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Die beiden ersten Neuigkeiten in diesen Tagen betreffen das Stricken: Herr Görge von Trendgarne wird uns wieder einige ONline-Garne zukommen lassen, die ich für Euch rezensieren darf. Es wird also wieder Pröbchen für Euch geben.
Außerdem wurde ich von dem englischen Hersteller Blacker Yarns angesprochen und hoffe sehr, daß es zu einer Zusammenarbeit kommen kann.

Vor wenigen Tagen ist zudem mein neues Blog online gegangen. Es ist ein Blog … übers Bloggen!
Ich werde immer wieder gefragt, wie man eigentlich „richtig“ blogge und was man gegen Blogfrust machen könne, woran es denn liege, dass einem manchmal nichts einfalle, usw. Ich versuche nun also, diese Fragen zu beantworten und Anfängern ein wenig von meiner mittlerweile langjährigen Blogerfahrung zu vermitteln.
Es geht mir dabei aber auch um mehr: Ich möchte Menschen aller Alterstufen, die das Bloggen vielleicht noch nicht für sich selbst in Erwägung gezogen haben, dafür begeistern und ihnen aufzeigen, welche wunderbare Möglichkeiten das Bloggen bieten kann. Vielleicht betrifft es auch einige von Euch, die kein Strickblog haben und darüber nachdenken, ob und wie sie eines starten sollen?
Die Artikel sind oft kurz und sollen nicht zuletzt als Anregung und Denkstütze dienen.
Das Blog heißt „DER BLOGBLOCK – Eine Sammlung von Notizen und Tipps für Bloganfänger und Blogfrustrierte“.
Und ja, ich gebe es zu: Ich würde mich wirklich sehr freuen, wenn Ihr den Link zu diesem neuen Blog auch an Bekannte und Freunde senden würdet. Dieses Blog ist ein Projekt, das mir am Herzen liegt, und das ich mit möglichst vielen Lesern teilen möchte. Dafür danke ich Euch jetzt schon.
Zu sehen auf: http://www.der-blogblock.textloft.de/

Zwei weitere Blogs stehen auch noch an und sollen in diesem Winter eröffnet werden. Dazu später mehr.
Vorerst freue ich mich richtig darauf, nach langer Zeit wieder ein wenig zu stricken und mich mit Euch über neue Garne auszutauschen.

STECKBRIEF
Nina Schweisgut
Das geniale Schnellstricker-Buch
40 schöne Ideen für Dich und Dein Zuhause
2014 beim blv-Verlag erschienen
Hardcover, 144 Seiten, 70 farbige Abbildungen, 40 Illustrationen
ISBN: 978-3-8354-1288-0
Preis in Deutschland: 16,99 € [Österreich 17,50 €, Schweiz CHF 21,90]

DIE IDEE
Wer kennt das nicht? Man hat ein freies Wochenende, gerade Lust, zu stricken, aber keine Zeit für ein umfangreiches Projekt. Oder man braucht auf die Schnelle ein Strickgeschenk. Was könnte man da stricken, das schnell fertig, nützlich und hübsch ist?
Solche Ideen für die kleine Strickpause zwischendurch verspricht „Das geniale Schnellstricker-Buch“.

DAS BUCH
Tatsächlich handelt es sich um ein Buch, das in erster Linie jugendliche Strickanfänger interessieren dürfte.

Die ersten 35 Seiten stellen in Bild und Text auf übersichtlichem Raum die wichtigsten Strickgrundtechniken zusammen: Maschenanschlag, rechte und linke Maschen, Hin- und Rückreihen, verschränkte Maschen, Randmaschen, verkürzte Reihen, Ab- und Zunahmen, Umschläge, Fadenwechsel, Abketten, Maschenproben und Nähte, und sogar kleine Pannenhilfen werden in knapper Form auf je einer Seite erklärt. Fotos unterstützen den Text – wobei sie vielleicht manchmal ein wenig zu klein sind, um wirklich der Veranschaulichung zu dienen. Letztlich sollen sie dem absoluten Anfänger lediglich als Verständnishilfe für den Text dienen und nicht diesen ersetzen.
Dieser Textteil sollte nicht als Kompendium betrachtet werden, sondern als Starthilfe für Menschen, die noch nie gestrickt haben.

Die 40 Strickideen sind dann in zwei Teile gegliedert: „My Style“ und „My Life“.
Als sehr positiv zu bewerten ist die Tatsache, dass das Buch künftigen und jungen Strickerinnen zeigt, dass Strick wirklich alles kann, dass in Strick alles möglich ist: Kleidung von Kopf bis Fuß – im wörtlichsten Sinn, denn von Stirnband über Beanies, Jacken, Pullover, Schals, Capes, Cowls, Stulpen und Handschuhe … bis hin zu Socken und Hausschuhen ist im Kapitel „My Style“ alles dabei. Auch Mode-Schmuck, Haarschleifen, Taschen und (in „My Life“) Wohnaccessoires vom Wohnzimmer über Küche, Schlafzimmer und Garten bis ins Bad fehlen nicht. In dieser Hinsicht ist es pädagogisch sehr gelungen, denn es wird junge Menschen motivieren, auf der Grundlage der gezeigten Modelle eigene Ideen zu entwickeln und eigene Experimente durchzuführen.
Ein ebenfalls sehr lobenswerter Aspekt dieses Buchs ist, dass es deutlich macht, dass Stricken nicht bei Wolle aufhört und auch sehr moderne Auslegungen der Maschen möglich sind. Die verwendeten Materialien beziehen mehrere Qualitäten von Schurwollen, luxuriöse bis preiswerte Faser-Mischungen und Baumwollmaterialien, aber auch Natur-Bast ein.
Trendiger Grobstrick ist genau so ein Thema wie sehr filigrane Garne, Modelle mit Öko-Touch genauso wie elegantere und modische Ideen.
Die gewählten Modelle sind alle sehr einfach strukturiert und dürften also selbst bei sehr ungeübten und sehr jungen Strickerinnen zu einem belohnenden Erfolgserlebnis führen – sozusagen „mit Geling-Garantie“.

Der Aufbau der Anleitung ist immer gleich.
Die linke Spalte zeigt unter der Überschrift „Auf einen Blick“ die Größen und Abmessungen des Modells, das verwendete Material und gibt die Maschenprobe an. Unter „An die Nadeln, fertig, los“ befindet sich der Anleitungstext, der immer so knapp und übersichtlich wie möglich gehalten wird. Verweise auf Techniken, die im ersten Buchteil dargestellt wurden, werden peinlich genau in Klammern angegeben, so dass nicht gesucht werden muss, wo denn nun bloß man den entsprechenden Lehrgang gesehen hatte. Auch dahingehend spricht das Buch sicher vor allem junge Strickerinnen an. Schnittzeichnungen sind auch enthalten.
In der unteren linken Spalte befinden sich oft Tipps, die gerade die Schwierigkeiten berücksichtigen, die junge Strickanfänger haben könnten.
Modelle, die sich in besonders kurzer Zeit anfertigen lassen, sind mit einem lustigen Wecker Schnellstrickerbutton gekennzeichnet, wie man es von einigen Kochbüchern kennt.

KRITIK
Ein unwillkürliches „na ja …“ entlocken die Überschriften, Untertitel, Einleitungstexte und die lebenden Kolumnentitel. Sie sind bemüht, künstlich werbend, manchmal ein bisschen peinlich, und daher eher kontraproduktiv. Es ist ein wenig schade, denn man hätte die Modelle wesentlich pfiffiger vorstellen können.

Von dieser redaktionellen Schwäche abgesehen ist ein weiterer Kritikpunkt anzusprechen. Der Versuch, eine möglichst große Bandbreite an Geschmäckern zu bedienen, gerät dem Buch durchaus zum Nachteil. Die optische Qualität der Modelle ist sehr ungleichmäßig. Viele sind zwar als zeitgemäß und professionell zu bezeichnen, andere allerdings umgibt der Hauch des „das-sieht-aber-selbstgestrickt-aus“ in seiner schlechtesten Auslegung, und es ist zu befürchten, dass sie die Klischees und Vorurteile des amateurhaften Strickens bedienen. Möglicherweise sollen diese Modelle gerade jungen Strickerinnen zeigen, dass auch kindlich Aussehendes seinen Wert hat und sie sich ruhig zu stricken trauen sollen, auch wenn nicht alles sofort so aussieht wie gekauft. Ob dieser pädagogische Standpunkt sinnvoll ist, muss jeder für sich entscheiden. Grundsätzlich hätte man viele andere Modelle wählen können, die sich genau so schnell und einfach stricken lassen, genau so viele unterschiedliche Vorlieben ansprechen, aber qualitativ konsistenter und einladender wären.

