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Aus aktuellem Anlaß

Tine von  https://knitslowlybutsteady.wordpress.com/ hat mich darauf aufmerksam gemacht:

http://www.ravelry.com/patterns/library/je-suis-charlie-chart

Danke, liebe Tine

Smaragd

Die smaragdfarbene Stola ist fertig. Es wurden 300 g Wollmeise doppelfädig in Nadelstärke 3,5 mm verstrickt. Mit 1,20 m Länge und 32 cm Breite wirkt sie sehr elegant, was gut zu diesem besonderen Garn paßt. Leider zeigen die Bilder die wunderschöne Farbe sehr unzureichend.
Danke, liebe H., für dieses kostbare Geschenk.
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Auf diesem Bild wird die Farbe am besten dargestellt.

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Fingerübung

So unternehmungslustig und entdeckungsfreudig ich in Bezug auf Muster und Maschentechniken bin, so feige bin ich auch, wenn es darum geht, neue Konstruktionen auszuprobieren. Und so kommt es, daß es drei Dinge gibt, an die ich mich in meinem Strickerleben noch nie gewagt habe.

Hier wären zunächst Socken zu nennen. Allerdings habe ich dafür einen guten Grund. Als ich begann, mich mit dem Stricken zu beschäftigen und dafür zu begeistern, weckte dies in vielen Menschen um mich herum - Nachbarn, Freunden, Verwandten - liebevolle Erinnerungen. Mit wehmütigem und zugleich stolzem Lächeln erzählten sie von ihren Strickjahren, die sie verklärt mit Anekdoten aus ihrer Jugend und der verlorengegangenen guten alten Zeit assoziierten. Diejenigen von ihnen, denen das Stricken besonders schöne und glückliche Stunden beschert hatte und die von gelungenen, immer noch unvergessenen Arbeiten zu berichten hatten, beendeten ihre Erzählungen fast einstimmig mit dem gleichen Satz: “Ich war damals so gut: Ich beherrschte sogar das Sockenstricken. Und sogar die richtig guten mit doppelter, verstärkter Ferse.” Ich weiß zwar nicht einmal genau, was es damit auf sich hat, aber in meinem Kopf setzte sich die Gleichung fest, daß nur die allerbesten Strickerinnen erfolgreich Socken stricken können - und ich versuchte es daher gar nicht erst, denn so gern ich auch stricke, ich bin nicht wirklich talentiert.

Ähnlich verhält es sich mit Babyschühchen. Ich habe mir immer gewünscht, welche verschenken zu können, wenn in meinem Umfeld wieder eine Geburt anstand, aber nie den Mut gehabt, das Projekt umzusetzen, weil es für mich eine Rechnung mit zu vielen Unbekannten ist.
Das erste Problem scheint mir das Garn zu sein. Früher gab es spezielle Babygarne (in rosa, hellblau, weiß oder hellgelb) und man mußte sich keine Gedanken darüber machen, ob sie weich genug, frei von Schadstoffen und Allergenen oder dergleichen waren. Sie waren für die Babyhaut entwickelt und es bedurfte keinerlei Faserkunde, um eine Auswahl zu treffen. Auch die Nadelstärke war klar: 2,5 mm für Normalstricker, 3 mm für Feststricker - so paßten die Modelle aus Babyheften welcher Marke auch immer, die auf dem Markt zu finden waren, offenbar stets einwandfrei. Umrechnungen für eine Konstruktion, die man noch nie gestrickt hat (und vielleicht erst nach dem Stricken wirklich versteht) und mit einem womöglich unpassenden Garn vorzunehmen, ist mir zu unsicher. Andererseits fiel es mir nicht sehr schwer, mich damit abzufinden, denn junge Eltern stehen gestrickten Geschenken gegenüber heutzutage eher skeptisch gegenüber - sei es, weil sie die Überreichung eines selbstgemachten Präsents als Umgehung eines “echten”, da gekauften Geschenks betrachten, sei es, weil sie um die Hautgesundheit ihres Kleinen fürchten, wenn ihnen kein professionelles Etikett versichert, daß das Material geeignet ist.

Was ich bisher ebenfalls noch nie gestrickt hatte, war eine Mütze. Es ist nicht so, daß ich es unbedingt gewollt hätte, denn ich trage keine Mützen, ganz gleich, wie kalt es ist. Sie stehen mir nicht, ich mag sie nicht, sie stören mich, kurzum: Ich kann Mützen nicht ausstehen. Als letztes Jahr meine beste Freundin mit dem Wunsch zu mir kam, ich sollte ihr doch bitte passend zu dem Schal, den ich ihr drei Jahre zuvor geschenkt hatte, eine Mütze stricken, dachte ich zum ersten Mal ernsthaft darüber nach, mich daran zu versuchen. Die entsprechende Farbe war aber vergriffen und es erübrigte sich dann. Gleichzeitig ist es nicht zu leugnen, daß die Winter immer strenger werden, und mein Mann gelangte langsam aber sicher immer mehr zu der Meinung, er könnte so etwas auch gebrauchen. Da keine der im Handel angebotenen Mützen seine Zustimmung fand, lag der Vorschlag allzu nah, ich solle doch eine stricken.
Mir war nicht ganz klar, welche Garne am besten geeignet sein könnten, damit das gute Stück weder zu unelastisch wird noch zu schnell ausleiert, wie man die richtige Größe ermittelt oder wo der Kopfumfang auszumessen ist. Eine erste Suche auf Ravelry brachte mich auch nicht weiter: Zu unterschiedlich waren die verwendeten Materialien, Größen wurden meistens nicht angegeben. Hinzu kam, daß sich mein Mann nicht wirklich für einen Mützentyp entscheiden konnte. Das Projekt wurde also verschoben.
Bis der diesjährige Winter begann und das Thema meteorologisch wieder aktuell wurde. Nun hatte ich aber einen Anhaltspunkt, denn Tina, die nur geringfügig lockerer strickt als ich, hatte für einen Mandanten mit NS 3 mm ein wunderbares Teil gefertigt, daß meinem Mann zufällig und gottlob gefiel. Allerdings war ich noch immer unsicher, ob meine Fertigkeiten ausreichen würden, um etwas Brauchbares zu erzielen, und wollte auf gar keinen Fall Geld für Garn ausgeben, das vielleicht nur verschwendet wäre. Zwei Knäuel Record von Fischer-Wolle waren von einem Pullover und einem vor sehr langen Zeit angefertigten Schal übriggeblieben, und ich beschloß, zunächst mit ihnen zu üben. Und siehe da, es entstand zu meiner eigenen Überraschung tatsächlich eine Mütze … die auch noch paßt. Beim “Fotoshooting” hatte ich den Umschlag etwas ungleichmäßig gefaltet, was ich aber erst auf dem Bild bemerkte. Leider kann ich zur Zeit kein besseres Bild machen, denn die Mütze wird schon getragen …
So wurde aus dem, was nur eine Fingerübung aus Wollresten sein sollte, meine erste Mütze - für nicht einmal 3,- €. Es bleibt abzuwarten, wie sie Winter und Waschgänge übersteht, aber zumindest weiß ich jetzt, daß ich es grundsätzlich kann. Etwas werde ich in Zukunft aber ändern: Ich hatte kein Nadelspiel in der erforderlichen Nadelstärke und habe mit einer Rundstricknadel gearbeitet, was ich ganz sicher nie wieder tun werde … Auf den Geschmack bin ich auf jeden Fall gekommen und nach einer kleinen Investition in ein Nadelspiel wird es nächstes Jahr sicher eine neue und schönere Mütze geben.
Erste Muetze

Ein inspirierendes Geschenk

Von meinen Strickanfängen abgesehen, hatte ich bis vor anderthalb Jahren nie Garngeschenke bekommen. In diesem Jahr jedoch waren es gleich drei liebe Menschen, die mich mit Strängen und Knäueln überraschten. Gesundheitliche Probleme und Sorgen und Verpflichtungen verschiedener Art nahmen mich in den letzten Monaten sehr in Anspruch, und so komme ich leider erst jetzt dazu, diese Geschenke und die Strickstücke, die nach und nach daraus entstehen, vorzustellen. Eines davon war Joan 1, das ich vor kurzem gezeigt habe, nun folgt ein Traum in Smaragd - und damit eine Premiere der besonderen Art, denn ich verstricke zur Zeit “meine erste Wollmeise”. Ich bekam diese 300 g in einem wunderschönen, intensiven und schimmernden Grünton namens Aquarius, und sie verwandeln sich Reihe um Reihe, doppelfädig verarbeitet, in eine - so hoffe ich zumindest - elegante Winterstola. Das Muster stammt übrigens – sozusagen standesgemäß – aus der alten deutschen Lochmustern. Liebe H., DANKE für dieses kostbare Geschenk.
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November. Blei, Kohle, Kobalt, Schlamm und Schichten von schmutzigem Weiß bestimmen den Himmel. Erst am Abend, wenn der Tag sich verabschiedet, leuchten am Horizont blasse Schleier von Orange.
Diese Stimmung habe ich versucht, hier für Euch einzufangen. Die Reihe umfaßt nur 10 Karten – ich bin zur Zeit leider sehr beschäftigt …
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Es weihnachtet im StrickLoft – zumindest was die Grußkarten betrifft. Ich hatte das Glück, wieder zwei Knäuel Panarea von Lang in der Farbe 062 zu bekommen, und kann also heute die ersten Teile der zweiten (und letzten) Grußkarten-Reihe zum Thema Limoger Emaillekunst vorstellen. Einige Sätze dieser Karten werde ich in den kommenden Wochen Tichiro-Tina als Beitrag zu ihrer alljährlichen Verlosungs- und Spendenaktion zukommen lassen. Hier die bisher fertig gewordenen Karten also.
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Neulich bemängelte Heike Wollball in einem Artikel zu ihrem Newbiggin Triangles-Pullover das in der Blogwelt mittlerweile chronisch gewordene Kokettieren mit dem Begriff des “Brettstrickens” und bestätigte damit einen Eindruck, der sich auch mir unangenehm aufgedrängt hatte: Offenbar ist es heutzutage schick geworden, sich als Feststricker zu profilieren – wobei Selbst- und Fremdeinschätzung weit auseinanderliegen können. Ich war über diese Bemerkung von Frau Wollball sehr froh und dankbar, denn sie entsprach ganz und gar meinen Beobachtungen und derzeitigen Überlegungen – und auch ich bin diesbezüglich manchmal etwas genervt - : Wieso ist es so wichtig geworden, als Feststricker zu gelten? Und was ist eigentlich ein Feststricker? Läßt sich der Begriff objektiv definieren?

