. Nicht zuletzt deshalb ist dieses Garn auch perfekt für Anfänger, die vielleicht noch auf der Suche nach ihrer persönlichen Strickweise sind und sich daran ausprobieren können.
Grosso ist geschlechts- und altersneutral und kann sowohl für praktische Outdoor-Kleidung als auch für Wohnaccessoires beliebig variiert werden. Schals und Loops können auch in verspielten bis klassischen Ausführungen nach Herzenslust erarbeitet werden. Grosso eignet sich für alles Struktur- und Lochmuster, und auch Zöpfe kommen damit hervorragend heraus. Lediglich in glatt rechts wirkt das Garn vielleicht etwas eintönig und einfallslos. In erster Linie ist Grosso ein sehr modernes Garn. Zu kaufen ist es wie immer im Pascuali-Shop für einen Preis von 7,49  €/100  g.

Hier ist eine besonders hübsche und verspielte Farbvariante zu sehen, die die Fadenstruktur besonders gut hervorhebt.

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Probe 1: Perlmuster

Pascuali-Grosso-01

Probe 2: Lochmusterreihen SCHON ANGEFORDERT!

Pascuali-Grosso-02

Probe 3: Fallmaschenmuster

Pascuali-Grosso-03

Probe 4: Breite Rippen SCHON ANGEFORDERT!

Pascuali-Grosso-04

Probe 5: Kraus links

Pascuali-Grosso-05

Wie immer lasse ich Euch die Proben auf Wunsch gerne zukommen. Wenn ich Eure Anschrift schon kenne, genügt ein Kommentar. Andernfalls benötige ich eine eMail mit Eurer Adresse.

Meine Meinung:

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