FAZIT
Dass das Buch nun im Herbst und somit kurz vor dem Höhepunkt des Weihnachtsgeschäfts erscheint, ist sicher kein Zufall. Der Titel ist allerdings irreführend: Mehr als eine Ideensammlung von schnell zu strickenden Projekten ist es ein Anfängerbuch, das sehr jungen Strickerinnen zeigen kann, wie vielseitig und einfach Stricken sein kann. Aus dieser Sicht kann es selbst junge Menschen zum Stricken motivieren, die vielleicht noch wenig Geduld aufbringen oder dazu neigen, ein Hobby schnell wieder aufzugeben, wenn sich der Erfolg nicht einstellt, und eignet sich zweifelsohne als erstes Geschenk zum Themenfeld „Strickliteratur“.

Danke an dieser Stelle an den BLV-Verlag für die Übersendung des Rezensionsexemplars.

Abbildungen in diesem Artikel mit freundlicher Genehmigung des Verlags. Copyright: © Birgit Kaulfuß / BLV

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Pascuali Bison Premium

Wie ein Kuscheltier sieht der nordamerikanische Bison zunächst nicht aus, doch unter der rauhen und leicht verfilzten Oberschicht verbirgt sich das Flaumhaar, aus dem Strickerträume sind. Tatsächlich fällt es nicht unbedingt leicht, sich angesichts des zarten Fadens der Bison Premium vorzustellen, daß wir ihn einem so robusten Tier verdanken.
Bison Premium ist ein Luxusprodukt, wie der Preis von 49,89 €/25 g unmißverständlich zeigt.
Die Lauflänge von 120 m/25 g ist trügerisch. Das Garn ist zwar fein und leicht, allerdings sehr voluminös und luftig. Die nicht sehr feste, kordelartige Verzwirnung unterstützt die Eigenschaften der Wolle, was den Faden sehr elastisch macht.
Das Stricken fühlt sich unbeschwert und schnell an, als würde sich die Schwerelosigkeit des Materials unmittelbar auf die Nadeln übertragen.
Die Haptik des fertigen Gestricks ist weich und dennoch charakterstark und dominant. Optisch ist der Flaum gut zu sehen, verwischt aber weder die Maschenstruktur, noch das gewählte Muster. Bison Premium eignet sich hervorragend für Loch- und Zopfmuster  – auch in Kombination beider. Glatt rechts ist das Maschenbild lebhaft und gewollt ungleichmäßig. Die Eigenwilligkeit trägt auf sehr poetische Weise dem Wesen des Tieres Rechnung, das uns hier seine Wolle schenkt.
Die empfohlene Nadelstärke von 4 mm ist mit Vorsicht zu genießen und eher als Empfehlung für Lacearbeiten zu verstehen. Auf dem ersten Pröbchen unten (alle wurden mit NS 3 mm angefertigt; Lockerstricker wären auch mit 2,5 oder 2 mm sicher glücklich) ist deutlich zu sehen, daß das Material selbst festgestrickt in glatt rechts durchsichtig ist.
Ganz erstaunlich sind die wärmenden Eigenschaften dieses Garns. Im Nu entsteht unter dem Gestrick ein Wärmepolster aus trocken-kuscheliger Luft, obwohl das Strickstück selbst kein Eigengewicht zu haben scheint. Es ist wie eine zarte warme Hülle, die aus dem Nichts entsteht. Bison Premium ist daher ideal für Tücher und Schals.
Verfügbar ist dieses edle Material nur im naturbraunen Ton des Bisons  – es ist nur konsequent, daß hier die natürliche Schönheit im Vordergrund stehen soll. Diese Geradlinigkeit, die auf direktem Weg von dem beeindruckenden Wildrind Kanadas bis zur schmeichelnden Wärme auf unserer Haut führt, ist überhaupt das Grundkennzeichen dieses Garns und zeugt, wie bei vielen anderen Produkten der Firma Pascuali , die wir in diesem Blog bereits kennenlernen durften, von einem sehr feinen, tiefen und einzigartigen Verständnis für die Ursprünglichkeit von Naturfasern.
Erwerben kann man dieses kostbare Garn wie immer im Shop von Herrn Pascuali.

ALLE PRÖBCHEN SIND VERGEBEN! S. INGRIDS KOMMENTAR UNTEN …

Der Faden

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Probe 1: Glatt rechts mit Quadrat. SCHON ANGEFORDERT!

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Probe 2: Muster L26 aus den „Alten deutschen Lochmustern“. Die Datei hierzu kann HIER heruntergeladen werden. SCHON ANGEFORDERT!

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Probe 3: Flechtzopf mit Hebemaschen. SCHON ANGEFORDERT!

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Probe 4: Cornelia Mees Basket Pattern SCHON ANGEFORDERT!

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Meine Meinung:

Kostbare Post von Herrn Pascuali

Ich hatte in den letzten Wochen sehr viel zu tun, und habe zugegebenermaßen keine Sekunde ans Stricken gedacht. Meine neue Homepage für Textloft ist nun fertig, und viele neue Projekte wurden eingeleitet. Doch unverhofft kommt oft.
Ganz überraschend nahm Herr Pascuali diese Woche wieder Kontakt zu mir auf und fragte mich, ob ich Interesse hätte, ein neues Garn zu testen und vorzustellen. Welches es ist, wird noch nicht verraten, aber einen optischen Vorgeschmack sollt Ihr hiermit bekommen. Kleiner Hinweis: Es ist sehr kostbar und fühlt sich schon beim Umwickeln wunderbar weich an. Nun muß ich “nur noch” stricken – und kann dann diesen schönen Moment mit Euch teilen.
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Lang Yarns Casino

Das nicht ganz alltägliche Fadenbild hat mich dazu bewogen, Casino auszuprobieren. Zudem gehen wir auf den Herbst zu, und das Fasergemisch aus 47 % Baumwolle, 47 % Polyamid und 6 % Polyester ist ein guter Einstieg in die Zwischenjahreszeit.
Das Knäuel ist fest und fühlt sich deutlich strukturiert an. Der Faden besteht aus mehreren miteinander verbundenen Maschenketten und zeigt ein hervorragendes Ribbelverhalten. Der Hersteller spricht von einem „Maschengarn mit dezent eingestrickten Glanzkomponenten “, allerdings kommt dies nur in einigen Farben deutlich heraus. In dem hier gezeigten Rostton zum Beispiel ist kein Glanz festzustellen – das Garn schimmert höchstens ein wenig, wenn man das Strickstück in der prallen Sonne bewußt hin- und herbewegt.
Die Maschenstruktur des Fadens verleiht dem Gestrick ein leicht unebenes Aussehen, das je nach Strickmuster ein wenig an die Optik der berühmten Chanel-Jacken erinnert. Beim Stricken wiederum können diese kleinen Unebenheiten als Widerstand wahrgenommen werden, und Feststricker sollten unbedingt sehr gleitfähige Metallnadeln verwenden, da der Faden ein wenig haken kann. Außerdem sollte die Nadelqualität ausreichend gut sein, damit er sich nicht aufspaltet und unschöne kleine Schlaufen bildet. Auch beim Zurückstricken sollte besonders vorsichtig gearbeitet werden.
Das Gestrick fühlt sich unmittelbar nach dem Stricken drahtig an, und wenn die Oberfläche nach dem Waschen auch gefälliger wird, kann der Begriff „weich“ nicht wirklich verwendet werden, was angesichts des hohen Kunstfaseranteils ein wenig verwundert.
Die Optik kann je nach Muster sehr konservativ ausfallen, zart-natürliche Akzente zeigen oder einen sehr entspannten Charakter annehmen. Somit ist Casino für alle Geschlechter und Altersstufen eine gute Option zu einem kleinen Preis von durchschnittlich 3,50 € und mit einer wirtschaftlichen Lauflänge von 165 m/50 g. Dieses Garn kommt auch für interessante und originelle Wohnaccessoires oder gestrickten Modeschmuck infrage.
Besonders hervorzuheben ist die hervorragende Formbeständigkeit. Ganz gleich, wie erbarmungslos das Gestrick traktiert wird, es springt immer wieder in seine ursprüngliche Form zurück. Die Farbpalette ist qualitativ schön, leider sehr begrenzt, dürfte aber die meisten geschmacklichen Vorlieben abdecken.