Die erste Frage ist am einfachsten zu beantworten.
Zum einen hat die Verzerrung von Maschenprobenangaben auf den Banderolen großer – zumindest, was die Verkaufszahlen angeht – Marken dazu geführt, daß viele Strickerinnen einfach nicht mehr wissen, wie sie das eigene Strickverhalten bewerten sollen und diese marketingklugen aber unrealistischen Daten als Maßstab unreflektiert übernehmen. Aus dieser wahnwitzigen Erwartung heraus ergibt sich das Bild, das im Grunde fast jeder “zu fest” strickt.
Ein weiterer Grund für den aufgekommenen Wunsch, sich als Feststricker bezeichnen zu “dürfen”, liegt in der Struktur der Blogwelten. Blogs schaffen Vorbilder und Fangemeinden, die nach dem Muster eines kleinen Hofstaats funktionieren: Bewußt oder unbewußt (mit psychologisch-soziologischen Untersuchungen dieser Art ließen sich ganze Bibliotheken füllen) ergibt sich über kurz oder lang der Wille, dem Beispiel des “Königs” zu folgen oder zumindest nahezukommen: Vielgelesene Blogs – etwa auf den großen Plattformen wie Blogger oder Blogspot, die eine besonders virale Verbreitung ermöglichen, haben nun einmal und ganz unabhängig von der intellektuellen Zusammensetzung ihrer Leserschaft eine erstaunliche meinungsbildende Macht (meistens ganz ohne ihr Zutun und sogar nicht immer freiwillig), die neue Vorstellungen von Erstrebenswertem begründen, auch wenn dies auf der rein textuellen Ebene nie in dieser Form angesprochen wird. Nun, der Mensch ist ja auch nur ein Schaf (mögen wir vielleicht deshalb Wolle so gern?) und möchte nur allzu oft vor allem das, was der “Leithammel” vorlebt. Dies ist eine anthropologisch ganz natürliche Reaktion, die zu allen Zeiten und in allen Gesellschafts- und Kulturformen zu beobachten ist, auch wenn jeder von uns doch schwört, er würde sich als aufgeklärter, mündiger, gebildeter und gefestigter Erwachsener niiiiiiiiemals auf diese Weise beeinflussen lassen.
Schließlich spielt die psychologische Dimension eine Rolle. Aus welchen Gründen auch immer wird das Feststricken mit positiv belegten Charaktereigenschaften assoziiert: Wer feststrickt, soll ordentlich, sorgfältig, seriös und gewissenhaft sein. Natürlich ist diese Verbindung eher in die Kategorie “sind alle Menschen mit Sternzeichen Jungfrau pingelig und alle mit Sternzeichen Wassermann kreativ?” einzuordnen, aber solche Vorurteile halten sich nun einmal hartnäckig und machen das Feststricken offenbar attraktiv.
Diese drei Aspekte sind aus zeitgeschichtlicher Sicht nicht uninteressant: Als ich stricken lernte und auch noch in den 80er Jahren, war das Feststricken genau so ein “Makel” wie das Lockerstricken. Es galt, diese schlechte Angewohnheit loszuwerden, die nur bei blutigen Anfängern einigermaßen entschuldigt wurde. Hier haben sich die Werte also deutlich verschoben, was ein aufschlußreiches Bild dessen vermittelt, was in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung gewonnen oder verloren hat.

Angesichts der Affektiertheit der “Hach-ich-stricke-ja-sooo-fest”-Attitüde, die ich in Verdacht habe, vor allem auf positive Verstärkung zum Wohle des Selbstwertgefühls zu warten, bleibt herauszufinden, ob und wie der Begriff “Feststricken” definiert werden könnte.

Beginnen wir damit, wie er nicht definiert werden kann.
Feststricken läßt sich heutzutage nicht mehr quantifizieren. Ein Vergleich der eigenen Maschenprobe mit Banderolenangaben ist aus den genannten Gründen sinn- und nutzlos geworden, so daß absolute objektive Daten als Grundlage fehlen. Ebenso unzutreffend ist es aber – und hier muß ich Tichiro-Tina entschieden widersprechen -, ein Nadelstärken/Maschenzahl-Verhältnis oder ein Lauflänge/Maschenzahl-Verhältnis als Bezugspunkt nehmen zu wollen. Diese Rechnung ginge im ersten Fall nur dann auf, wenn wir alle immer mit einem ganz bestimmten Garn arbeiten würden. Selbst zwei Merino-Garne gleicher Lauflänge können sich bei gleicher Nadelstärke ganz unterschiedlich verhalten, je nachdem ob ihre Verzwirnung eng-flach oder luftig-rund ausfällt. Ebenso erzielt ein Cablé-Baumwollgarn niemals dieselbe Maschenzahl wie ein Mohair-Garn gleicher Lauflänge, auch wenn sie mit genau demselben Nadelpaar verarbeitet werden. Zu sagen, daß man bei NS 3 mm immer XY Maschen/10 cm erzielt, ist also gar nicht möglich und schwachsinnig.
Feststricken läßt sich aber sehr wohl anhand von symptomatischen Verhaltensmustern definieren, die zugleich auch eine Unterteilung unter den Feststrickern zeigen.
1. Feststricker aus Veranlagung – der echte Feststricker
Der Feststricker aus Veranlagung ist der einzig echte Feststricker und meistens möchte er kein Feststricker sein. Bei ihm ist die Fadenspannung sehr hoch und bleibt unabhängig von Garn und Nadelstärke immer zu hoch. Der Feststricker aus Veranlagung kann nur mit Metallnadeln arbeiten, Bambus- und Plastiknadeln bleiben ein schöner Traum, denn selbst bei einem 150 m/50 g-Garn und NS 4 mm kleben bei jedem anderen Material die Maschen an den Nadeln und lassen sich nicht mehr bewegen. Rundstricknadeln zu verwenden, ist für ihn unbequem bis unmöglich, weil die Maschen nur schwer vom Seil auf die Spitze gleiten, das Zusammenstricken von 3 Maschen auf einmal ist schwierig und schmerzhaft bis unmöglich. Er hat also alles versucht, aber er kann es eben nicht besser.
2. Der Feststricker aus Überzeugung – der rationale Feststricker
Der Feststricker aus Überzeugung strickt eigentlich normal fest, aber er liebt festes und unelastisches Gestrick und wählt Nadelstärke und Fadenspannung dementsprechend, was ihm nicht zuletzt seine guten technischen Strickfertigkeiten und seine Vielseitigkeit ermöglichen.
3. Der Feststricker aus Not – der mogelnde Feststricker
Der Feststricker aus Not kann zwei Motivationen haben, und beide haben mit Mogeln zu tun. Entweder er strickt nicht besonders gut und gleichmäßig und korrigiert die Unzulänglichkeiten seines Maschenbilds durch eine kleinere Nadelstärke, so daß sein Gestrick zwar zu fest, dafür aber schöner wird, oder aber er hat ein Garn gekauft, mit dem sich kein ebenmäßiges Maschenbild erzielen läßt, und geht so lange mit der Nadelstärke herunter, bis er zufrieden ist - auch wenn dies bedeutet, daß das Ergebnis deutlich fester wird, als er es eigentlich gerne hätte.
4. Der Feststricker aus mimetischem Antrieb – der falsche Feststricker
Heike Wollball hat in ihrem Artikel genau den richtigen Punkt getroffen. Viele, die von sich behaupten, sie seien “Brettstricker”, sind es nicht im Geringsten. Ich las vor einiger Zeit - ich weiß leider nicht mehr, in welchem Blog - einen hierfür typischen Kommentar einer Leserin, die offensichtlich in den Augen der Strickgemeinde unbedingt “dazugehören” wollte und meinte, sie sei eine Feststrickerin, denn sie würde immer nur mit NS 2,5 mm oder kleiner stricken. Daß sie vielleicht ausschließlich dünne Garne verarbeitet oder schlichtweg im Gegenteil so locker strickt, daß sie nur mit kleineren Nadelstärken als der Durchschnitt zu einem vergleichbaren Ergebnis kommt, schien in ihren Überlegungen keine Rolle zu spielen.

Ein wenig mehr Objektivität in der Strickblogwelt wäre sehr schön, Heike hat vollkommen recht. Um den Anfang zu machen: Ich bin zwar Feststrickerin aus Veranlagung und kann weder mit Bambus- oder Rundstricknadeln stricken, aber ich bin auch durchaus eine Moglerin, denn mein Maschenbild ist nicht gut genug, um feine Garne bei größeren Nadelstärken zu verarbeiten. Und so bleibe ich nicht ganz freiwillig das, was die Natur aus mir gemacht hat.

Einfach so zum Spaß: hier eine kleine Umfrage für Euch. Ganz anonym, Ihr müsst nur klicken. Bis zu 3 Antworten sind möglich.

Feststricker
Welcher Feststricker seid Ihr?
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  • - 14% ( 27 votes )
  • - 6% ( 11 votes )
  • - 0% ( 0 votes )
  • - 71% ( 140 votes )

Neue Grußkarten-Reihe

Es hat länger gedauert, als ich es beabsichtigt hatte, aber nun sind die nächsten Grußkarten endlich fertig. Der Titel dieser Reihe lautet: Mauern und Wände. Es ging mir darum, Strukturen aus Kalkstein, Beton, Schiefer, Marmor, Granit, Putz wiederzugeben, wie wir sie jeden Tag in unserer Nähe sehen. Die Vorgehensweise ist ähnlich wie bei der ersten Reihe. Verwendet habe ich diesmal Bierpapiere von Gmund, alte Leinwandreste, getöntes Packpapier, und uralte – sie stammen aus dem Anfang der 90er Jahre! – Reste der Papiere Salz, Pfeffer und Stein der Fa. Paper Direct, die mittlerweile keine deutsche Niederlassung mehr hat. Neben zwei kleinen Garnresten aus derselben Zeit, von denen ich nicht einmal mehr die Namen weiß und die ich schon in der Loft-Musterreihe gezeigt hatte, wurden die Garne Cotton Jeans von Rowan (ein Drittel Knäuel war noch von diesem Schal übrig, jetzt also etwa ein Viertel Knäuel), Linda von Wollbutt, Cool Wool Big Melange von Lana Grossa und Linea Pura Organico Print ebenfalls von Lana Grossa verstrickt.

Meine Leserin Karin hatte angeregt, ich solle doch diese Karten verkaufen. Ich gebe zu, ich würde es gerne tun – es ist nur eine Frage der Logistik (mir fehlt der Platz für Verpackungsvorräte in ausreichenden Mengen und ausreichend unterschiedlichen Größen) und der Verpackungs- und Portokosten für die eventuellen Käufer: Sie würden die Karten so verteuern, daß sie vermutlich niemand mehr kaufen würde … Also denke ich weiter darüber nach.

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Kleidung und Wohnaccessoires bieten uns eine fast unendliche Anzahl an spannenden Strickprojekten. Doch ist mit Strick noch viel mehr möglich. Grußkarten etwa sind in vielfacher Hinsicht eine interessante Idee. Sie können einem selbstgestrickten Geschenk beiliegen, können dazu verwendet werden, einer strickbegeisterten Freundin zum Geburtstag zu gratulieren oder gute Besserung zu wünschen. Im Handarbeitsunterricht können sie zum Muttertag angefertigt werden, oder im Rahmen eines Schulbasars für eine Wohltätigkeitsaktion verkauft werden. Außerdem können Wollgeschäfte auf diese Weise neue oder ungewöhnliche Garne preiswert und attraktiv vorstellen.

Es gibt viele Wege, Strickgrußkarten zu gestalten. Wer zum Beispiel gerne mit filigranen Garnen arbeitet, kann eine Passepartout-Karte mit einem schönen Lace-Muster in ein kleines Meisterwerk verwandeln – so wie wir es ja von Stickereien kennen. Ist ein eher nicht ganz so traditioneller Stil gewünscht, kann aber auch auf andere Techniken zurückgegriffen werden. In den kommenden Wochen und Monaten möchte ich hier einige Anregungen und Tips zu diesem Thema geben – von abstrakt bis gegenständlich, von glamourös bis verspielt.

Die erste Reihe, die ich heute zeige, trägt den Titel “Limoger Emaillekunst“.
Für den Kartenhintergrund habe ich zunächst eine Maschenprobe einer weißen Wolle fotografiert und das Bild mit IrfanView und Paint.Net mit verschiedenen Funktionen (Helligkeit, Kontrast, Ölgemäldefilter) so lange verfremdet, bis ich die gewünschte Wirkung erzielt hatte. Das Bild darf schließlich nicht zu dominant sein. Teure Bildbearbeitungsprogramme sind hier nicht notwendig, Freeware-Versionen genügen völlig.
Als Material wählte ich das Aquarellpapier Gerstaecker Block No. 3: Es ist stabil genug, kann aber auch mit einem ganz normalen durchschnittlichen und nicht einmal besonders guten Inkjet-Drucker bedruckt werden und läßt sich perfekt falzen. Der hier gewählte Karton sollte nämlich eine ausreichende Grammatur haben, damit das Gewicht des Strickstücks ausgeglichen wird. Wer die Karte nicht mit Kugelschreiber, sondern mit Füller beschreiben möchte, sollte zusätzlich ein A5-Blatt eines normalen Briefpapiers als Einleger einplanen.
Ergänzende Papiere sind Maulbeerpapier, Bananenpapier, Seidenpapier und verschiedene Naturpapiere der Firma Gmund, von denen es im TextLoft immer Vorräte gibt.
Um dem Thema den erforderlichen Glanz zu verleihen, entschied ich mich für Panarea von Lang in der Farbe 062. Es ist ein glänzendes Effektbändchengarn, das ich vor Jahren gekauft hatte, um es mit einem schwarzen Angora zu verbinden, und von dem seinerzeit ein dreiviertel Knäuel übrigblieb. Kleine Mengenangabe an dieser Stelle: Aus einem Knäuel lassen sich etwa fünfzehn Karten herstellen. Grundsätzlich kann sich jeder etwas glänzende Bändchengarnrest eignen – für eine “Emaille”-Optik sollte es aber einen dezenten Farbverlauf aufweisen. Wichtig ist natürlich, daß Garn- und Papierfarben sich nicht beißen.
Zum Schluß noch ein Rat: Papiere und gestrickte Stückchen sollten mit doppelseitigem Klebeband und nicht mit Klebstoff befestigt werden: Einige Klebstoffe können selbst in kleinsten Mengen die Garnfarbe oder die Farbe besonders empfindlicher Papiere verändern.
Hier also das Ergebnis, Kartenformat B6:

















INFO: Limoger Emaille ist eine auf das Mittelalter zurückgehende Kunst, wobei die Emaillepigmente ausschließlich auf Kupfer aufgetragen werden, so daß ein besonders schillernder Glanz erzielt wird. Während bis zu Beginn der 1980er Jahre eher traditionelle Motive von den Kunsthandwerkern ausgeführt wurden, entwickelte sich diese Technik danach weiter und gibt heute, ähnlich wie die moderne Lackkunst, insbesondere abstrakten Farbführungen Raum.

NACHTRAG am 9. November 2013: Leserin Manuela hat sich inspirieren lassen und selbst Karten gestaltet: HIER könnt Ihr sie entdecken.

Zwei Beiträge auf Tinas Blog haben kürzlich zu einer langen Debatte geführt, die neben dem Vergleich zwischen konservativ-amerikanischem Geschmack und saisonbezogenen deutschen Kioskzeitschriften-Modellen die Gegenüberstellung von kunstfaserhaltigen und kunstfaserfreien Garnen zum Thema hatte. Es war nicht das erste Mal, daß sich eine solche Polemik entwickelte, und Tichiro ist bei weitem nicht das einzige Blog, das sie aufgreift.
Das Schema ist stets das gleiche: Auf einem rhetorisch ziemlich hohen Roß sitzen die Verfechterinnen reiner Naturgarne, die offenbar Wahrheit, Weisheit und guten Geschmack gepachtet haben, und wer auf der anderen Seite Misch- oder Kunstfasergarne verstrickt, steht vor der Wahl, es tunlichst zu verschweigen, sich dafür begründet zu entschuldigen oder aber zu betonen, wie klein der Kunstfaseranteil doch sei. Diese Paarung ist mittlerweile eingeübt: Verächtlicher Snobismus gegen schlechtes Gewissen und Minderwertigkeitsgefühle.

Interessant ist die Tatsache, daß diese Diskussion eine rein deutsche Angelegenheit zu sein scheint. Zumindest ist sie mir bisher nur in deutschsprachigen Blogs begegnet. In anderen Ländern scheint es eher so zu sein, daß jeder einfach strickt, was er mag, ohne daß gleich ein Glaubensbekenntnis oder eine Imagepositionierung daraus werden muß. Dem eigenen Geschmack oder der Farbauswahl scheint andernorts eine wesentlich größere Rolle beizukommen als die Zusammensetzung des Strickmaterials, die meistens nicht einmal sonderlich thematisiert wird. Ich befinde mich in der erfreulichen Lage, genau in der Mitte zwischen beiden Lagern, zwischen hohem Roß und Mauseloch zu stehen. Ich bevorzuge Garne mit hohem Naturfaseranteil, weil sie meiner Haut besser bekommen, aber ich entschuldige mich auch nicht dafür, daß ich schon einmal Garne aus 50 % Kunstfasern verstrickt habe. Ich verstehe also beide Seiten und möchte deshalb hiermit für etwas werben: mehr Stricktoleranz.