Probe 1: Glattrechts in NS 3 und 3,5 mm

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Probe 2: Hoops Rib Stitch

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Probe 3: Kleines Waffelmuster

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Probe 4: Muster L7 aus den „Alten deutschen Lochmustern“. Die Datei hierzu kann HIER heruntergeladen werden.

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Probe 5: Flechtmuster

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Probe 6: Falsche Zöpfe aus Umschlägen und überzogenen Maschen

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Meine Meinung:

Lang Yarns Golf

Sommerzeit ist Baumwollzeit. Wem Cablé-Garne zu dick und schwer und organische Baumwolle nicht stabil genug sind, kann zu mercerisierten Produkten greifen. Allerdings können gerade in diesem Segment die Qualitätsunterschiede besonders groß sein. Lang Yarns bietet mit Golf eine eigene Interpretation, die mit einer Lauflänge von 125 m/50 g einen interessanten Durchschnittswert aufweist, der für die meisten Strickerinnen in Frage kommen dürfte.
Das Knäuel ist sehr fest und charmant geformt.
Der Faden wirkt sehr rund und voll, ist dennoch nur mittelfest verzwirnt, was ihm eine gute Grundelastizität verleiht. Der für mercerisierte Garne typische Glanz wirkt am ausgewickelten Faden aufdringlicher, als es später am fertigen Gestrick der Fall ist. Tatsächlich wird er dezent, raffiniert und ein wenig elegant, was eine große Vielfalt an Verwendungsmöglichkeiten eröffnet.
Die Nadelstärkenangabe auf der Banderole mag zunächst merkwürdig erscheinen, denn die Bandbreite zwischen 3 und 4 mm ist doch sehr erheblich. Tatsächlich aber erschließt sich der Sinn beim Stricken durchaus, denn dieser Nadelstärkenbereich entspricht sehr gut der Art, wie das Strickergebnis individuell gesteuert und variiert werden kann, ohne daß das Maschenbild an Qualität einbüßt. Mit Nadelstärke 3 mm ist das Gestrick schon elastisch genug, jedoch fest, dicht und griffig. NS 4 mm kann jedoch ohne Bedenken eingesetzt werden, wenn das Strickstück luftdurchlässiger und leichter ausfallen soll, Maschenbild und Formbeständigkeit aber erhalten werden sollen. Golf vermittelt ein makelloses Maschenbild  – fast wie „maschinengestrickt“.
Dennoch ist es nur bedingt anfängertauglich, da es mit Nadeln guter Qualität und einiger Sorgfalt verarbeitet werden muß: Aufgrund der lockeren Verzwirnung können sich Fädchen ansonsten lösen und kleine Schlaufen bilden, wenn der Faden nicht präzise gegriffen wird. Dies kann bei Feststrickern auch zu Problemen beim Zurückstricken führen.
Golf zeigt ein gutes Ribbelverhalten: Der Faden verliert nicht an Struktur, Spuren verschwinden rasch.
Die Haptik des fertigen Gestricks ist griffig und angenehm trocken, elastisch und jedoch charakterstark.
Golf eignet sich für weibliche oder Kinderkleidung und Wohnaccessoires. Für männliche Kleidung dürfte der typische Glanz eines mercerisierten Garns eher unerwünscht sein, auch wenn er wenig aufdringlich ist. Anzumerken ist noch, daß das Garn je nach Muster etwas knitteranfällig werden kann.
Die Farbpalette ist erfreulich vielseitig und paßt gut zu diesem sommerlichen Garn.

Probe 1: Glattrechts in NS 3 mm, 3,5 mm, 4 mm

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Probe 2: Muster L26 aus den „Alten deutschen Lochmustern“. Die Datei hierzu kann HIER heruntergeladen werden.

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Probe 3: Rippen und Glattrechts

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Probe 4: Muster L25 aus den „Alten deutschen Lochmustern“. Die Datei hierzu kann HIER heruntergeladen werden.

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Meine Meinung:

Lana Grossa Together

Daß dieses Garn Teil meiner Bestellung wurde, hat einen Hintergrund, der viele von Euch sicher etwas schmunzeln lassen wird. Ich bin in manchen Dingen sehr altmodisch und bleibe dann auch, allen Erfahrungen anderer zum Trotz, stur und unbelehrbar. Es mag nicht besonders klug sein, und es ist manchmal wahrscheinlich sogar kontraproduktiv, aber es ist nun mal so. Nennen wir es eine ganz persönliche Schrulle – es hört sich netter an als „Charakterfehler“. Zu diesen – nun ja – Prinzipien gehört, daß mir keine Mikrofaserprodukte ins Haus kommen. Nicht als Herbstjacke, nicht als Bettwäsche und auch nicht als Putzlappen. Gar nicht. Niemals. Wenn man schon Vorurteile hat, sollte man denen auch treu bleiben, nicht wahr? ;-) Ausgerechnet ein Garn aus Baumwolle und Mikrofaser auszuprobieren, sollte also ein besonderes Abenteuer und eine wirkliche Herausforderung werden.
Together besteht aus 46 % Baumwolle, 46 % Polyacryl und 8 % Polyamid. Das Knäuel ist besonders schön und auch haptisch sehr ansprechend. Es fühlt sich trocken und griffig an und erinnert an ein Leinen-Baumwoll-Gemisch. Der Faden ist weich, sehr elastisch, was weniger durch den Kunstfaseranteil als durch die Struktur entsteht: Er besteht aus einem sehr schönen, multidimensionalen Zopf, dessen einzelne Verkreuzungen sich immer wieder dehnen und zusammenziehen. Erst im stark gedehnten Zustand wird ein fast unmerklicher Flaum sichtbar, der das Material so ungeheuer weich und zart macht.
Die Banderole verführt wie so oft bei Lana Grossa zu verständnislosem Kopfschütteln: Bei einer Lauflänge von 145 m/50 g und dem angesprochenen elastischen Faden erscheinen die empfohlenen 4,5 mm-Nadeln mehr als nur übertrieben. Ein Bereich von 3 bis 3,5 mm dürfte je nach Strickgewohnheiten realistischer sein.
Die Arbeit mit Together ist extrem angenehm und erholsam. Das Garn strickt sich leicht und schnell und ist auch deshalb für Anfänger eine gute Option, weil es kleine Fehler der Fadenspannung faktisch und optisch gut ausgleicht und versteckt. Das Ribbelverhalten ist hervorragend: Together läßt sich unbegrenzt oft spurenfrei ribbeln und pillt dann trotz der weichen Fadenoberfläche auch nicht.
Das Gestrick ist leicht, weich, spürbar hautfreundlich und bei weitem nicht so warm, wie der hohe Kunstfaseranteil es vermuten ließe. So ergibt es auch Sinn, daß Lana Grossa dieses Produkt als Sommergarn einstuft. Tatsächlich ist es aber ein Garn für alle Jahreszeiten. Es ist auch ein Garn für alle Muster, Zielgruppen und Strickprojekte. Es ist geschlechts‑ und stilneutral, unendlich variabel und anpaßbar. Mir fallen keine Verwendung, keine Geschmacksrichtung, keine Bedürfnisse ein, für die es nicht geeignet wäre. Besonders überraschend ist die Tatsache, daß der Kunstfaseranteil weder optisch noch haptisch anzumerken ist. Together darf also als sehr gelungene Produktentwicklung bezeichnet werden.
Besondere Aufmerksamkeit sollte der Tatsache geschenkt werden, daß das Gestrick sehr formstabil ist. Dies ist zwar eine positive Eigenschaft, die in diesem konkreten Fall aber ihre Tücken haben kann. Wird das Strickstück nach dem Waschen in Form gezupft oder gezogen, kommt es nach dem Trocknen in die ursprüngliche Form zurück. Dies ist zum einen bei Mustern wichtig, die dazu neigen, sich zu verziehen – sie können durch Waschen und Formen nicht ausgeglichen werden. Zum anderen ist die Größe der Maschenprobe vor dem Waschen auch zwangsläufig die Größe der Maschenprobe nach dem Waschen und Trocknen. Man sollte also nicht darauf hoffen, daß ein etwas zu knapp bemessener Pullover sich naß auf die richtige Weite dehnen läßt. Nach dem Trocknen schnellt er auf die ursprünglichen Maße zurück.
Die Farbpalette ist leider etwas klein und einfallslos gewählt.