In der Tat finde ich es bedauerlich, daß das, was eigentlich für alle schöne und entspannende Freizeitbeschäftigung sein sollte, offenbar immer mehr zu einem sozialen Spannungsfeld wird. Naturgarne sind zweifellos schöner und angenehmer auf der Haut. Aber sie sind nicht nur in der Anschaffung oft teurer, sie sind auch nicht so haltbar. Es müssen also mehr Pullover gestrickt werden, denn jeder einzelne kann nicht so häufig und nicht so lange getragen werden. Und das muß man sich leisten können – genauso wie die hach! so tolle Waschmaschine, mit der auch die luxuriösen Materialien schadenfrei sauber werden, nicht für jeden erschwinglich ist. Was sollen die Menschen tun, die die entsprechenden finanziellen Mittel schlichtweg nicht haben? Sind sie Stricker zweiter Klasse, die kein Recht auf ihr Hobby haben? Sollen sie aufs Stricken verzichten, weil das, was sie tun, per se und trotz aller individuellen technischen Fertigkeiten und Kreativität nicht ernst zu nehmen sein kann, wenn sie nicht mit den “richtigen” Garnen arbeiten? Sicher, das hat keiner gesagt. Trotzdem ärgert mich dieser “Na-ja-solche-muß-es-auch-geben-aber-mit-uns-haben-sie-ja-nicht-wirklich-was-zu-tun”-Unterton, der in vielen Kommentaren mitschwingt – mal verhohlen, mal spöttisch offen. Der Ton macht eben die Musik.
Ich staune auch darüber, daß es gerade die Strickerinnen sind, die sich so weltoffen geben, und die unbegrenzten Möglichkeiten, die das Internet bietet, preisen und zu nutzen behaupten, die nicht in der Lage sind, über den eigenen Tellerrand zu schauen. In Spanien, Italien, Frankreich und Portugal stricken eingefleischte und begabte Strickerinnen nach wie vor (mitunter, weil der amerikanische Garnmarkt auch aus sprachlichen Gründen wenig Beachtung findet, auch wenn wir uns das hier in Deutschland in der zweiten Dekade des 21. Jahrhunderts nicht immer vorstellen können und wollen) mit einheimischen Garnen, die eben oft einen sehr hohen Kunstfaseranteil aufweisen – und niemand muß sich dort deswegen schlecht fühlen oder wird deshalb heruntergeputzt. Wichtiger ist die Qualität des Maschenbilds, die in den Blogs sehr ausführlich kommentiert wird. Wir sollten uns weniger über unsere Garne als über unsere Stricktechnik, unsere Nähte, Abnahmen, Bündchen u.ä. profilieren wollen. Denn ein ausreichend gefülltes Bankkonto macht noch lange keine gute Strickerin. Mir tun manchmal die schönen Garne leid, die gekauft werden, weil sie irgendwelche willkürlich aufgestellten Qualitätsansprüche befriedigen sollen und am Ende nichts an dem unebenmäßigen Ergebnis ändern können, für das sie verschwendet werden.

Wie lächerlich dieser Garnsnobismus ist, zeigte sich vor ein paar Monaten: Obwohl die “Damen auf dem hohen Roß” immer wieder betonen, ein Modell würde nie so schön und würde nie so gut fallen, wenn es aus “Polytier”-Garn gestrickt sei, und man erkenne es auch sofort, haben Leserinnen bei Tina massenweise die Hefte von Bergère de France bestellt, als dies möglich wurde. Es hieß, die Modelle seien besonders originell und geschmackvoll. Ironischerweise bestehen die Garne, aus denen sie entwickelt wurden, aus Mischfasern mit einem sehr hohen “Plastik”-Anteil. Eine kleine Lektion für Garngutmenschen?
Wie dem auch sei. Es ist schon schlimm genug, daß die Wahl eines Strickmaterials nicht mehr eine Geschmacksfrage, sondern eine Glaubensfrage geworden ist. Wir sollten nicht zulassen, daß sie auch noch zu einem sozialen Politikum wird. Nicht zuletzt wirft es ein schlechtes Bild auf die Art von Menschen, die dieses Hobby betreiben, und könnte potentiellen Nachwuchs durchaus abschrecken. Wollen wir, daß Jugendliche, die sich keine so schönen Garne leisten können, der Meinung sind, sie müßten mit dem Stricken gar nicht erst anfangen, denn das, was sie machen, sei nur “nicht ernstzunehmendes Zeug”? Ist es denn das, was wir mit unseren Strickblogs beabsichtigen?

Wohndecke

Als Wohnaccessoire für die konsequent in mexicanrot und creme-beige gehaltene Einrichtung einer Freundin ist diese Decke bestimmt. Die Farbe ist so gewählt, daß sie dem Ton der in Flur und Eßzimmer aufgebrachten Wandtatoos entspricht.
Verstrickt wurden 10 Knäuel Lana Grossa Linea Pura Organico in der Farbe 24 (Anthrazit, was die Biler leider nur bedingt wiedergeben) über 165 Maschen und 363 Reihen (NS 4 mm). Die Decke mißt etwa 1,20 x 1,50 m.
Das Muster ist unendlich einfach und kann ganz gedankenlos gestrickt werden. Weiterer Vorteil: Es ist extrem dehnbar – was hier noch durch das elastische Material unterstützt wird – und auf Vorder- und Rückseite gleichermaßen ansehnlich.
Organico ist ein glattes, absolut mattes und relativ dickes (90 m/50 g) Baumwollgarn und somit ein gesundes und pflegeleichtes Material für den täglichen Gebrauch.



Hier die Rückseite

Traurige Premiere

Im Februar 2011 wurde dieser Pullover fertig.

Es ist mein Lieblingspullover – keiner ist so bequem, so kuschelig, so … Nun ja, es ist eben mein Lieblingspulli.
Als ich ihn heute morgen anzog, stellte ich am rechten Ärmel fest:

Schreiberlinge nutzen zwar auf der Seite der Hand, mit der sie schreiben, den Ärmel naturgemäß mehr ab, aber daß ein solches Loch entsteht, ist mir in all den langen Lebensjahren, in denen ich Pullover trage, wirklich noch nie passiert – erst recht nicht nach gerade mal 2,5 Jahren. Ich weiß nicht so recht, ob ich mehr wütend (was für eine Garnqualität ist das denn?), verwundert (wieso hat sich das nicht angekündigt?) oder traurig (mein Lieblingspulli… Was mache ich nur ohne ihn?) sein soll. Natürlich habe ich die letzte Reste des Garns schon verbraucht, und zu kaufen ist es auch nicht mehr. Allerdings würde es auch nicht viel ändern. Einen geflickten Pulli kann man “draußen” ja nicht mehr anziehen. Doch, ich weiß es: Ich bin traurig. Sehr traurig.

NACHTRAG:Unglaublich, welch liebe Menschen einem manchmal im Internet begegnen! Sine, die hier so lieb kommentiert hatte, hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass es das Garn in meiner Farbe bei der Wollmaus als Restposten gibt. Und sie war sogar so hilfsbereit, sich für mich zu erkundigen (!!!), ob die Farbpartie auch stimmt. Siehe da, es klappt – ich werde den Schaden also zumindest reparieren können. DANKE, LIEBE SINE! Ich bin ganz gerührt und sprachlos!

Die “Akte Sherlock” wird nun geschlossen – und der Fall war zugegebenermaßen zumindest für mich aufgrund meiner bescheidenen Strickkenntnisse nicht ganz einfach zu lösen.

Nachdem die erste Variante des “Müllschluckerkragens“ daran scheiterte, daß Materialdicke, Elastizität und „Brettstricken“ nicht miteinander zu versöhnen waren, versuchte ich es anstatt mit einem doppelten mit einem einfachen Steg, wobei der Maschenanschlag am hinteren Faden der abgeketteten Halsausschnittsmaschen erfolgte. Das Ergebnis war aus mehreren Gründen nicht zufriedenstellend: Zum einen wirkte die Anschlaglinie ungleichmäßig, zum anderen klappte die Blende nach außen, was ich ohnehin befürchtet hatte.
Ich beschloß also, doch auf die Option zurückzugreifen, vor der ich die meisten Bedenken hatte, und die Blende von oben zu stricken, und versuchte, einfach nicht daran zu denken, wie ich sie annähen könnte.
Obwohl ich das Bündchen an Rücken-, Vorderteil und Ärmeln mit NS 4 mm gestrickt hatte, wählte ich für die Halsblende 3,5 mm. So sollte das Gewicht des Pullovers ausgeglichen werden, damit der Ausschnitt nicht zu sehr auseinandergezogen wird. Nach dem Bündchen strickte ich für den Steg zunächst drei Reihen – noch immer in NS 3,5 mm – rechter Maschen, danach in NS 4 mm eine Reihe linker Maschen, die die Naht simulieren sollte, zum Abschluß noch eine Reihe rechter Maschen in einem Kontrastgarn. Ich drehte den Pullover auf links, legte die Reihe linker Maschen so an, daß sie bündig mit der oberen Kante des Halsausschnittes abschloß, und fixierte sie mit Stecknadeln, bevor ich den Stege mit einem andersfarbigen Heftfaden oben und unten befestigte. Das Annähen im Steppstich Masche für Masche war für meine Augen wie erwartet sehr anstrengend – und es wird auch der Grund sein, weshalb ich solche Blenden künftig nicht mehr stricken werde.

An diesem Punkt überlegte ich, wie ich den Steg dazu bringen könnte, sich nach außen zu wölben.
Zunächst versuchte ich, den Raum zwischen Steg und Pullover wie für einen Keder mit Garn zu füllen, um eine halbe Rundung zu erzielen. Es funktionierte in keiner Weise: Es bildete sich zwar eine halbe Wölbung, allerdings nach innen, während die Außenseite des Stegs unbeeindruckt flach blieb. Außerdem wurde der Steg dadurch viel zu hart, und es wäre sehr unbequem geworden, diese dicke harte Naht in Kauf zu nehmen.
Dann versuchte ich, die Reihe der linken Maschen mit der untersten Reihe der Steppstichnaht im Hexenstich zu verbinden, wobei ich einen Abstandshalter, wie man ihn vom Handvernähen von Säumen kennt, verwendete, um eine gleichmäßige Höhe zu erreichen. Dadurch wurde der Steg aber zu flach und zu steif.
Letztlich wurde das Projekt „halbrunder Steg“ aufgegeben. Meinem Mann gefällt die Stelle so, wie sie jetzt ist, also wird sie auch so bleiben.

Insgesamt habe ich 26,5 Knäuel verbraucht.



Obwohl der Pullover im Film von Martin Freeman, also Watson, getragen wird, und Holmes seinerseits ganz sicher noch nie den Müll herausgetragen hat, sollte „mein“ Sherlock einen Müllschluckerkragen bekommen: Einerseits weil mein Mann ihn so schön fand, wie er war, andererseits weil das Gesamtergebnis auf diese Weise professioneller und weniger „selbstgestrickt“ aussehen sollte.
Ich war mir von Anfang an nicht sicher, ob mir das Unterfangen auch gelingen würde, und die kleine zweifelnde Stimme in meinem Hinterkopf sollte recht behalten.

Ich probierte zunächst die Variante von Katharina Buss aus, die mir Rosenherz – noch einmal vielen, vielen herzlichen Dank an dieser Stelle – netterweise in einem Kommentar hatte zukommen lassen. Im Vergleich zu den anderen Möglichkeiten, die ich bis dahin erwogen hatte, schien sie mir aus mehreren Gründen die einfachste zu sein: Ich mußte keine zusätzliche Nadel kaufen, da der vordere und der hintere Steg nacheinander gestrickt werden können, der Anschluß erfolgt ohne Näharbeiten, die Beschreibung klang schlüssig und anfängertauglich.

Der erste Schritt gestaltete sich schwieriger, als ich es erhofft hatte. Daran war nicht die Technik schuld, sondern meine eigenen Unzulänglichkeiten. Die Maschen für den inneren Steg sollen aus dem Querfaden des Maschenanschlags für den äußeren Steg aufgenommen werden … was voraussetzt, daß man ihn sehen kann. Daß ich bei weitem nicht immer den richtigen Faden erwischt hatte, zeigte sich nach dem ersten Versuch daran, daß ich für den hinteren Steg elf Maschen zuviel hatte. Nach einigen Wiederholungen stimmte irgendwann die Maschenzahl, obwohl ich nicht weiß, ob sie wirklich aus dem richtigen Faden kamen und es nicht doch einfach Zufall war.
Danach wurde die Arbeit bedeutend einfacher, doch stellte ich fest, daß ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden war. Auch hier lag es nicht an der Methode, es spielten viele Faktoren eine Rolle. Zunächst ist das Garn an sich eher hart und mit einer Lauflänge von 87 m/50 g relativ dick. Hinzu kommt, daß ich immer eher fest stricke. Zu allem Überfluß habe ich hier trotz der vielen Verzopfungen NS 4 verwendet, damit die Bahnen mit den V-Mustern ungeachtet des Wechselspiels linker und rechter Maschen schön winddicht bleiben. Das Gestrick ist entsprechend brettartig und die Überlagerung von zwei Schichten rechter Maschen auf dem Abkettrand ist zu dick, zu starr, zu steif, zu hart, optisch außerdem flach statt halbrund. Die Übergangsreihe zu dem 2/2-Bündchen, in der die Maschen des vorderen und des hinteren Stegs zusammengestrickt werden, wird dadurch löcherig, da sich das Bündchen nicht zusammenziehen kann, wie an dieser Stelle üblich wäre. Die Stege fühlen sich regelrecht wie harte Wellpappe an, und auch der Tragekomfort ist indiskutabel.

So geht es offensichtlich nicht – und vermutlich wäre die von oben gestrickte und angenähte Variante auch keine befriedigendere Lösung, selbst wenn ich sie sehtechnisch hinbekommen würde, denn die Materialdicke wäre die gleiche.

Ich werde mir also etwas einfallen lassen müssen.
Zur Zeit denke ich darüber nach, nur den vorderen Steg zu stricken, und dann ganz normal im Bündchenmuster zu arbeiten, dabei später auf der Rückseite die letzte Reihe des Stegs anhand eines in der Höhe sehr lockeren und in der Breite sehr dichten Hexenstichs oder mit einer Fallmaschenreihe, deren Höhe ich ausprobieren müßte, zu verbinden, um so den halbrunden, wulstigen Charakter des Stegs auf der Vorderseite „herbeizumogeln“. Die Frage ist allerdings, ob dann nicht die gesamte Blende nach außen klappen würde, was ja nicht Sinn der Übung sein soll. Vielleicht sollte ich überlegen, in diesem Fall für den Steg die Maschen aus dem hinteren Faden des Halsausschnittsrandes aufzunehmen.
Ich grüble also weiter. Bald mehr in der nächsten Folge der Serie „Sherlock“ … demnächst in diesem Theater.

Schon fast wieder aufgeribbelt …

Sherlock I

Es ist eigenartig: Pullover, die ich unbedingt stricken möchte, entdecke ich in den meisten Fällen nicht in Strickheften oder –zeitschriften, sondern im Fernsehen. Plötzlich erscheint mitten in einer seichten Krimiserie eine Figur, die den Pullover trägt, nach dem sich mein Geist gesehnt hatte, ohne es selbst zu wissen. Die Handlung bekomme ich von da an nur noch am Rande mit und verbringe den Rest des Abends damit, einen besseren Blick zu erhaschen, der mir ermöglichen würde, das Muster nachzustricken. Ideal ist es natürlich, wenn der Film aufgenommen wurde: Rücklauffunktion und Standbild sind äußerst hilfreich.
So geschah es vor ein paar Monaten, daß ich in einer Folge der Reihe “Sherlock” – einer sehr intelligenten und kunstvollen Adaption der Sherlock Holmes-Romane, mit der Steven Moffat und Mark Gattis ein unvergleichliches Meisterwerk (mit Benedict Cumberbatch und Martin Freeman in den Hauptrollen) gelungen ist – einen wunderbaren Männerpullover entdeckte, der auch dem Geschmack meines Mannes entsprach. Auf diesem BBC-Video ist er bei Timer 0:25 zu sehen.
Nach etlichen Untersuchungen unserer hauseigenen Aufnahme am Computer stellte ich zunächst fest, daß der Pullover mit einem sehr dicken Garn und zudem locker gestrickt worden ist. An einer bestimmten Einstellung konnte ich abzählen, daß der zentrale Streifen mit dem V-Muster über 11 Maschen gestrickt wurde und der größere Zopf nur 6 Maschen aufweist. Es hätte eine Maschenzahl von 69 Maschen für einen etwas weiter geschnittenen Männerpullover ergeben, was ich mit den Garnen, die ich erwogen hatte, nicht umsetzen konnte. Ich beließ die großen Zöpfe bei 6 Maschen und die kleinen bei 3, strickte die V-Muster-Streifen aber über 19 Maschen. Dies reichte noch immer nicht, um die notwendige Breite zu erreichen, und ich fügte zudem zwei zusätzliche 6er-Zöpfe an den Seiten hinzu. Der Pullover soll schließlich auch über mehrere Schichten Kleidung getragen werden können.
Das verwendete Garn ist Zimba Fix in der Farbe Hellbeige. Für Rücken- und Vorderteil habe ich bereits 20 Knäuel verwendet. Zur Zeit sind die Ärmel in Arbeit, die ich wie immer synchron stricke, und es ist jetzt schon abzusehen, daß ich etwa 27 – 28 Knäuel benötigen werde.
Ein wenig beunruhigt mich die Kragenlösung. Wie mir nette Strickerinnen im Strickforum verrieten, handelt es sich um einen Müllschluckerkragen, und nachdem ich sah, wie er zustandekommt, zweifle ich ein wenig daran, ob sich eine solche Ausführung mit meinen Augen verwirklichen läßt.
Wie in den guten alten Kinozeiten heißt es also: Demnächst in diesem Theater.