Probe 1: Glattrechts in NS 3 und 3,5 mm

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Probe 2: Muster L12 aus den „Alten deutschen Lochmustern“. Hier ist gut zu sehen, daß ein Muster, das sich verzieht, nicht wieder in Form gebracht werden kann.
Die Datei hierzu kann HIER heruntergeladen werden.

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Probe 3: Muster 24 aus den „Alten deutschen Piqué-Mustern“. Die Datei hierzu kann HIER heruntergeladen werden.

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Probe 4: Muster aus dem Modell 35/33 aus dem Filati-Heft 35.

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Probe 5: Rippen aus langen Maschen

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Meine Meinung:

Statusmeldung

Bitte nicht böse sein, wenn ich zur Zeit nicht so schnell auf Eure Mails und Kommentare antworte. Den Grund könnt Ihr HIER nachlesen.

Es gibt also viel zu tun. Statusmeldungen veröffentliche ich über Twitter auf https://twitter.com/TextLoft.
Ich bitte Euch um ein wenig Geduld :-/

Wie Name und Slogan es unmißverständlich ankündigen, wendet sich die Produktreihe Linea Pura an Strickerinnen, die Wert darauf legen, ausschließlich Naturfasern zu verstricken und auch nach einem gesunden Hautklima suchen– dies dürfte auf die meisten von uns zutreffen.
Organico besteht aus 100 % Baumwolle und ist mit einer Lauflänge von ca. 90 m/50 g rein rechnerisch ideal für kühle Sommerabende oder die ersten unfreundlichen Tage in der Zwischenjahreszeit.
Die auf der Banderole empfohlene Nadelstärke von 5 bis 5,5 mm ergibt nur dann Sinn, wenn dicke Zöpfe gestrickt werden sollen oder ein sehr lichtdurchlässiges Ergebnis gewünscht wird. Die hier gezeigten Pröbchen wurden mit NS 4,5 mm ausgearbeitet, Lockerstricker würden auch mit 4 mm auskommen.
Das Knäuel erreichte mich in einem wenig ordentlichen Zustand, der allerdings bei einem solchen Material nicht ungewöhnlich ist. Die Haptik erscheint zunächst matt und pudrig und unterscheidet sich in dieser Hinsicht deutlich sowohl von Cablé-Produkten als auch von den altbekannten Baumwollschulgarnen.
Der Faden ist relativ locker verzwirnt, aber dennoch sauber und gut zu verarbeiten. Wenn sich an einer Stelle ein Fädchen abgespalten hat, dann war es mehr meiner eigenen Unaufmerksamkeit geschuldet als dem Garn. Dennoch sollte die Nadelqualität einigermaßen dem Material entsprechend gewählt werden.
Das Strickergebnis ist ansprechend, das Maschenbild gleichmäßig und lebendig. Organico eignet sich gleichermaßen für Loch- und Strukturmuster, und könnte auch doppelfädig verstrickt für modernen Grobstrick verwendet werden. Die Haptik des fertigen Gestricks ist nicht so pudrig wie diejenige des Knäuels, sondern eher glatt und weich. Trotz der geringen Lauflänge wirkt das Strickstück relativ leicht und ist auf der Haut kaum zu spüren.
Wenig beglückend ist das Ribbelverhalten. Der Faden verliert dabei sehr erheblich an Struktur und Qualität. Angesichts des kleinen Preises von 3,95 € wäre sogar mitunter zu überlegen, ob man ggfs. nicht lieber ein paar Meter opfern sollte und Aufgeribbeltes lieber entsorgt.
Im Gegenzug aber ist Organico ein ungeheuer vielseitiges Garn: Babydecken, Männerkleidung, Wohnaccessoires, Lässiges und Sportliches für Freizeit und Urlaub … Es ist fast ein Allzweckgarn, das doppelt verstrickt auch sehr modern und modisch wirken kann. Lediglich den eleganten Geschmack wird es nicht bedienen.
Die Farbpalette ist geradezu vorbildlich breit und mit 36 Uni-Tönen und 11 Print-Varianten auch qualitativ erfreulich.
Insgesamt zeigt Organico ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis und ist daher auch anfängertauglich.

Probe 1: Glattrechts in NS 4 und 4,5 mm

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Probe 2: Streifen von Perlmuster und glattrechts

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Probe 3: Wood leaves von Jared Flood

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Probe 4: Kraus links

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Probe 5: Patentmuster (allerdings ist diese Probe sehr klein)

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Meine Meinung:

GGH Manila

Was mich dazu bewegt hat, Manila auszuprobieren, ist nicht nur die Zusammensetzung aus 57 % Viskose, 33 % Baumwolle und 10 % Leinen, die recht sommerlich anmutet, sondern auch die ungewöhnliche Fadenstruktur. Sie besteht aus einer Art Luftmaschenkette aus einem festen, nähgarnartigen Leinenfaden, die von langen, kaum verzwirnten Viskose- und Baumwollfasern durchzogen ist. Einige der Fasern sind eher bauschig, so daß der Fadendurchmesser nicht ganz gleichmäßig ist und das Garn leicht geflammt wirkt. Trotz dieser eher lockeren Struktur kann das Garn mit jeder beliebigen Nadelqualität verstrickt werden, da die Luftmaschenkette die anderen Fäden sicher umschließt. Anzumerken ist, daß die Maschen extrem leicht gleiten, und Lockerstricker sollten auf Metallnadeln vielleicht sogar ganz verzichten. Das Ribbelverhalten ist überraschend gut – der Faden verliert lediglich geringfügig an Volumen, aber nicht an Qualität.
Die Banderole empfiehlt einen Nadelstärkenbereich von 4 bis 5 mm, die angesichts der Lauflänge von 100 m/50 g jedoch ein wenig hochgegriffen scheint. Die hier gezeigten Muster wurden mit NS 3,5 und 4 mm angefertigt.
Die Haptik des fertigen Gestricks ist nicht so trocken wie diejenige des Knäuels, der stumpfe Charakter verliert sich beim Stricken. Das Gestrick wirkt ein wenig schwer und deutlich glatter, als der Faden es vermuten ließe. Das Maschenbild ist natürlich und lässig. Wer eher stabile Strickergebnisse bevorzugt, wird mit Manila nicht ganz glücklich sein. Das Gestrick ist sehr verformbar und elastisch und durchaus etwas „labberig“. Durch den hohen Viskoseanteil entsteht ein leichter Glanz, der allerdings sehr diskret bleibt.
Manila harmoniert mit allen Mustern und kann auch für männliche Kleidung und Wohnaccessoires verwendet werden. Es würde sich auch besonders gut eignen, um in kleinen Mengen mit flauschigen Materialien im Mix verstrickt zu werden. Trotz der Zusammensetzung ist das Gestrick nicht wirklich kühlend und kann auch für die Zwischenjahreszeiten in Erwägung gezogen werden.
Manila ist ein Garn, das entweder begeistern oder auf große Abneigung stoßen wird: Einige Strickerinnen werden an der weichen und modernen Oberfläche Gefallen finden, während andere sich mit dem spürbaren Gewicht und der lappigen Haptik nicht anfreunden werden.
Die Farbpalette ist aktuell und klassisch, und dürfte jedem Geschmack gerecht werden.