Gestrickt mit Nadelstärke 4 mm



Liebe (Strick-)Post

In früheren Jahren habe ich meinen Briefkasten geliebt. Er war immer nett zu mir, und er war insbesondere treu und zuverlässig: Jeden Tag aufs neue – außer an den unter anderem deshalb verhaßten Sonntagen – war er voll, jeden Tag aufs neue brachte er Freude in mein Leben. Er barg jede Menge lange Briefe aus allen möglichen Ländern, bunte Postkarten und gefütterte Umschläge mit allerlei Überraschungen. Er war mein Reisebüro, meine Wärmespendemaschine und mein Sozialleben. Ebenso liebte ich den Briefkasten, der vor dem winzigen, nur wenige Schritte von meiner damaligen Wohnung entfernt gelegenen Postamt stand: Er verband mich mit allen Menschen, die mir etwas bedeuteten, er war der Ausgangspunkt, von dem aus meine Gedanken zu ihnen in aller Welt gefahren, geflogen oder verschifft wurden.
Dinge ändern sich. Das kleine Postamt gibt es nicht mehr, Freundschaften zollten Berufswahl und unterschiedlichen Lebenswegen Tribut und entschliefen. Nach und nach verschwand alles Private aus meinem Briefkasten, behördliche Mitteilungen und paar harmlose Rechnungen teilen sich ab und zu den leer gebliebenen Raum. Für mich gehört dies zu den traurigsten Erfahrungen, die das Alter mit sich bringt.

Vor kurzem jedoch brachte mir der Tag im doppelten Sinne ein Geschenk: In der Post fand sich ein gefütterter handgeschriebener Briefumschlag. Eine meiner treuesten Leserinnen, der hier aufgefallen war, daß ich noch nie ein Isager-Garn in Händen gehabt hatte, überraschte mich – aus einem ganz anderen Grund und Anlass, wie ich erwähnen muß – mit einem ganzen Strang

der auch noch von einem unglaublich lieben Brief begleitet war. Wie sehr mich diese freundschaftlichen Worte, diese wunderbare Geste und dieses unglaublich tolle Geschenk gerührt haben, vermag ich kaum wiederzugeben.

An dieser Stelle aber vorerst ganz, ganz, ganz herzlichen Dank an Dich, (ups, ich hätte es fast verraten … !). Danke.

Das Thema ist … Reiten

Zu den saisonalen Klischees, die insbesondere im Bereich der Mode Jahr für Jahr bemüht werden, gehört die Assoziation Herbst/Reiten. Was das Stricken betrifft, könnte dies ein dankbares Thema werden, denn es ermöglicht die Verwendung einer Vielzahl von Materialien – von den feinsten bis zu den gröbsten Garnen und darüber hinaus.

Der Reitausflug beginnt im Morgengrauen, wenn die ersten Strahlen den Nebel durchbrechen und ein bläuliches Licht auf den Zaun am Eingang des Gehöfts werfen, während sich am Horizont dunkle Wolken in Schichten aufbauen.

Verwendet wurde Langs Mille Colori Big. Das Muster würde zu einem kernigen Herrenpullover oder zu einer bis knapp über die Hüfte reichenden Outdoor-Damenjacke passen.

Neben dem Zaun leuchten bereits trockene, hohe Rispengräser, wilder Hafer und verirrte Hirse, die nur noch vage an den vergangenen Sommer erinnern.


Hierfür wird an den gewünschten Stellen die Nadel entlang einer als Stiel fungierenden Reihenfolge rechter Maschen jeweils zwei bis vier Reihen tiefer eingestochen, der Faden wird herausgeholt und in der nächsten Reihe zusammen mit der jeweils vorigen oder nächsten Masche verstrickt. Alternativ könnte diese Wirkung nachträglich durch Besticken erzielt werden. Garn und Muster würden sich für Kinderkleidung oder zur Auflockerung eines konservativen Twinsets eignen. Gewählt habe ich hier GGHs Baby Alpaka, weil sich ein nicht ganz gleichmäßiges, trotz der großen Lauflänge relativ rustikales Maschenbild erreichen läßt.

Der Stall ist ein Reich aus Holz, in dem Zeit, Pferde, Menschen und Werkzeuge ihre Spuren hinterlassen haben. Es ist rissig, verkerbt, versplittert und gerade deshalb von ganz eigenem Charme.


Es gibt unendlich viele Wege, in Strick die Wirkung von verwittertem oder angegriffenem Holz wiederzugeben. Die zwei hier vorgeschlagenen – quergestrickte rechte Maschen mit unregelmäßigen Einsprengungen von linken Maschen aus Debby Bliss’ Luxury Tweed Aran und lange Maschen aus aufgelösten Umschlägen in Langs Zoom sind nur eine kleine Anregung hierzu.

Heu- und Strohballen sind zu sehen.

Das hier in Fischers Sporty umgesetzte Muster könnte für einen eher kurzen und taillierten Pullover verwendet werden.

An den Boxen hängt Zaumzeug,

das sich durch Schnürzöpfe darstellen läßt.

Allenthalben haben die Pferde im sandigen Boden ihre Spuren hinterlassen.

Sie werden hier in Lana Grossas Elle in der Farbe 008 nachempfunden. Sie könnten für eine Outdoor-Jacke, einen Mantel oder aber für eine gemütliche Wohndecke verwendet werden.

Bronzegrüne oder khakifarbene Steppdecken kommen an Turniertagen unter dem Sattel zum Einsatz.


Für dieses doppelseitige Muster eigenen sich stumpfe und unelastische Garne besonders gut – in diesem konkreten Fall handelt es sich um GGHs Trevira. Schals, aber auch jackenähnliche Schnitte, würden gut mit dem Muster harmonieren, das sowohl längs als auch quer gestrickt variiert werden kann.

Ein Springreitparcours besteht aus vielen unterschiedlichen Hindernissen, die durch ihre jeweilige mehr oder minder transparente Gestaltung für das Pferd eine bestimmte Schwierigkeit darstellen. Auch wenn sie hier an einem Stück vorgestellt werden, könnten sie selbstverständlich einzeln verwendet werden.


Das indische Kreuzmuster ließe sich mit Zöpfen als Ärmel- oder Bordürenverzierung kombinieren. Die Törchen wiederum könnten als “Girlande” zwischen Brust- und Schulterhöhe eines Pullovers mit tiefem V-Ausschnitt eingesetzt werden. Verstrickt wurde hier Langs Merino 70, ein Allzweckgarn also.

Ich wünsche Euch einen sicheren Ritt nach Hause.

Ravelry und ich

Jeder, der strickt, ist bei Ravelry – ich natürlich auch.
Jeder, der strickt, ist von Ravelry begeistert – ich allerdings nicht.
Es ist nicht so, daß ich mich nicht bemühen würde: Ich gebe nicht auf, besuche die Seite alle paar Monate mal wieder, in der Hoffnung, mich auch daran zu erfreuen; ich versuche immer wieder, mich damit anzufreunden. Gelingen wollte es mir bisher nicht, und ich weiß einfach nicht, wieso.
Laßt uns heute also in Gedanken gemeinsam auf Ravelry gehen, und erlebt mit mir das Experiment sozusagen live.

Ravelry bietet die Möglichkeit, die eigenen Garnvorräte und Strickprojekte zu organisieren und zu systematisieren, ohne daß es dafür nötig wäre, eine Datenbank auf dem privaten Computer zu besitzen oder einzurichten. Für professionelle Designer, die bestimmt nicht immer das erforderliche Kleingeld haben, um solche Verwaltungsprogramme zu kaufen oder entwickeln zu lassen, ist es sicherlich sinnvoll und nützlich. Ich stricke aber nur privat, habe keinen Vorrat, bearbeite immer nur ein Projekt auf einmal – sehe darin für mich also keinen Nutzen. Notizen zu meinen fertigen Strickstücken sammle ich in diesem Heft, das auch dann verfügbar ist, wenn kein Computer in der Nähe ist oder ich ihn nicht einschalten möchte. Präsentieren kann ich meine “Werke” in meinem Blog. Wozu sollte ich das an zwei Stellen tun? Selbst wenn ich einen Stash hätte, warum sollte ich ihn auf eine öffentliche Plattform stellen? Es ist für mich ungefähr so nachvollziehbar, wie seine Fotos in die Cloud zu schieben. Warum sollte ich so etwas tun?
Meine Wunschprojekte – auf Ravelry die sogenannte “Queue” – bestehen aus einigen Seiten aus Anleitungsheften und Strickzeitschriften. Mir ist nicht ganz klar, ob die “Queue” auf Ravelry öffentlich sichtbar ist oder nicht, aber wenn ja, sehe ich keinen gesteigerten Sinn darin, allen zu zeigen, was ich vermutlich ohnehin niemals stricken können werde.
Die Abteilung “My Notebook” ist für mich also nicht relevant beziehungsweise ihre Relevanz erschließt sich mir nicht.

Ravelry bietet allerdings sehr viel mehr als das.
Eins der Dinge, die mich wirklich interessieren würden, und von denen ich mir viel versprochen hatte, ist die Suche nach Modellen. Ich klicke also auf den Reiter “Patterns”. Heute möchte ich zum Beispiel eine Anleitung für einen schönen Schal für meine beste Freundin finden. Ich nutze dazu die Suchfunktion “Pattern browser & advanced search”. Natürlich möchte ich sehen, was ich herunterladen kann. Also schränke ich die Suche bei “Has Photo” mit “yes” ein. Ich will nicht häkeln, sondern stricken, und wähle das entsprechende Kästchen aus. Außerdem möchte ich eine kostenlose Anleitung und mache bei “Availibility” ein Kreuzchen bei “free”. Da ein Schal ein Accessoire ist, entscheide ich mich im Menüpunkt “Category” für “Accessories” und klicke mich durch, bis nur noch “Scarf” und “Shawl/Wrap” aktiv sind.
Was mir Ravelry jetzt vorschlägt, ist die erstaunliche Zahl von 249 SEITEN (!) voller Modelle. Ich suche nun nach einer Möglichkeit, mehr Vorschläge pro Seite anzeigen zu lassen, damit ich schneller durchblättern kann, finde vorerst aber keine. Es gibt wohl die Funktion “Liste” oder “kleineres Bildchen”, die aber nichts bringt. Insgesamt sind es also über 9000 Anleitungen, die angesehen werden möchten. Es ist natürlich zu viel, also schränke ich die Suche noch mehr ein. Obwohl ich mich eigentlich nicht so festlegen wollte, werde ich nur nach Schals mit Zopfmustern suchen. Nur, wo zum Kuckuck soll ich die finden? Ich schaue bei “Design Elements”. Und finde alles mögliche, nur kein “Cable”. Unter “Construction” auch nicht. Bei “Fabric Characteristics” werde ich endlich fündig. Übrig sind 801 Modelle auf 23 Seiten. Immer noch zu viel. Ich möchte mich nun auf die von professionellen Designern veröffentlichten Anleitungen beschränken. Das ist ein Problem. Angeboten wird nur die Auswahl “Ravelry Designer”. Nun heißt das nicht sonderlich viel, wie mir scheint, denn offenbar kann so ziemlich jeder, der Anleitungen verkaufen möchte, sich als “Designer” anmelden. Amateure wie ich, die nebenbei Anleitungen schreiben, sind also im selben Topf zu finden, wie Menschen wie Jerod Flood, die hauptberuflich von ihren Strickkünsten leben. Es ist wenig hilfreich, aber ich beuge mich. Bleiben nun 610 Treffer, die ich durchsehen müßte. Ich beginne mich zu fragen, welche unwahrscheinliche Zahl ich als Antwort bekommen hätte, wenn ich die nicht kostenfreien Anleitungen dazugenommen hätte. Die reinste Zeitvernichtungsmaschine!
Das Projekt “Schal” gebe ich vorerst auf und ich beschließe, nach Modellen zu sehen, die sicher nicht so zahlreich vertreten sind. Für meine schwangere Nachbarin möchte ich eine Babydecke stricken. Ich lösche also alle Kriterien meiner bisherigen Suche bis auf “Free” und suche nun nach “Baby Blanket”. Vorgeschlagen werden mir 2965 Anleitungen. Ist das ein Scherz? Ich blättere bereitwillig die ersten acht Seiten durch, finde Dinge sehr unterschiedlicher Qualität, kann ab Seite 9 schon längst keine Babydecken mehr sehen, denn das Auge ist so gesättigt, wie die Nase nach dem Ausprobieren zwanzig verschiedener Düfte in einer Parfümerie. Um etwas zu finden, was ich geschmacklich als passabel ansehen würde, müßte ich vermutlich alle 83 Seiten ansehen. Tut mir leid, ich habe meine Zeit nicht gestohlen.

Vielleicht ist Ravelry aber hilfreicher, wenn ich nach einem Garn suchen möchte?
Ich möchte ein Leinengarn finden und klicke also auf “Linen”. Und erziele damit 1247 Treffer. Ich würde sie gern danach einschränken, ob sie in Deutschland oder zumindest in der EU erhältlich sind oder nicht. Entweder, ich bin zu dumm, diese Funktion zu finden, oder diese Möglichkeit ist gar nicht gegeben. Schade. Wie könnte ich zu einem überschaubareren Ergebnis kommen? Ich kann die amerikanische Nadelstärke auswählen. Was soll das bringen, wenn die meisten Hersteller heutzutage auf der Banderole Fantasiewerte eintragen? Keine gute Idee. Also versuche ich nach Lauflängen zu suchen. Zur Hilfe nehme ich Tinas wunderbare Beschreibung des “Standard Yarn Weight System”. Im Gegensatz zu Tina finde ich dieses System aber nicht sonderlich sinnvoll oder praktisch und schon gar nicht zuverlässiger als unseres: Wie soll ich den wissen, ob das Garn, das ich suche, 24 Maschen/10 cm haben soll, wenn die dafür benutzte Maschenprobe vielleicht viel lockerer ist, als ich sie stricken würde? Eindeutig finde ich das ganz und gar nicht. Eigentlich möchte ich ein Leinengarn oder Leinenmischgarn mit einer Lauflänge von 100 bis 130 m/50 g. Mittlerweile bin ich ein bißchen genervt und kreuze aus lauter Verzweiflung “Fingering”, “Sport”, “DK” und “Worsted” an. Irgendwas davon wird es schon sein. 26 Seiten werden mir angeboten. Ich merke aber, daß auch Garne erscheinen, die nicht mehr auf dem Markt sind. Das ist meine Schuld: Ich habe vergessen, bei “Discontinued” auf “No” zu klicken. Mein Fehler. Es bleiben jetzt 560 Ergebnisse. Lauter Marken, die ich nicht kenne, sind dabei. Ein paar suche ich stichprobenartig in der üblichen Suchmaschine. USA, USA, USA, UK, USA … Na toll. Obwohl ich gerne alle Leinenmischgarne sehen wollte, zeige ich mich kompromißbereit und lasse nur noch Garne aus 100 % Leinen anzeigen. Schon besser, drei Seiten sind übrig. Von den 36 Produkten auf der ersten Seite finde ich ein Garn von Lana Grossa und eins von Rowan. Alle anderen Marken sind mir unbekannt, ich kann ihre Qualität nicht einschätzen, müßte jede einzelne recherchieren, um herauszufinden, wo und wie sie in Deutschland lieferbar sind, und ob andere Strickerinnen mit dem jeweiligen Produkt gute Erfahrungen gemacht haben oder nicht … Zeitvernichtungsmaschine Nummer zwei. Nein danke, ohne mich.

Also gut, nächste Funktion. Der Reiter “Groups” ist dran. Mein Englisch ist dürftig, also möchte ich nicht in dieser Sprache posten oder kommentieren, die ich zu schlecht beherrsche. Ich suche mit “Browse by Locations” nach deutschsprachigen Gruppen. “Germany” ist mit 341 Gruppen vertreten. Schon wieder eine utopische Zahl, um sich alles anzusehen. Dabei sind Österreich und die Schweiz nicht einmal inbegriffen, denn nach Sprachräumen kann man nicht suchen, nur nach Ländern! Wie lästig. Es gibt alles Mögliche. Ein Wollmeisenliebhaber bin ich nicht, Färben und Spinnen tue ich nicht. Also auf zum “Deutschen Stricktreff”, der mir am allgemeinsten erscheint. Ich sehe hier etwas, was wie ein schlecht organisiertes und schlecht strukturiertes Forum aussieht, in dem Einträge wahllos chronologisch geordnet sind. Offenbar ist es eine Art “Posts-Wühltisch”. Ich wühle aber nicht gern, dazu fehlt mir die Geduld.

Mittlerweile habe ich vier Stunden verschwendet, die ich produktiver bei tatsächlichem Stricken, einem guten Buch oder beim Malen hätte verbringen können. Gefunden habe ich nichts.

Und nun? Ravelry ist offenbar nichts für mich.
Mache ich etwas falsch? Stelle ich mich einfach nur dumm an? Wenn so viele es mögen, muß doch IRGENDETWAS daran sein. Aber was?
Und da ich es sicher in ein paar Monaten wieder ausprobieren werde, gebe ich die Frage an Euch weiter.

Das Thema ist … Meer

Es ist Sommer – und somit Zeit für einen Strandurlaub.

Aber Strände gibt es viele.

Wer sich für die Küsten der Nordsee entscheidet, findet im Sand die Spuren der Gezeiten, die feine Linien und Furchen neben breiteren Wölbungen bilden. Das in Rowans Cotton Jeans entstandene Muster könnte auch in einem feineren Garn ausgeführt werden und entweder als Mustersatz in der Höhe wiederholt werden oder (es wäre meine Wahl) als unteres Drittel eines eher lässigen, oben glatt rechts gestrickten Pullovers dienen.

Bei Ebbe sind im feuchten Sand die Stellen sichtbar, an denen sich kleine Krebse und Würmer eingegraben haben. Sie hinterlassen typische kleine verschlungen-krümelige Sandhäufchen.

Das zu erwartende blau-weiß-gestreiften Seemansshirt habe ich bewußt weggelassen. Doch ein Gemeinplatz zu diesem Thema darf natürlich nicht fehlen: Wellen. Es gibt unzählige Möglichkeiten, sie in Strick darzustellen. Ich zeige hier eine Fallmaschenvariante, für die ich übrigens ein ganz billiges Topflappengarn verwendet habe. Eine dünnere Qualität würde erheblich entspannter wirken.

An den Atlantik-Küsten Europas finden Muschelsammler alles, was ihr Herz begehrt. Häkelmuster würden hier eine besonders große Vielfalt bieten, aber es war mir wichtig, zu zeigen, daß auch Strick eine entsprechende Umsetzung ermöglicht. Die Interpretation der Cornelia Mee ist nur einer von vielen Ansätzen. Eine andere Spielart wäre, auf einem sehr locker glatt rechts gestrickten Hintergrund entweder Ton-in-Ton oder weiß auf blau oder türkis Applikationen aus sehr fest gestrickten Jakobsmuscheln zu arbeiten. Für Kinderkleidung oder Strandtaschen könnte die gesamte Fläche genutzt werden, oder dezenter eine Jackentasche oder ein einziger Ärmel.