Probe 1: Glattrechts 3,5 und 4 mm

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Probe 2: Muster L18 aus den „Alten deutschen Lochmustern“. Die Datei hierzu kann HIER heruntergeladen werden.

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Probe 3: Muster „Eglantine“ der Mlle Riego

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Probe 4: Muster 1 aus den „Alten deutschen Piqué-Mustern“. Die Datei hierzu kann HIER heruntergeladen werden.

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Probe 5: Ant Egg-Muster

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Wie immer lasse ich Euch die Proben auf Wunsch gerne zukommen. Wenn ich Eure Anschrift schon kenne, genügt ein Kommentar. Andernfalls benötige ich eine eMail mit Eurer Adresse.

Meine Meinung:

Zutaten

Heute kam das Päckchen an. Ich muß also nur noch stricken ;-)
Zutaten

Aperitif

In den letzten Tagen hat mich eine ausgesprochen großzügige Spende erreicht – danke an dieser Stelle noch einmal an die liebe Leserin –, die mir ermöglicht hat, neue Garne für Rezensionen zu bestellen. Ich werde also in nächster Zeit verschiedene Knäuel von GGH, Lana Grossa, Lang Yarns … vorstellen können.
Natürlich habe ich mir die Kritik der letzten Wochen, die in Euren Kommentaren, eMails usw. sehr deutlich zum Ausdruck kam, zu Herzen genommen. Für den Anfang habe ich diese Mal zum Beispiel keinerlei Schurwollen gekauft, sondern ausschließlich andere Materialien.

Es bleiben aber die Fragen nach der Objektivität und nach dem Sinn und Nutzen dieser Rezensionen.

Es stimmt: Ganz gleich, ob es sich um Hotels, Bücher, Weine, Fernsehgeräte, Autos oder Shampoos handelt, vollständige Objektivität gibt es nicht, denn jeder Mensch geht beim Kauf und bei der Nutzung mit ganz anderen Gesichtspunkten an die Sache heran. Wahr ist ebenfalls, daß ich über keinerlei Laborausrüstung verfüge, um Garneigenschaften mit mathematischer Genauigkeit zu messen. Was ich aber tun kann und tue, ist, meinen eigenen Geschmack außer Acht zu lassen und nach einer Reihe von konkreten Kriterien zu arbeiten. Wenn die Qualität eines Garns stimmt, wenn es angenehm zu stricken ist, wenn das Strickergebnis in Ordnung ist, habe ich keinen Grund, Negatives zu schreiben und tue es auch nicht – auch wenn ich „privat“ das Garn überhaupt nicht mag und mich persönlich frage, wer solche Scheußlichkeiten denn stricken wollen könnte.
Auch die Hersteller oder Vertriebsunternehmen wie Pascuali, Lanamania oder Trendgarne, die mir mitunter die Garne zu Verfügung stellen, können auf den Inhalt und das Ergebnis der Tests keinen Einfluß nehmen. Sie sind vorgewarnt, daß ich auch negative Aspekte ansprechen werde, wenn es welche gibt. Sollte einmal ein Garn in jeder Hinsicht „grottenschlecht“ sein, würde ich dem Unternehmen den vernichtenden Text vorab zukommen lassen, und es könnte entscheiden, ob es die Veröffentlichung ganz untersagen möchte. Texte ändern tue ich aber nie.
Ebenfalls versuche ich die Strickkenntnisse und ‑gewohnheiten einer möglichst großen Bandbreite von Strickerinnen zu berücksichtigen, mich in sie hineinzuversetzen und ggfs. einzuüben. Ich stelle mir immer die Frage, wer mit einem bestimmten Material zufrieden sein wird und wer eher unglücklich.

Und nun meine erste Frage an Euch: Wie könnte ich meine Rezensionen objektiver und für Euch nützlicher gestalten? Was würdet Ihr Euch für die Zukunft wünschen? Was mache ich vielleicht sogar ganz und gar falsch? Eure Meinung ist gefragt!

Es stellt sich aber auch die Frage, inwiefern solche Rezensionen überhaupt einen Sinn und einen Nutzen haben.

Ein sehr großer Schwachpunkt ist zweifelsohne, daß keine Langzeitauswertung möglich ist. Ich frage mich ohnehin, wie wir sie erreichen könnten: Ist ein Garn so alt, daß eine aussagekräftige Beurteilung möglich wäre, ist es meistens schon nicht mehr im Sortiment. Eine Hilfe wäre es jedoch, wenn Leserinnen mit Langzeiterfahrungen zu einem bestimmten Garn kommentieren würden. Darauf habe ich aber keinen Einfluß, ich kann es nur anregen.

Aus meiner Sicht besteht der Sinn dieser Rezensionen darin, meinen Leserinnen die Möglichkeit zu geben, sich einen ersten Eindruck eines Garns, das sie noch nicht kennen, zu verschaffen, Produkte zu entdecken, an die sie vielleicht nicht gedacht hätten, oder auch in ihren eigenen Überlegungen Unterstützung oder Bekräftigung zu finden. Sie sollen eine Entscheidungshilfe in der Frage sein, ob ein Garn für einen selbst eher geeignet scheint oder nicht. Sie sollen vor allem für die vielen von Euch, die ihre Strickmaterialien fast ausschließlich oder ausschließlich übers Internet beziehen, weil ihnen aus welchem Grund auch immer keine anderen Möglichkeiten zur Verfügung stehen, helfen, sich ein relativ konkretes Bild dessen zu machen, was sie von dem Knäuel erwarten können, und was nicht, bevor sie Geld völlig umsonst investieren. Damit Ihr Euch nicht ausschließlich auf meine Worte verlassen müßt, verschicke ich ja die Pröbchen.

Und dies führt mich zu meiner zweiten Frage an Euch: Bringen Euch diese Rezensionen überhaupt etwas, oder sind sie eher überflüssig und Zeitverschwendung? Was würdet Ihr statt dessen in diesem Blog lieber lesen?
Auf Eure Anregungen freue ich mich, und ich bin sehr gespannt.

Tweedgarne und ich

Zu Tweedgarnen habe ich ein recht zwiespältiges Verhältnis.
Lange Zeit kannte ich Tweed nur als Stoff für schwere und aus meiner Sicht zu biedere und altmodische Kleidung, die weder in der männlichen noch in der weiblichen Variante je meinem Geschmack entsprochen hätte. Erst 2011 entdeckte ich mit Debbie Bliss Luxury Tweed Aran Tweed als Strickgarn und ich war auf Anhieb begeistert. Der herbe Duft, die trockene pudrige Haptik, der eher unelastische Faden, die edle Ursprünglichkeit schienen mir so vielfältige Designmöglichkeiten und Assoziationen zu eröffnen, daß ich dieses Garn gleich für vier Pullover kaufte – zwei für meinen Mann, zwei für mich. Drei Jahre später wünschte ich, ich hätte es niemals getan.
Die erste Ernüchterung kam, als ich mit der eigentlichen Strickarbeit fertig war, allerdings machte ich den Fehler, sie nicht als solche zu interpretieren und die Schuld bei mir zu suchen: Ich brauchte ewig, bis ich die Nähte verschlossen hatte, denn der Faden riß alle 2 Zentimeter. Einen der Pullover habe ich sogar mit einem anderen Garn vernäht. Ich vermutete eine ungünstige Nähtechnik und führte das Problem zunächst auf meine nicht vorhandene Geduld zurück, bis ich bei Frau Wollball und später in anderen Blogs von ähnlichen Erlebnissen las. Dies und die Tatsache, daß Tweedjackenträger fast chronisch mit jenen typischen und nicht gerade eleganten Lederflicken an den Ärmeln herumlaufen, hätte mir eine Warnung sein müssen. Das tat es leider nicht. Mittlerweile habe ich sämtliche Knäuelreste zu diesen vier Pullovern dafür verwendet, mindestens einmal die Nähte oder andere Stellen zu reparieren. Bevor Mißverständnisse entstehen: Die Bilder, die ich unten zeige, sind nicht durch Hängenbleiben an einem scharfen Gegenstand, nicht durch zu kurz vernähte Fäden oder durch unsachgemäßes Waschen entstanden. Sie ergeben sich einfach an unterschiedlichen Stellen (Halsblende, Nähte, untere Bündchenkante …) durch den normalen Gebrauch. Insgesamt haben diese vier Pullover über 500, – € gekostet … und sind nur noch als “Zuhause-Pullis” geeignet. Dieses Geld ist unwiederbringlich weg, durchs Fenster geworfen, sein Gegenwert im Grunde nicht mehr vorhanden, und da ich schlecht neues drucken kann, kann ich auch nicht für den – eigentlich dringend – notwendigen Ersatz sorgen. Ein Reinfall auf der ganzen Linie.