Konservativer und weniger verspielt wäre eine mittige Bahn (bei einem Pullover wahlweise nur vorne oder vorne und hinten, bei einer Jacke nur hinten oder an den Ärmeln) aus Muscheln.

Beide Muschelmuster sind hier in Lana Grossa Merino Big Superfein in der Farbe Puder zu sehen.

Wer es wärmer mag, entschwindet in die Südsee. Der Sand ist weicher, weißer, und am Rande der Wellen sind Fußspuren zu sehen, die auch als Weg von Ärmel zu Ärmel und in beliebiger Größe variiert werden können. Jedes matte Material in passender Farbe wäre hier geeignet.

Der Strand ist von Kokospalmen umrandet, deren Stämme wunderschöne Strukturen zeigen – hier aus einer Abfolgen von 1/1-Rippen und Fallmaschen in Langs Zoom.

Zwischen zwei Palmen baumelt eine Hängematte, die ich aus Online Sico in der Farbe Cognac mit NS 6 gestrickt habe. Auch hier wäre ein gehäkeltes Filetmuster die selbstverständlichere Lösung gewesen, aber ich wollte wie gesagt alle Muster stricken können. Dieses Muster ist vielseitiger, als auf den ersten Blick scheinen mag. Es kann auf einem strahlend weißen Hintergrund fischernetzartig appliziert werden, oder in Form von Trompeten- oder Schlauchärmeln mit einer Lacemuster- oder geschlossenen Strickfläche aus demselben Material verarbeitet werden. Ideal sind stumpfe, ganz und gar unelastische Garne

Wem die Hängematte zu sehr schaukelt oder wer näher am Wasser sitzen möchte, braucht eine Strandmatte aus geflochtenem Bast. Ein stumpfes Baumwollgarn (hier aus Junghans-Wolle Bamboo-Cotton) leistet hier gute Dienste. Das Muster eignet sich für Kinderkleidung, konservative Jäckchen oder ärmellose Oberteile gleichermaßen – oder auch für Strandtaschen oder Wohnaccessoires.

Stundenlang kann man auf das Meer schauen. In der Ferne kräuselt sich erst ein leichter schmaler weißer Faden, der sich in luftiger Gischt am Strand ergießt. Gestrickt habe ich die schäumende Pracht aus Lana Grossa Linea Pura Organico in weiß.

Das wunderbare Wasser lädt nun zu einem Segeltörn ein. Ein Muster aus Seemannsknoten in einem weißen, sehr dicken Baumwollgarn vervollkommnet das Ferienerlebnis.

Ich wünsche Euch eine schöne Reise.

Den Einführungstext zu dieser Artikelreihe findet Ihr hier.

In ihrer ursprünglichsten Form sind die New Yorker Lofts verlassene und zweckentfremdete Fabriketagen, die in ihrem ursprünglichen Zustand belassen wurden und so insbesondere als Wohn- und Arbeitsraum an Künstler und Kreative vermietet wurden.
Aus architektonischer Sicht typisch sind daher zusammenfassend und vereinfachend ausgedrückt die weiträumigen, hohen, ungeteilten Flächen, die unverwechselbare Optik ihrer Mauern und ein nicht selten, aus europäischer Sicht recht eigentümlichen Zugang über mehr oder minder zuverlässig arbeitenden Lastenaufzüge – so das Stereotyp.

Die Auswahl der Strickmaterialien, Muster, Farben und Schnitte sollte sich also auch an diesen wenn auch sehr pauschalen und verallgemeinernden Merkmalen orientieren.
Naturbelassenheit und Verwahrlosung lassen sich nicht mit übermäßig flauschigen, oder glänzenden, weichen Garnen darstellen. Es sollte eher auf leicht rauhe, wenig elastische, stumpfe Garne zurückgegriffen werden, die in der Lage sind, eine nüchterne Atmosphäre entstehen zu lassen und Texturen wie Stein oder Holz wiederzugeben. Dicke Baumwolle und matte Bändchengarne eignen sich besonders gut hierzu. Die Liste der passenden Materialien ist natürlich sehr viel länger, als ich es hier zeigen kann. Aus praktischen Gründen habe ich mich auf Garne beschränkt, die ich in den letzten drei Jahren verstrickt habe – nicht zuletzt um zu zeigen, wie naheliegend einige Kombinationen sein können.
Hier also meine Musterauswahl zunächst im Überblick.

Der Zugang zum Loft erfolgt in der Regel über einen umfunktionierten Lastenaufzug, dessen Tür zugleich als “Wohnungstür” fungiert. Diese Tür gibt es in verschiedenen Ausführungen. Der häufigste Typ ist eher leichterer Bauart und gleicht einer Mischung aus Obstkiste und Lattenzaun. Hier wurde er aus Debbie BlissLuxury Tweed Aran umgesetzt, das ich im Februar 2011 für einen leichten Pullover verstrickt hatte.

Dieses Muster könnte durchgängig im wiederholten Mustersatz für die Ärmel eines schlichten Pullovers mit großzügigem Halbrundhalsausschnitt verwendet werden – wahlweise mit einer Wiederholung mittig vorne als schmale Bahn.

Eine andere Variante der Lastenaufzugstür ist massiver, aus dunklerem, oft speckig gewordenem Holz mit groben Querbalken. Hierfür habe ich mit Lang YarnsPanarea in der Farbe 068 gearbeitet.

Für kurze Jacken im Jackie Kennedy-Stil mit zwei an Taille und Schulter aufgesetzten Riemen würde sich das Muster gut eignen.

Die Wände eines Lofts – und damit sein bekanntestes, zum Klischee gewordenes Merkmal – sind Mauern aus verschiedenen, mal mehr, mal weniger gut erhaltenen Materialien.
Die häufigste Variante ist die Ziegelsteinmauer. Hier wurden Debbie BlissLuxury Tweed Aran mit Fischer-Wolle (bekannt aus den Mustern der Mlle Riego und der Mrs. Mee) kombiniert. Die andere Möglichkeit wäre, das dünnere Garn durch ein gleich starkes zu ersetzen, und die Reliefwirkung durch Einbeziehung eines Zwischentons an der unteren Seite des jeweiligen roten Rechtecks (über eine Reihe) und an der rechten Seite (über eine Masche) zu erzielen.

Das Muster könnte ich mir bei Verwendung eines eleganten Garns als Bordüre einer kostümähnlichen Jacke in Doris Day-Manier vorstellen – sowohl an der unteren Seite als auch an den Ärmeln – oder als Rückenpaneel eines verspielten Pullovers in hellerem Grau.

Die zweite Variante ist die des rissigen Putzes. Mit einem Effektgarn, das mit kleiner Nadelstärke glatt rechts verstrickt wird, läßt sich durch das unregelmäßige Einbringen kleiner Reihenteile oder Reihenteilgruppen aus linken Maschen die gewünschte Oberflächenstruktur erzielen.


Ein solches Muster ließe sich beliebig einsetzen: überdimensionierte Pullover, wie sie im Strickloft oft entstehen, Carree-Jäckchen, extravagante Boleros – oder auch mit anderen Techniken gemischt als Blickfang auf weißem, schwarzem oder hellgrauem Hintergrund.

In neueren Lofts ist auch die Betonsteinmauer oft anzutreffen.


Die Wirkung dieses Musters auf linken Hebemaschen auf glattrechtem Untergrund ist bei dem Loft-Loop zu sehen.

Was einmal aus der Not entstand, ist längst zu einem mitunter bewußt und künstlich herbeigeführten Wohnstil geworden. Wo keine entsprechende Wandfläche zur Verfügung steht, wird sie durch das Einsetzen hervortretender Steine und Teilverputzungen aus dem Nichts erschaffen und gilt nicht nur bei den gehobenen Kreativen als chic. Wie das vorige Muster wurde auch dieses mit RowanCotton Jeans gestrickt. In eine glatt rechts gestrickte Fläche werden Kleckse aus glatt links-Maschen oder Perlmuster gestreut, die bröckelndem Putz nachempfunden sind. Hervortretende Steine werden durch in Länge und Stärke variierende Biesen dargestellt.


Die Verwendungsmöglichkeiten sind unbegrenzt und können auch auf Wohnaccesoires ausgedehnt werden. Asymmetrische Jacken im überdimensionierten Schnitt wären ein Beispiel unter vielen.

Ein ebenfalls beliebtes Loftmaterial ist Kork. Hier die gestrickte Variante (leider ist die Banderole zu diesem Effektgarn verlorengegangen) – einmal als Baumaterial, einmal als Pinwand …

Daß es mir, die ich nun keinerlei Designausbildung habe und nicht einmal eine wirklich gute Strickerin bin, so leicht fällt, zu einem festgelegten – in diesem konkreten Fall sogar recht abstrakten – Thema Strickideen zu entwickeln, wirft für mich umso mehr die Frage auf, wieso oft wenig Zusammenhang zwischen Themenheften und Strickmodellen zu erkennen sind. Und damit Ihr seht, wie vielfältig die Bereiche sein können, die man mit Strick umsetzen kann, wird diese Reihe in losem Rhythmus hier weitergehen. Die Regelmäßigkeit dieser Beiträge wird ein wenig von den altbekannten Faktoren “Zeit” und “Geld” abhängig sein, aber grundsätzlich möchte ich versuchen, so unterschiedliche Themen wie möglich vorzustellen.

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