Die Schlußfolgerung, die sich für mich daraus ergibt (= “Tweedgarne mögen schön sein, aber sie sind überteuerter Müll und ich kaufe nie wieder welche”), belebt eine Diskussion neu, die sowohl den Begriff von Qualität bei Strickmaterialien als auch die heutige Auffassung von Stricken hinterfragt.
Jede Strickerin definiert Qualität auf unterschiedliche Weise. Tichiro-Tina hat neulich die berechtigte Frage in den Raum geworfen, wie viele Knoten pro Knäuel als Mangel und nicht mehr akzeptabel angesehen werden, und an den Kommentaren war deutlich zu lesen, wie unterschiedlich die subjektive Wahrnehmung hier sein kann. Für mich definiert sich die Qualität eines Garns durch Maschenbild und Haltbarkeit, gepaart mit einem nach Möglichkeit hohen Naturfaseranteil. Einen Pullover, der so empfindlich ist, daß er einen ganz normalen Tag im Büro nicht übersteht, halte ich für indiskutabel.
Viele Blogs oder Forenbeiträge führen in diesem Zusammenhang das Gegenargument an, Stricken sei heute nicht mehr die Herstellung benötigter Kleidung, sondern nur noch ein Hobby, das man sich gönne.
Ganz abgesehen davon, daß ich ausschließlich deshalb Pullover stricke, weil die im Handel verfügbaren Strickstücke, die meinem Geschmack entsprechen, viel teurer als Selbstgestricktes und obendrein oft zu dünn und für mich nicht warm genug sind, halte ich diese Sichtweise für traurig. Wenn Stricken nicht beides sein kann, hat es versagt – und so wäre es auch nicht verwunderlich, wenn das zur Zeit wiedererwachte Interesse jüngerer Generationen bald wieder abebbt.
Ich bin der Meinung, daß die Qualität der Strickmaterialien über die weitere Entwicklung des Strickens deutlicher entscheiden wird, als den Herstellern offenbar bewußt ist. Wer an ersten Projekten mit preiswerten, anfängertauglichen Garnen Freude gehabt hat und sich entschließt, einen Pullover mit einem etwas “besseren”, sprich höherpreisigeren, Garn in Angriff zu nehmen, könnte die aufblühende Leidenschaft schnell wieder vergessen, wenn nach wenigen Wochen erste Schäden am mit Stolz vorgezeigten Strickstück die Mühe und Sorgfalt zunichte machen. Ebenso halte ich es nicht für vermittelbar, wenn junge Stricker das Gefühl bekommen, Stricken sei eine komplizierte Wissenschaft und erfordere zunächst eine ausführliche Materialkunde.
Es wird immer wieder gelobt, welche Vielfalt an Materialien aus aller Welt uns heute zur Verfügung stehe. Doch ohne die entsprechende Qualität wird diese Vielfalt ein Selbstzweck bleiben. Im Vergleich zu den 80er Jahren, in denen man blind ins Regal greifen konnte und das Ergebnis immer stimmte, ist dies eine fürs Stricken sehr traurige Entwicklung. Weniger wäre eben doch mehr.
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ONLine Linie 4 Starwool

Das zweite Garn, das wir dank Trendgarne – an dieser Stelle noch einmal ganz herzlichen Dank an Herrn Görge – kennenlernen dürfen, ist Starwool.
Sehr klassisch mutet das Knäuel an – und die Zusammensetzung von 100 % Schurwolle (Merino extrafein superwash) scheint dies zu bestätigen. Es gibt sich weich, anschmiegsam und vertraut.
Der Faden ist eher rund, aber auch luftig, einerseits schwerelos, andererseits handfest, was an der mittellockeren Verzwirnung liegt, die als sehr gelungen bezeichnet werden kann: Das Garn läßt sich mit jeder Nadelqualität problemlos und angenehm verarbeiten, und das Ribbelverhalten ist hervorragend.
Etwas überraschend ist angesichts der Lauflänge von 125 m/50 g und der mittleren Fadendichte die auf der Banderole verzeichnete Nadelstärkenempfehlung: 3,5 bis 4,5 mm erscheint hier reichlich großzügig. Die unten gezeigten Proben wurden mit NS 3 bis 3,5 mm gestrickt.
Das Maschenbild ist gleichmäßig und klar. Starwool erweist sich als Multitalent und kommt mit männlichen und weiblichen Modellen, mit Struktur- und Lochmustern gleichermaßen zurecht. Es ist deshalb ein interessantes Material, weil es nie zu einem Allzweckgarn verkommt: Es verleiht jedem Muster einen eigenen und starken Charakter, indem es dessen Seele herausarbeitet. Es tritt mit den jeweiligen Strukturen so intensiv in Dialog, daß es für jeden Geschmack und Kleidungsstil eingesetzt werden kann. Man könnte sagen, daß Starwool ein echtes “Stashgarn” ist, das man immer in seinem Vorrat haben kann – weil es schlicht alles kann. Hierfür sprechen auch der kleine Preis von 4,55 € und die – wie meistens bei ONLine – breite und sehr gut gewählte Farbpalette.
Das Gestrick vermittelt einen Eindruck zeitloser Qualität im perfekten Gleichgewicht zwischen angenehmer Haptik und selbstvergessener Alltagstauglichkeit.
Starwool bietet eine Art “Quadratur des Kreises”: Es ist ein industriell gefertigtes Garn – mit den entsprechenden Vorteilen, was Preisniveau und Farbauswahl betrifft –, das sich in Bezug auf Qualität und Vielseitigkeit als erstaunlich klug entwickelt zeigt.

Wie immer lasse ich Euch die Proben auf Wunsch gerne zukommen. Wenn ich Eure Anschrift schon kenne, genügt ein Kommentar. Andernfalls benötige ich eine eMail mit Eurer Adresse.

Der Faden

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Probe 1: Nadelstärke 3 und 3,5 mm

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Probe 2: Waffelmuster aus Christians Schal

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Probe 3: Muster aus Birch Trees Scarf

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Probe 4: Muster 34 aus den “Alten deutschen Piqué-Mustern”. Die Datei hierzu kann HIER heruntergeladen werden.

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Probe 5: Muster L19 aus den “Alten deutschen Lochmustern”. Die Datei hierzu kann HIER heruntergeladen werden.

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Meine Meinung:

ONline Linie 20 Cora

Zu den beiden ONline-Produkten, die mir Herr Görge von Trendgarne hat zukommen lassen, gehört Cora, ein Mischgarn aus 60 % Schurwolle (Merino superwash) und 40 % Polyacryl.
Das Knäuel ist sympathisch geformt, in der Haptik angenehm trocken, matt und weich und macht einen sehr zuverlässigen Eindruck.
Der Faden ist schön und rund, wirkt schaumig fest. Trotz der relativ geringen Lauflänge von 85 m/50 g entfaltet er erst beim Aufwickeln sein ganzes Volumen, das sich aus der lockeren Verzwirnung von 8 Hauptfäden ergibt. Überraschend ist hierbei sowohl das hervorragende Ribbelverhalten – selbst bei sehr festem Gestrick hinterlassen die Maschen kaum Spuren, und die Fadenqualität bleibt unverändert erhalten – als auch die Tatsache, daß die Arbeit auch unabhängig von der Nadelqualität problemlos und bequem bleibt. Lediglich das Einfädeln beim Vernähen der Fäden erfordert ein wenig Sorgfalt, Cora ist ansonsten auch anfängertauglich.
Die auf der Banderole empfohlene Nadelstärke von 4 bis 5 mm ist einwandfrei gewählt, wobei anzumerken ist, daß auch mit einem deutlich höheren Nadelstärkenbereich gespielt und variiert werden kann, wenn zum Beispiel eine modische Grobstrick-Optik ausdrücklich gewünscht ist. Cora ist in dieser Hinsicht besonders interessant, denn das Maschenbild läßt sich deutlich steuern: In kleineren Nadelstärken erscheint es eher perlig, in dickeren glatter und auch zeitgemäßer.
Cora ist ein sehr verwandlungsfähiges Material, und eigentlich wäre es für reine glatt rechts gestrickte Stücke fast zu schade. Es verleiht Lochmustern eine frische und unerwartete Optik und verhilft Strukturmustern zu einer breitgefächerten Ausdrucksstärke. Es ist ein sehr präsentes und modernes Garn, das Muster und Schnitte aller Art neubelebt und in eine aktuelle Strickdesignsprache überträgt.
Das Gestrick zeichnet sich durch eine unkomplizierte und wie selbstverständlich wirkende Ausgeglichenheit aus: Es ist warm, aber nicht zu warn, elastisch, aber formstabil, zeitlos, aber auch lebhaft. Cora ist ein Garn, das nie langweilig wirkt und sich daher für unterschiedlichste Projekte eignet – von der Kinderkleidung bis zum Wohnaccessoire.
Bemerkenswert ist die sehr umfangreiche und vielseitige Farbpalette, die keine Wünsche offen läßt. Ebenfalls positiv ist der kleine Preis von 3,35 €/50 g zu bewerten. Insgesamt ist Cora ein schlüssiges und konsequentes Strickmaterial, das Stricken auf sehr interessante, da zeitgemäße Weise positioniert.

Wie immer lasse ich Euch die Proben auf Wunsch gerne zukommen. Wenn ich Eure Anschrift schon kenne, genügt ein Kommentar. Andernfalls benötige ich eine eMail mit Eurer Adresse.

Der schaumig feste Faden

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Probe 1: NS 4 und 4,5 mm

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Probe 2: Muster vom Rustical Lace Scarf

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Probe 3: Mauerwerkmuster vom Loft-Loop

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Probe 4: Muster L9 aus den “Alten deutschen Lochmustern”. Die Datei hierzu kann HIER heruntergeladen werden.

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Probe 5: Diese Probe wurde mit den allerletzten Metern gestrickt und ist leider sehr klein: Kleines Waffelmuster

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Meine Meinung:

Es gibt gute Neuigkeiten diese Woche.
Zum einen lichtet sich das Arbeitspensum langsam – Pläne haben eine konkrete Form angenommen und/oder sind zumindest so weit entwickelt, daß die Grundsteine als gelegt betrachtet werden können und sich der Rest nach und nach geben wird. Es bedeutet zwar nicht, daß ich auf der Stelle wieder in dem Umfang bloggen werde, wie ich es vor der Pause getan habe, aber zumindest wird es mit dem Thema Stricken hier regelmäßig weitergehen.
Zum anderen wird Strickloft ab sofort Produkte für Trendgarne rezensieren dürfen. Der nette Herr Görge hat vor einigen Tagen ganz unerwartet mit mir Kontakt aufgenommen und mir bereits zwei Knäuel zukommen lassen, die ich Euch also bald vorstellen darf. Daß er gleichzeitig und in anderen Angelegenheiten Kunde von TextLoft wurde, ist für mich eine besonders angenehme Fügung.
Ich freue mich also, Euch jetzt schon schöne Pröbchen für die kommende Woche ankündigen zu können. Nach einer so langen Pause macht Stricken noch mehr Spaß …

In den letzten Tagen haben mich viele eMails erreicht, in denen ich um einen kleinen Zwischenstand gebeten wurde. Dem will ich gerne nachkommen.
Mittlerweise ist mein Facebook-Auftritt eingerichtet. Damit keine Mißverständnisse entstehen: Es ist kein persönliches Profil - diejenigen von Euch, die auf Textloft - das Blog mitlesen, wissen, wie ich dazu stehe -, sondern eine Fanseite, wie Ihr sie vielleicht von Euren Lieblingsmarken, -künstlern oder –sportlern kennt. Das bedeutet, daß Ihr nicht auf Facebook sein müßt, um dort mitzulesen. Wer wiederum auf Facebook ist, kann kommentieren, auf “Gefällt mir” drücken oder mich weiterempfehlen. Da aber eine Fanseite nicht dieselben Funktionalitäten hat wie ein Profil, kann ich Euch weder “liken” noch in eine Freundesliste aufnehmen.
Viele Stunden habe ich außerdem damit verbracht, über rechtliche Vorschriften zum Thema Homepages, Blogs, Twitter und Facebook zu recherchieren und meine verschiedenen Seiten rechtssicher zu machen. Diese Dinge ändern sich ständig, werden immer komplizierter und lästiger. Denjenigen von euch, die sich ebenfalls damit beschäftigen müssen, kann ich übrigens zwei sehr hilfreiche Seiten empfehlen: http://rechtsanwalt-schwenke.de/blog/ und http://allfacebook.de/
Zur Zeit arbeite ich noch am Aufbau weiterer Blogs. Etwa 60 Artikel sind schon vorbereitet, verschiedene Themes sind in der Vorauswahl und müssen noch angepaßt werden, Probleme mit ein paar technischen Aspekten wollen noch beseitigt werden.
Es gibt also noch reichlich zu tun - so, neben der “normalen Arbeit” …

Doch bevor ich mich für heute wieder verabschiede, möchte ich noch auf das Thema “Leserinnen stricken die alten Muster” zurückkommen. Frau Projektmanagerin zeigt in ihrem Blog eine sehr reizvolle und romantische Interpretation eines Musters der Mlle Riego. Unbedingt ansehen!

Auch wenn Dinge, die das Stricken nicht betreffen, in diesem Blog normalerweise nichts zu suchen haben, möchte ich heute eine Ausnahme machen und hoffe, daß Ihr es mir nachsehen werdet.

Ich bin zur Zeit beruflich mit zahlreichen unterschiedlichen Projekten beschäftigt - darunter dem Aufbau meiner Facebook-Künstlerseite, der Planung und Vorbereitung mehrerer neuer Blogs, sowie einer Reihe von Textkunstprojekten. Ich werde daher einige Wochen nicht zum Stricken und nicht zum Strickbloggen kommen, denn all diese Vorhaben erfordern meine volle Aufmerksamkeit, ein hohes Maß an Konzentration … und sehr viele Arbeitsstunden. Das Blog bleibt natürlich bestehen - und selbstverständlich verschicke ich weiterhin auch die Pröbchen, solange welche noch da sind.

Auf Twitter könnt Ihr den Fortschritt der anderen Projekte verfolgen (es ist übrigens nicht nötig, dafür bei Twitter angemeldet zu sein, man muß nur auf https://twitter.com/textloft gehen.)
Vielleicht - allerdings nur, wenn Ihr es wünscht, und ich warte diesbezüglich auf Eure Kommentare - könnte ich auch ab und zu eine kurze Statusmeldung hier im Strickloft-Blog veröffentlichen.
Den Spendenbutton habe ich vorerst herausgenommen, damit niemand, der in dieser ruhigeren Phase hier spenden möchte, sich betrogen fühlt, wenn ich einige Zeit nicht schreibe.

Bis dahin wünsche ich Euch eine gute Strickzeit und hoffe, daß Ihr mir weiterhin folgen werdet.

Regia ist eine der Marken, über die ich bisher nur theoretisch etwas wußte. In meiner Vorstellung war der Name nun einmal fest mit dem Begriff “Sockenwolle” verbunden – und da ich bekanntlich noch nie versucht habe, Socken zu stricken, war Regia nie ein Thema gewesen. Ich gebe zu, daß ich öfter mal darüber nachgedacht hatte, ich müßte mich doch irgendwann genauer damit beschäftigen. Es gab es immer anderes zu tun und so viele Materialien zu entdecken … Ich kam einfach nie dazu. In meinem Wunderpäckchen aber befand sich ein Knäuel Regia Silk in einem schönen dunklen Blauton.
Das Garn ist eine Zusammensetzung aus 55 % Merino-Wolle, 25 % Polyamid und 20 % Seide. Auf dem Papier bedeutet das eine sehr ausgewogene Verbindung von Weichheit und Komfort, Formbeständigkeit und Elastizität, und dazu hohe Wärmeeigenschaften.
Das Knäuel fühlt sich deutlich kühler an, als die Fasermischung es vermuten ließe. Die Haptik des Knäuels ist allerdings feuchter als die des einzelnen Fadens. Optisch ist die Seide gut zu sehen und verleiht dem Garn einen dezenten Schimmer.
Der empfohlene Nadelstärkenbereich von 2 bis 3 mm ist sehr klug gewählt und trägt der Faserzusammensetzung perfekt Rechnung. Das Garn ist sehr leicht zu verarbeiten, jedoch sollte ein wenig auf die Nadelqualität geachtet werden, denn der Faden kann sich spalten, wenn die Nadel nicht an der optimalen Stelle eingesetzt wird. Erst beim Stricken entwickeln sich die wärmenden Eigenschaften etwas mehr als am Knäuel, wobei sie zu einem großen Teil von der sehr erheblichen Lauflänge von 200 m/50 g wieder ausgeglichen werden. Das Maschenbild ist vorbildlich und trägt zu einem “wie maschinengestrickt”-Eindruck bei. Alle Muster kommen sehr gut heraus. Allerdings sollte hier unbedingt mit einer Maschenprobe gearbeitet werden, da die Elastizität sehr tückisch sein kann: Das Gestrick zieht sich extrem zusammen. Optisch ist der Seidenschimmer am fertigen Strickstück kaum noch merklich, verleiht der Farbe aber eine starke Leuchtkraft. Allgemein ist Regia Silk ein eher konservatives bis solides Garn, das gut mit klassischen Mustern und Modellen harmoniert. Es ist unbegrenzt alltagstauglich und angesichts des sehr geringen Verbrauchs bei einem durchschnittlichen Preis von 6,00 bis 7,00 €/50 g auch wirtschaftlich ein praktischer und vielseitiger Begleiter.
Bedauerlich ist die einseitige und sehr begrenzte Farbpalette , die für ein industriell gefertigtes Garn als erschreckend lieblos und nicht nachvollziehbar bezeichnet werden muss.

Probe 1: Glattrechts

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Probe 2: Schachbrettmuster

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Probe 3: Muster L4 aus den “Alten deutschen Lochmustern”. Die Datei hierzu kann HIER heruntergeladen werden.

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Probe 4: Christians Schals

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Probe 5: Muster L7 aus den “Alten deutschen Lochmustern”. Die Datei hierzu kann HIER heruntergeladen werden.

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Probe 6: Shetland Shawl, Cornelia Mee, S. 77 – diese Probe ist aber ein wenig kleiner.

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Wie immer lasse ich Euch die Proben auf Wunsch gerne zukommen. Wenn ich Eure Anschrift schon kenne, genügt ein Kommentar. Andernfalls benötige ich eine eMail mit Eurer Adresse.

Meine Meinung:

Lang Yarns Donegal

Tweed-Garne . ganz gleich, ob wir sie als fertige Stoffe oder Strickmaterialien erleben - sind ein typisches Stück Irland und verbinden uns mit unseren ursprünglichsten Vorstellungen dessen, was das Wesen der Grünen Insel ausmachen soll. So ist Donegal, das winzige Städtchen an der nördlichen Spitze des Landes, dessen auf irisch malerisch klingender Name „Festung der Fremden“ bedeutet, mittlerweile zum Symbol des Stoffes geworden, aus dem Strickerträume sein könnte. Mein Wunderpäckchen beschenkte mich mit einem Knäuel in einem stilechten Moosgrün (0097).
Ein wesentliches Merkmal von Tweed-Garnen ist ihre dochtgarnartige Struktur: Sie sind weich und nur bedingt ausgesponnen, was ihnen zum einen Charakter, zum anderen eine besondere Nachgiebigkeit verleiht. Im Gegenzug können sie extrem reißanfällig werden. Lang Yarns’ Donegal ist mit 190 m/50 g zudem dünner als die meisten Tweed-Garne anderer Marken, was die Reißfreudigkeit noch verstärkt. Bestimmte Methoden des Maschenanschlags sind hier ganz und gar unmöglich. Es sollte auch eingeplant werden, daß das Garn nicht zum Vernähen geeignet ist. Feststricker sollten bei Mustern, die eine erhöhte Fadenspannung mit sich bringen, auch Vorsicht walten lassen und zu einer ggfs. größeren Nadelstärke greifen.
Der Faden ist ungleichmäßig versponnen und von variablem Durchmesser, allerdings beschränkt dies in keiner Weise die Verwendung des Garns für eine sehr breite Musterauswahl. Loch- und Strukturmuster kommen genauso gut heraus wie glatte Flächen oder Flächenmix-Muster. Trotz der grundsätzlich rustikalen Ausrichtung eines Tweed-Garns schafft es Langs Donegal durchaus, sich auch elegant zu geben, wenn Farbe und Muster entsprechend abgestimmt werden, was der großen Lauflänge zu verdanken ist. Es eignet sich aber ebenso für sportliche und männliche bis volkstümliche Modelle, und ist auch eine gute Option für Accessoires, die durch etwas Eigenwilligkeit ein strenges oder unscheinbares Outfit aufwerten sollen. Strukturmuster sollten allerdings nicht zu klein sein, da sie sonst in der Mehrfarbigkeit der kleinen Tweed-Noppen verschwinden.
Die Banderole empfiehlt einen Nadelstärkenbereich von 3,5 bis 4 mm, der einerseits angesichts der Lauflänge und selbst unter Berücksichtigung der Reißwilligkeit etwas zu hochgegriffen scheint. Die hier gezeigten Pröbchen wurden mit NS 3 bis 3,5 gestrickt.
Das fertige Gestrick ist weich und bei weitem nicht so von der Schurwolle-Haptik bestimmt, wie es bei anderen vergleichbaren Produkten der Fall ist. Nach dem Waschen wird es noch gefälliger und fühlt sich angenehm wärmend und leicht an. Langs Donegal ist in erster Linie ein Garn voller Harmonie und daher ein ideales Material für richtige Wohlfühl-Pullover, die der Seele schmeicheln. Dennoch ist es formstabil und wirkt beruhigend zuverlässig und fest. Leider ermöglichen es kleine Musterpröbchen nicht, die Strapazierfähigkeit eines Materials auf lange Sicht zu testen, und so hoffe ich, daß einige Leserinnen uns vielleicht mehr darüber sagen können. Mit Tweed-Garnen anderer Marken habe ich diesbezüglich sehr schlechte Erfahrungen gemacht, kann jedoch nicht beurteilen, ob dies auch auf dieses Garn übertragbar ist. Vielleicht haben einige von Euch Kleidung aus Langs Donegal schon seit längerer Zeit in Gebrauch und könnten hier denjenigen weiterhelfen, die noch unschlüssig sind.
Sehr erfreulich ist die Farbpalette, die quantitativ und qualitativ ideal gestaltet ist - das ist bei Lang alles andere als selbstverständlich und daher besonders erwähnenswert.

Probe 1: Glattrechts

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Probe 2: Muster vom Cowl „Luge“

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Probe 3: Rippen aus Perlmuster und Glattrechts-Streifen

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Probe 4: Lochmuster aus dem Heft Filati Home Ausgabe 50, S. 76, Modell 39

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Probe 5: Muster vom Armonika Cowl

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Probe 6: Ajour-Wellenmuster

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Probe 7: Muster 9 aus den “Alten deutschen Piqué-Mustern”. Die Datei hierzu kann HIER heruntergeladen werden.

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Probe 8: Muster L43 aus den “Alten deutschen Lochmustern”. Die Datei hierzu kann HIER heruntergeladen werden.

Muster 9: Pfeilchen-Muster – allerdings ist diese Probe deutlich kleiner.

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Wie immer lasse ich Euch die Proben auf Wunsch gerne zukommen. Wenn ich Eure Anschrift schon kenne, genügt ein Kommentar. Andernfalls benötige ich eine eMail mit Eurer Adresse.

Meine Meinung:

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